Abstract: Das vorliegende zivilgesellschaftliche Lagebild der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) dokumentiert antisemitische Vorfälle im Jahr 2025 und analysiert deren Erscheinungsformen und Entwicklungen. Ziel des Berichts ist es, auf Grundlage systematisch erhobener und verifizierter Meldungen ein möglichst umfassendes Bild antisemitischer Dynamiken in Berlin zu zeichnen und ihre Auswirkungen auf Betroffene sichtbar zu machen.
2197 antisemitische Vorfälle hat RIAS Berlin 2025 in Berlin dokumentiert. Die von RIAS Berlin dokumentierten Daten zeigen, dass antisemitische Vorfälle in Berlin seit dem 7. Oktober 2023 stark angestiegen sind; das hohe Vorfallaufkommen hielt auch im Jahr 2025 an. Obwohl bei einzelnen Vofalltypen, etwa bei Angriffen und gezielten Sachbeschädigungen, gegenüber 2024 weniger Vorfälle bekannt geworden sind, liegen die Gesamtzahlen weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre vor 2023.
Die Erfahrungen der Betroffenen bilden die Grundlage für diesen Bericht. Sie verweisen nicht nur auf einzelne Vorfälle, sondern auf ein gesellschaftliches Klima, in dem antisemitische Äußerungen und Handlungen möglich sind – und zu oft unwidersprochen bleiben. Antisemitische Vorfälle sind keine isolierten Ereignisse. Die Auseinandersetzung mit antisemitischen Erfahrungen, (er-)fordert Ressourcen: zeitliche, soziale, politische, emotionale, psychische, wirtschaftliche.
Auch im Falle einer juristischen Auseinandersetzung sind nicht nur finanzielle Mittel erforderlich. Ein solcher Prozess bedeutet mitunter, sich immer wieder mit dem antisemitischen Erlebnis auseinanderzusetzen, die Erfahrung nicht abschließen zu können. Ähnliches gilt für die oft langwierigen und zehrenden Auseinandersetzungen an Hochschulen oder am Arbeitsplatz um sichere Räume für Jüdinnen_Juden oder auch darum, dass Antisemitismus überhaupt erkannt oder anerkannt wird.
Auffällig ist die feindliche Deutung des Begriffs „Zionismus“. Im antisemitischen Diskurs wird er zu einer politischen Markierung, die Zionismus u.a. mit Faschismus und Nationalsozialismus gleichsetzt und zur Feindzuschreibung macht. Seit 2023 weist RIAS Berlin auf Vorfälle hin, in denen diese Zuschreibung auf bekannte antisemitische Stereotype zurückgreift. Das Feindbild „Zionismus“ geht über die Delegitimierung Israels hinaus, es wird auch in Stellung gebracht, um Jüdinnen_Juden und nicht-jüdische Personen als politische Gegner_innen zu markieren und aus Räumen oder von Dienstleistungen auszuschließen.
Außerdem geraten zivilgesellschaftliche Initiativen zur Dokumentation antisemitischer Vorfälle zunehmend unter Druck und werden mit Vorwürfen konfrontiert, die ihre Arbeit delegitimieren sollen. In einer solchen Situation wird eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung erheblich erschwert – auch wenn sie gegenwärtig dringender denn je erforderlich ist.
Abstract: Wenn eine KI-generierte Anne Frank im Feed auftaucht, DJs in der Gaskammer auflegen, die AfD Tipps zur Ahnenforschung gibt und Israel zur neuen Chiffre des Bösen wird: Geschichtsbilder von jungen Menschen werden heute maßgeblich im Netz, durch Videospiele und digitale Anwendungen geprägt. Doch die Gefahren werden bislang noch viel zu wenig beleuchtet – und die Potenziale und Chancen, die sich durch digitale Geschichtsvermittlung ergeben, sind noch längst nicht voll ausgeschöpft.
In unserem Report „Der Holocaust als Meme“ stellen wir einige Beispiele geschichtsrevisionistischer Inhalte in digitalen Medien vor, die in unseren Augen eine breitere Öffentlichkeit brauchen – sei es, weil sie besonders große Reichweiten erzielen, besonders subtilen Strategien folgen oder zu schon bedenklich normalisierten Formen alternativhistorischer Erzählungen gehören. Die aufgeführten Beispiele und Analysen dienen dazu, zentrale Beobachtungen, wiederkehrende Muster und exemplarische Phänomene im Umgang mit Geschichte in digitalen Räumen zu veranschaulichen.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Plattformen Instagram und TikTok, da sie zu den reichweitenstärksten und einflussreichsten Social-Media-Kanälen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zählen. Neben sozialen Medien beziehen wir uns auch auf digitale Spiele mit historischem Setting.
Abstract: Der 7. Oktober 2023, der brutale Terrorangriff der Hamas auf Israel mit rund 1200 Ermordeten und hunderten Verschleppten und der anschließende Krieg in Gaza markieren auch hierzulande eine Zäsur. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober und des kurz darauf beginnenden
und zum Veröffentlichungszeitpunkt dieser Publikation noch laufenden Krieges in Gaza, erreichte die Bildungsstätte Anne Frank eine Flut an Anfragen. Insbesondere Lehrkräfte und andere an Schule beschäftigte Fachkräfte meldeten sich mit der Bitte nach Beratung und Fortbildung zum Umgang mit Terror, Krieg und den sich daran entzündenden Folgen hierzulande.
Unser Team reagierte schnell mit einer Vielzahl ad hoc durchgeführter digitaler Gesprächsangebote, mit Fortbildungen vor Ort, mit Veranstaltungen, Publikationen und Materialien. Den ersten Jahrestag des
7. Oktobers 2023 nahmen wir zum Anlass, die aktuellen Bedarfe an Schulen systematisch zu erfassen – eine Lücke, die wir mit einer Online-Umfrage unter Lehrkräften schließen. Ziel war es zu erfassen, ob und in welcher Weise der 7. Oktober 2023 und der Gaza-Krieg ein Jahr später noch Thema in den Schulen sind, wie die Lehrkräfte damit umgehen und welche Unterstützung sie sich dabei wünschen.
Zwischen dem 09.09.24 und 23.09.24 haben sich 159 Lehrkräfte aller Schulformen, vor allem aus Gymnasien, Berufs- und Gesamtschulen und mit 98 Prozent überwiegend aus Hessen, an der Umfrage beteiligt. Ihnen und ihren aussagekräftigen Antworten, die wir auf den folgenden Seiten präsentieren, gilt unser ausdrücklicher
Dank. Ihre Antworten zeigen, dass dem Thema große Wichtigkeit beigemessen wird und einzelne Lehrkräfte im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen, den sogenannten Nahostkonflikt zu thematisieren – dass strukturelle Zwänge, insbesondere mangelnde zeitliche Kapazitäten, einen angemessenen Umgang mit der Thematik
aber erschweren.
Die Umfrage bestätigt uns in unserer Forderung nach einer Bildungsoffensive, die Schulen in all ihrer Heterogenität dazu befähigt und sie mit den entsprechenden zeitlichen und materiellen Ressourcen ausstattet, den Nahostkonflikt und andere komplexe globale Konflikte unserer Zeit, deren Geschichte und gesellschaftspolitische Dimensionen besser verstehen und einordnen zu können.
Ziel muss es sein, dass Lehrkräfte sprechfähig sind zu den Themen, die ihre Schüler*innen und uns als Gesellschaft bewegen – und entsprechend der vielfältigen Identitäten und Positionen im Raum Schule sind Perspektivwechsel dafür unumgänglich. Insbesondere müssen dabei auch der digitale Raum und dessen besondere Dynamiken1
mit adressiert werden – die Umfrageergebnisse zeigen überdeutlich, dass es an Strategien des Umgangs mit den Sozialen Medien mangelt, hier bedarf es einer konsequenten Verzahnung medienpädagogischer Angebote mit Inhalten der politischen Bildung.
Abstract: Eigentlich könnte doch alles ganz einfach sein, oder? Antisemitismus und Rassismus sind beides menschenfeindliche Einstellungen, die von allen bekämpft werden müssen; die Kritik dieser Ideologien müsste deshalb stets zusammen geleistet werden. In der Praxis kommt es jedoch immer wieder zu Unvereinbarkeiten, handfesten Auseinandersetzungen und Grabenkämpfen, mit wechselseitigen Ausschlüssen, Relativierungen, Beschuldigungen und einem Klima des Argwohns. Hinzu kommt, dass die historischen und theoretischen Bezugnahmen von Rassismus- und Antisemitismuskritik sehr verschieden sind.
„Frenemies“ umzirkelt das Problemfeld, fragt nach den Gründen der Auseinandersetzungen, sucht nach Gemeinsamkeiten, ohne dabei Unvereinbarkeiten und Selbstansprüche der beiden Kritikformen zu relativieren.
Das Buch versammelt kurze Texte von Forscher*innen, Bildungspraktiker*innen, Aktivist*innen, die jeweils als Antworten zu „naiven Fragen“ dargestellt werden – in Form eines „FAQ“. Was unterscheidet Antisemitismus und Rassismus? Gibt es Verbindungen zwischen Nationalsozialismus und Kolonialismus? Ist BDS antisemitisch? Sind Juden und Jüdinnen „weiß“? Wie werden diese Debatten in anderen Ländern geführt? Der Anspruch des Buches ist es, einen niedrigschwelligen Einstieg in ein komplexes, wenngleich sehr präsentes und konfliktreiches Themenfeld zu liefern. Die Schwerpunkte liegen auf Antisemitismus, antimuslimischem und anti-Schwarzem Rassismus.
Mit Beiträgen von: Rebecca Ajnwojner, Julia Yael Alfandari, Sina Arnold, Felix Axster, Manuela Bauche, Joseph Benamram, Karima Benbrahim, Jonas Berhe, Floris Biskamp, Micha Brumlik, Saba-Nur Cheema, Harpreet Cholia, Johanna Christner, Frank Engster, Leo Fischer, Adi Hagin, Albert Herszkowicz, Robert Hirsch, Malte Holler, Günther Jikeli, Ozan Zakariya Keskinkılıç, Ayesha Khan, Michael Kiefer, Jana König, Gert Krell, Memphis Krickeberg , Deborah Krieg, Mahret Ifeoma Kupka, Doris Liebscher, Urs Lindner, Aram Lintzel, Hanno Loewy, Meron Mendel, Astrid Messerschmidt, Gunnar Meyer, Ronya Othmann, Jonas Pardo, Hannah Peaceman, Massimo Perinelli, Hanno Plass, Bruno Quélennec, Gilda Sahebi, Michal Schwartze, Claudius Seidl, Gil Shohat, Yasemin Shooman, Frank-Oliver Sobich, Riem Spielhaus, Tom Uhlig, Peter Ullrich, Stefan Vogt, Burak Yılmaz, Milena Younes-Linhardt, Jürgen Zimmerer und Zacharias Zoubir.
Abstract: The chapter uses an autoethnographic method to analyse the displacement experiences of its authors, who come from different ethnic backgrounds, mother tongues, geographies and histories in Turkey. The fact that the paths of the authors, as living representations of Turkey’s ethnic, linguistic and cultural diversity, crossed in exile in Germany is also the history of the silencing of ethnic, religious and political minorities. The authors uncover the interconnectedness of those individual stories that are inherent in the larger historical narrative of the country. Thus, they offer us an analysis of the experiences of exile in Germany, through three intertwined autoethnographies of Jewish, Kurdish and anarchist academic exiles.
Abstract: Представленное в статье исследование посвящено репрезентации памяти о Холокосте в медиа Центрально-Восточной и Северной Европы во втором десятилетии XXI века (на примере Германии, Австрии, Польши, Литвы, Латвии, Эстонии, Швеции, Дании, Норвегии). В соответствии с гипотезой авторов, в каждом из этих государств существует особая память о Второй мировой войне, которая встраивается в национальные нарративы, но сочетается с глобальной памятью о Холокосте (механизм, ранее описанный Д. Леви и Н. Шнайдером). Сравнение образа Холокоста в различных публикациях СМИ позволило выяснить общие интерпретации и национальную специфику нарратива о трагедии, уточнить его значение для разных социальных групп. Целью исследования стало выявление особенностей сочетания глобальной и локальной памяти о Холокосте в Центрально-Восточной и Северной Европе в 2010-е гг. Источниками исследования являются отобранные по ключевым словам материалы СМИ 2011, 2018 и 2020 гг. Методологическую основу работы составляет концепция «мест памяти» П. Нора и развивающая ее концепция «общих мест памяти» в интерпретации Р. Трабы, через призму которой можно рассматривать память о Холокосте в различных национальных контекстах, а также дискурс-анализ (в соответствии с подходом Э. Лаклау и Ш. Муфф). В результате исследования было определено, что память о Холокосте играет большую роль для национальных нарративов. Она встраивается в цепочки эквивалентности с другими событиями локальной и всемирной истории, сопоставляется с геноцидами других народов. Через дискурс о Холокосте происходит формирование представлений о Второй мировой войне и праворадикальных движениях. При этом в публикациях проявляется и глобальная память о Холокосте, противодействие его релятивизации. Эта последняя тенденция связана прежде всего с деятельностью переживших Холокост граждан самих рассматриваемых в работе стран.
Abstract: Judenfeindschaft wird in der deutschen Gesellschaft offiziell geächtet. Jugendliche lassen sich ebenso ungern wie Erwachsene sagen, sie hätten Vorurteile, wären sich ihrer nur nicht bewusst. Deswegen kann es Gruppen wie ein unterschwelliger Vorwurf erscheinen, wenn TeamerInnen von außerhalb zu ihnen kommen, um mit ihnen einen Workshop gegen Antisemitismus durchzuführen. Es ist mitunter hilfreich, bei der Ankündigung des Workshops nicht von Antisemitismus zu sprechen, sondern ihn als Fortbildung zu den Ursachen des Rechtsextremismus anzukündigen. Der Schulunterricht über den Nationalsozialismus und die Lehren aus der Geschichte haben, wie die öffentlichen Debatten der vergangenen 15 Jahre, nicht nur dazu geführt, dass Menschen ihre Einstellungen selbstkritisch reflektierten, sondern auch dazu, dass sie lernen, was offiziell gewünscht ist. Das führt die pädagogische Arbeit gegen Antisemitismus in eine gefährliche Zwickmühle: einerseits judenfeindliche Vorstellungen zu überwinden, andererseits die latent vorhandenen Bilder und Denkweisen erst einmal hervorzulocken und erkennbar werden zu lassen.
Abstract: Im Oktober 2019 übte ein bekennender Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag – Jom Kippur – in Halle ein Attentat aus, bei dem er explizit betende Jüdinnen und Juden in der Synagoge ermorden wollte. Seit dem Terrorakt der Hamas am 7. Oktober 2023 im Süden Israels und dem darauffolgenden Krieg erleben wir weltweit eine neue und andere Welle des Antisemitismus. Während einige Menschen aus dem linken und dem muslimischen Spektrum Israel das Existenzrecht absprechen, stehen nun rechte und rechtsextreme Politiker:innen vermeintlich an der Seite Israels. Diese Gemengelage kanalisiert sich in antisemitischem Hass und Hetze, sowohl online als auch auf den Straßen. Sie richten sich zwar zunächst augenscheinlich gegen „die Juden“, sind aber vielmehr eine Bedrohung unserer gesamten Demokratie, die die Rechte von Minderheiten schützen und stärken und die das friedliche Zusammenleben aller gewährleisten soll. Die genannten Beispiele des Hasses, die in ihrer Brutalität aus dem in Deutschland nachweislich verbreiteten „Alltagsantisemitismus“ herausstechen, zeugen von der Transformations- und Anschlussfähigkeit des Phänomens Antisemitismus. Nach dem Attentat in Halle schrieb das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2020 die Förderlinie „Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus“ aus. In zehn bundesweit aufgestellten Forschungsverbünden wurden in den vergangenen vier Jahren sowohl grundlegende als auch praxisorientierte Untersuchungen zu unterschiedlichen Dimensionen, Akteur:innen und Adressat:innen bearbeitet. Mit dieser Ausgabe von Politikum werden Ergebnisse aus diesen, aber auch weiteren Forschungen vorgestellt. Dabei wird u. a. den Fragen nachgegangen, welche Vor- und Nachteile die derzeit heftig debattierten Antisemitismusdefinitionen bieten, wie israelbezogener Antisemitismus von legitimer Kritik an der Regierung Israels unterschieden werden kann, wie Deepfakes antisemitische Narrative bedienen und wie man sie dekonstruiert oder auch, ob Graphic Novels als Unterrichtsmaterial in der Antisemitismusprävention geeignet sind. Mit den Einordnungen, Bestandsaufnahmen und Empfehlungen laden wir ein, sich mit unterschiedlichen Aspekten des Phänomens zu befassen, und bieten Einblicke in aktuelle Forschungen und neueste Materialien.
Stefanie Schüler-Springorum
„Der ewige Antisemitismus“
Armin Pfahl-Traughber
Israelbezogener Antisemitismus oder legitime Kritik?
Kursierende Definitionen zur Differenzierung kritisch geprüft
Thomas Haury
Schwierige Gemengelagen
Zur Unterscheidung von israelbezogenem Antisemitismus und nicht-antisemitischen Antizionismen in Geschichte und Gegenwart
Sara Han
Die Verbindung zwischen christlichem Antisemitismus und der Neuen Rechten in Deutschland
Sina Arnold
„Importierter“ Antisemitismus?
Zur Funktionalität eines zweifelhaften Konzepts
Sarah Jadwiga Jahn
„From the river to the sea, Palastine will be free“
Herausforderungen und Perspektiven für den Rechtsstaat
Marcus Scheiber
Antisemitische Deepfakes
Dekonstruktion über Bildwissen
Ursula Hennigfeld
Antisemitismusprävention im Schulunterricht
Kriterien zum Einsatz von Graphic Novels
Projekt RESPOND!
Antisemitismus in den sozialen Medien junger Menschen
Ein Training zur Stärkung der Medien- und Handlungskompetenz
Matthias Springborn
Geldverleiher im Mittelalter?
Herausforderungen bei der Darstellung von Jüdinnen und Juden, vom Judentum und von Israel in Schulbüchern
Philipp Graf und Alexander Weidle
Das Objekt zum Subjekt machen
Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln
Abstract: Marking the 75th anniversary of The Authoritarian Personalityin 2025, this article revisits its insights into the persistence of authoritarianism in contemporary society, drawing centrally on the work of Theodor Adorno and Else Frenkel-Brunswik. Based on the results of their studies, it can be demonstrated how antisemitism, sexism, anti-feminism, and queerphobia are interconnected rather than separate phenomena—a concept expanded here as the "intersectionality of ideologies." Examining rigid gender norms in authoritarian systems, the article explores their role in reinforcing antisemitic narratives, with examples from Hamas and the Islamic Republic of Iran. Additionally, it analyzes the culture industry as a site of ideological entanglement, using the 2022 documenta 15 exhibition as a case study. By reassessing authoritarianism's links to antisemitism and gender oppression, the article highlights its enduring relevance.
Abstract: State-approved and -funded Jewish cultural heritage has largely focused on concrete tangible spaces or structures, such as synagogues and mikvaot (ritual baths), and material objects. They often represent and evoke an idealised, unchanging Jewishness of the past that is presumed to be acceptable to non-Jewish audiences, yet one that bears little resemblance to lived Judaism, whether past or present. Using hip-hop by Jewish subjects in Germany as a case study, with a special focus on rapper Dimitri Chpakov, this article investigates the mobilisation of popular culture in the twenty-first century by diverse Jewish subjects under the radar of state-sanctioned conceptualisations and representations. Past studies have examined Jewish hip-hop in Germany within the authorised heritage discourse around Holocaust commemoration and anti-Semitism. This article argues that Jewish hip-hop initiatives need to be explored as alternative statements of Jewish heritage, Jewish communal identity, and Jewish diversity, geared towards young living Jewish community members. Such functions tend to be ignored or misunderstood in top-down discourses perpetuated in the public sphere. This article examines the extent to which present-day German Jewish hip-hop prompts a counter-heritagisation process: by creating compelling, deeply personal, and imitable musical forms, it reimagines and reforms conventional definitions of heritage in the service of young Jews living in Germany.