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Date: 2025
Date: 2025
Abstract: Der Beitrag geht der Frage nach, welches Empathieverständnis sich für eine wirksame Antisemitismusprävention in öffentlichen Institutionen eignet, wenn die Rolle von Emotionen und affektiven Deutungsmustern im Antisemitismus ernst genommen und Empathie als wichtige Ressource professionellen Handelns verstanden wird. Dabei wird die professionelle Haltung von Staatsbediensteten in ihrem rollenspezifischen institutionellen Kontext in den Blick genommen, deren Verständnis im Beitrag auf der Grundlage eines reflexiven Professions- und Haltungsverständnisses entfaltet wird. Auf Basis aktueller empirischer Befunde zu antisemitischen Erfahrungen in Institutionen und zum Phänomen eines zunehmend tolerierten Antisemitismus wird gezeigt, dass kognitives Faktenwissen zwar eine notwendige Grundlage bildet, allein jedoch nicht ausreicht, um Betroffene zu schützen und verantwortliches Handeln im öffentlichen Dienst zu fördern.

Im Zentrum steht ein an Carl Rogers orientiertes Empathieverständnis, das Empathie als Teil einer Haltung konzipiert, die Selbstwahrnehmung, emotional anschlussfähiges Verstehen und kognitive Differenziertheit verbindet, ohne in eine Identifikation mit der anderen Person zu münden. Darauf aufbauend werden die personellen und prozessualen Bedingungen und Wirkfaktoren eines solchen Empathieverständnisses herausgearbeitet. Auf dieser Grundlage wird ein Modell empathisch-selbstreflexiver Professionalität weiterentwickelt und dargelegt, das die Verschränkung von Wissensbeständen, berufsethischen Anforderungen und emotionsreflexiven Lernprozessen beschreibt. Praxisorientierte Zugänge wie Focusing dienen dabei als Beispiel für Herangehensweisen, die emotionale Resonanzen bewusst machen und in Reflexionsprozesse über antisemitismuskritische Fragestellungen integrieren.

Es wird argumentiert, dass eine empathisch-selbstreflexive Professionalität Staatsbedienstete darin unterstützt, Ambivalenzen auszuhalten, für jüdisches Leben und Betroffenenperspektiven zu sensibilisieren und zugleich handlungs- und urteilsfähig zu bleiben. Damit wird ein konzeptioneller Rahmen für antisemitismuskritische Bildungsarbeit im öffentlichen Dienst skizziert, der fachliches Wissen mit einer auf kommunikativer Rationalität beruhenden Haltung verbindet.
Author(s): Habig, Jana
Date: 2025
Date: 2025
Date: 2025
Abstract: Pole/Jew brings together a group of scholars—about half of them Jewish, about half of them ethnic Poles—from the United States, Poland, the United Kingdom, and Canada and enlists their diverse methodological and generational perspectives to push debates over Polish-Jewish relations beyond entrenched and reductive positions. At the core of the volume are the following questions:

–What impact has the Holocaust had on Polish history and Polish literature?
–How has the Holocaust affected Polish-Jewish—and Polish—identity?
–What future is there for relations between Poland’s small Jewish minority and the country’s overwhelming ethnic Polish majority? Between Poland and Israel? Between Jews of the diaspora and ethnic Poles abroad?
–Which research areas have yet to be addressed or revisited and reexamined?
–Are there ways to move beyond the reductive notion of 1989 (i.e., the fall of the communist regime in Poland) as wall and fulcrum?

By addressing these compelling questions, this volume offers fresh perspectives and encourages a nuanced understanding of Polish-Jewish relations.

Contributors:

M. B. B. Biskupski
Robert Blobaum
John J. Bukowczyk
Patrice M. Dabrowski
Halina Filipowicz
Agnieszka Jeżyk
Bożena Karwowska
Kamil Kijek
Kate Korycki
Elżbieta Kossewska
Grażyna J. Kozaczka
Stanisław Krajewski
Adam Lipszyc
Wiktor Marzec
Alina Molisak
Stanisław Obirek
Benjamin Paloff
Antony Polonsky
Brian Porter-Szűcs
Piotr Puchalski
Roma Sendyka
Dariusz Stola
Katarzyna Zechenter
Joshua D. Zimmerman
Geneviève Zubrzycki
Sławomir Jacek Żurek

Date: 2025
Abstract: Die Problematik des politisch-islamischen Antisemitismus (PIA) hat in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erfahren. In diesem Kapitel gehen wir der oftmals wenig berücksichtigten Frage nach, wie Jüdinnen:Juden die aktuelle Bedrohungslage erleben und ausdeuten. Dies untersuchen wir aus Perspektive einer phänomenologisch orientierten Wissenssoziologie mittels eines Mixed-Methods-Ansatzes. Unsere Studie umfasst die Analyse von 21 problemzentrierten Interviews mit Jüdinnen:Juden sowie die Auswertung eines Online-Surveys mit 295 jüdischen Befragten. Die Interviewanalyse ergab, dass das Erleben von PIA strukturidentisch zu anderen Antisemitismusformen verläuft. Die alltägliche Konfrontation führt zum Erleben dreier Begrenzungen: Im Vorfeld der möglichen Konfrontation ist es problematisch, dass diese nicht immer vollumfänglich antizipiert werden kann. Kommt es zur Konfrontation, sind selbstgewählte Alltagsrelevanzen eingegrenzt. Im weiteren Konfrontationsverlauf kann sich zudem die eigene Handlungsfähigkeit als begrenzt erweisen. Die Auswertung der quantitativen Daten kann hieran anknüpfend zeigen, dass viele Befragte von Begegnungen mit PIA berichten, den sie vor allem durch Aussagen, Sprache und Kontext der Täter:innen identifizieren. 29 % der Befragten gaben an, in den letzten zehn Jahren PIA in Form von Beleidigung, Vandalismus oder physischer Gewalt erlebt zu haben. Bezüglich der Bedrohungs- und Problemwahrnehmung unterscheiden sie deutlich zwischen „Muslimen“ und „radikalen Muslimen“ und sehen PIA als großes gesellschaftliches Problem an, das ihre Sicherheit und alltägliche Lebenswelt beeinflusst.
Author(s): Kotek, Joël
Date: 2025
Date: 2025
Author(s): Messinas, Elias
Date: 2025
Abstract: In the wake of the Holocaust and the post-war reconstruction of Greece’s historic city centers, many Greek synagogues were demolished, abandoned, or appropriated, erasing centuries of Jewish architectural and communal presence. This study presents a thirty year-long research and documentation initiative aimed at preserving, recovering, and eventually digitally reconstructing these “lost” synagogues, both as individual buildings and within their urban context. Drawing on architectural surveys, archival research, oral histories, and previously unpublished materials, including the recently rediscovered Shemtov Samuel archive, the project grew through the use of technology. Beginning with in situ surveys in the early 1990s, it evolved into full-scale digitally enhanced architectural drawings that formed the basis for further digital exploration, 3D models, and virtual reality outputs. With the addition of these new tools to existing documentation, the project can restore architectural detail and cultural context with a high degree of fidelity, even in cases where only fragmentary evidence survives. These digital reconstructions have informed physical restoration efforts as well as public exhibitions, heritage education, and urban memory initiatives across Greece. By reintroducing “invisible” Jewish landmarks into contemporary consciousness, the study addresses the broader implications of post-war urban homogenization, the marginalization of minority heritage, and the ethical dimensions of digital preservation. This interdisciplinary approach, which bridges architectural history, digital humanities, urban studies, and cultural heritage, demonstrates the value of digital tools in reconstructing “lost” pasts and highlights the potential for similar projects in other regions facing comparable erasures.
Date: 2025
Date: 2025
Abstract: Seit dem Massaker des 7. Oktober 2023 tritt die Alternative für Deutschland (AfD) verstärkt als pro-israelische Partei auf. In Statements und Grundsatztexten propagiert sie sich als einzige deutsche Partei, die sich für israelische Interessen und den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland einsetzt.

Diese Selbstdarstellung findet international durchaus Aufmerksamkeit. Nach Einschätzungen unterschiedlicher Medien wird die AfD zunehmend als eine jener europäischen Rechtsparteien wahrgenommen, die sich verstärkt pro-israelisch positionieren. In Deutschland widersprechen jüdische Organisationen und israelische Stimmen vehement dieser Selbstdarstellung und verweisen auf antisemitische Tendenzen in der AfD.

Tatsächlich ist die „Israel-Solidarität“ der AfD vor allem instrumenteller Natur. Sie dient insbesondere der Legitimierung von Muslimfeindlichkeit, dem Angriff auf politische Gegner und der Ablenkung von rechtsextremen, revisionistischen und religionsfeindlichen Positionen.

Vor allem die politische Bildung ist aufgerufen, das Bewusstsein für die Unvereinbarkeit von pro-israelischer AfD-Rhetorik nach außen und diskriminierender AfD-Politik nach innen zum Gegenstand zu machen. Durch Aufklärung und kritische Auseinandersetzung kann sie den rein instrumentellen Charakter dieser Positionierungen auch international sichtbar machen. Wichtige Verbündete bei diesen Bemühungen sind etablierte jüdische und israelnahe Akteure und Organisationen in Deutschland, die sowohl die Doppelbödigkeit der AfD-Rhetorik durchschauen als auch israelische Wahrnehmungen und Positionen einordnen können.
Author(s): Bolton, Matthew
Date: 2025
Author(s): Trupia, Francesco
Date: 2025
Author(s): Messinas, Elias V.
Date: 2025
Abstract: After the Holocaust, in which 87 per cent of Greek Jewry was annihilated, communities confronted the challenge
of survival with limited resources. In many cases, synagogues and communal properties were sold and demolished
to support the surviving Jewish populations or to establish new institutions, such as the Jewish Museum of Greece.
This process illustrates a critical social dilemma: whether the continuity of community should be ensured through
the maintenance of living institutions or through the preservation of monuments as bearers of collective memory.
But what occurs when members of the community object to leadership decisions or challenge institutional
authority? This article examines the interplay between antisemitism and internal mechanisms of exclusion within
the Jewish communities in Greece, and how these dynamics shape both communal identity and the urban
landscape. Drawing on archival research and documentation of synagogues initiated by the author in 1993, it
highlights the tension between assimilation and self-preservation expressed both socially and spatially. Traditional
Jewish neighbourhoods, with their defensive layouts and gates, embodied a morphology of protection that
reinforced boundaries while becoming landmarks within historic city centres in cities such as Veroia, Komotini,
Kos, and Serres. The discussion situates the destruction and preservation of synagogues within broader patterns of
urban renewal, reconstruction, and transformation, where redevelopment often erases valuable cultural heritage,
and considers how such processes engage the voices that object to this erasure. Framed through the thought of
Ricœur, Arendt, and Levinas, the argument also emphasizes the moral responsibility of the researcher, alongside
that of community members, to act as a guardian of memory, recognising that the loss of monuments constitutes
both an urban and existential rupture, with implications for present and future generations.
Date: 2025