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Date: 2025
Abstract: Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e. V. (Bundesverband RIAS) ist der Dachverband zivilgesellschaftlicher Meldestellen für antisemitische Vorfälle in Deutschland. Er verfolgt das Ziel, bundesweit eine einheitliche zivilgesellschaftliche Dokumentation antisemitischer Vorfälle ober- und unterhalb der Strafbarkeitsgrenze zu gewährleisten, die in jährlichen Berichten systematisch ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Neben den Meldungen von Betroffenen und Zeug*innen, dem Versammlungs- und Pressemonitoring sind auch polizeilich erfasste Straftaten Teil der Datengrundlagen, wenn diese zugänglich gemacht werden. In den vergangenen Jahren gab es allerdings keinen flächendeckenden systematischen Abgleich mit den polizeilichen Statistiken zu antisemitischen Straftaten. Der Kriminalpolizeiliche Meldedienst Politisch Motivierte Kriminalität (KPMD-PMK), in den neben den klassischen Staatsschutzdelikten auch Hasskriminalität beziehungsweise antisemitische Straftaten eingehen, ist seit Beginn Gegenstand der Arbeit des Bundesverbandes RIAS, etwa in den vom Bundesverband RIAS durchgeführten Problembeschreibungen zu Antisemitismus in mehreren Bundesländern (vgl. RIAS-BK 2018; Bundesverband RIAS, 2019, 2020, 2021a, 2021b, 2022; SABRA 2020). Das durch das BMI geförderte Projekt Austausch von Polizei und Zivilgesellschaft zu Antisemitismus (APZAS) wurde ins Leben gerufen, um einerseits den Austausch zwischen regionalen Antisemitismus-Meldestellen und den Polizeistellen zu initiieren und zu begleiten sowie andererseits die Erfassungspraxis in den föderal arbeitenden Landeskriminalämtern aus zivilgesellschaftlicher Perspektive zu untersuchen und dabei insbesondere den zugrunde liegenden antisemitismusbegriff nachzuvollziehen. Dafür wurden 2023 zwölf leitfadengestützte Interviews mit Expert*innen (vgl. Helfferich, 2019) aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Justiz, der polizeilichen Hochschullehre sowie Vertreter*innen unterschiedlicher Landeskriminalämter geführt. Die Interviews wurden im Anschluss inhaltsanalytisch ausgewertet (vgl. Kuckartz, 2012; Schreier, 2012). Ausgewählte Ergebnisse werden in diesem Beitrag diskutiert. Bevor wir uns der Kritik der Extremismus-Konzeption widmen, werden zunächst das Antisemitismusverständnis des KPMD-PMK sowie Perspektiven von Betroffenen untersucht.
Date: 2025
Abstract: Die deutsche Gesellschaft steht angesichts globaler und regionaler Entwicklungen der letzten Jahrzehnte vor vielfältigen gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Verschärfte Konflikte, Rassismus, Diskriminierung sowie die Verbreitung von Falschinformationen und Verschwörungsmythen prägen das gesellschaftliche Klima. Rassistische,
antisemitische, rechtsextreme und autoritäre Einstellungen sind tief in Teilen der Gesellschaft verwurzelt und manifestieren sich zunehmend sichtbarer und gewaltbereiter (Decker et al., 2022; Zick et al., 2023; Institut
für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e. V., 2023a; 2023b). Die Erkenntnisse dieser Studien verdeutlichen die Dringlichkeit, die Verbreitung extremistischer Einstellungen, insbesondere unter jungen
Menschen, genauer zu erforschen. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer bundesweiten OnlineBefragung zu antisemitischen Einstellungen junger Menschen in Deutschland zwischen 16 und 27 Jahren vorgestellt. Die Befragung wurde in drei Phasen durchgeführt: In der ersten Phase wurden antisemitische (n = 1 593, Erhebungszeitraum: November 2022), in der zweiten Phase antimuslimische (n = 1 625, Erhebungszeitraum: September 2023) und in der
dritten Phase rechtsextreme Einstellungen (n = 1 313, Erhebungszeitraum: Dezember 2023) junger Menschen erforscht. Bei der Ziehung der Stichprobe wurde auf das Online-Access-Panel GapFish zurückgegriffen. Die
ausgewählten Ergebnisse in diesem Beitrag beziehen sich auf die erste und dritte Phase (antisemitische und rechtsextreme Einstellungen junger Menschen in Deutschland)
Date: 2025
Abstract: Dieses Teilmodul des MOTRA-Monitorings analysiert auf der Grundlage von polizeilichen Kriminalstatistiken aktuelle Entwicklungen des gesellschaftlichen Radikalisierungsgeschehens in Form von politisch motivierter Kriminalität (PMK). Im Zentrum der Analysen steht neben der Kriminalitätsentwicklung die räumliche Verteilung von PMK in Deutschland. Das Teilmodul verfolgt somit das Ziel, durch die Untersuchung von soziostrukturellen Prädiktoren für das regionale Aufkommen von PMK zu einem besseren Verständnis des strafrechtlich relevanten Radikalisierungsgeschehens beizutragen. Der diesjährige Beitrag fokussiert sich auf die Entwicklung und Verteilung von antisemitisch motivierter Kriminalität im Hellfeld. Hierzu präsentieren wir anhand offizieller Polizeistatistiken einen Einblick in die ansteigenden Fallzahlen in den vergangenen Jahren, die in einen sprunghaften Anstieg der antisemitisch motivierten Kriminalität im Jahr 2023 mündete. Im Zentrum der Analysen untersuchen wir regionale Prädiktoren für antisemitisch motivierte Kriminalitätsraten in den 400 deutschen Kreisen und kreisfreien Städte für die Zeit von 2020 bis 2023. Diese Raumanalysen zeigen, dass sich antisemitisch motivierte Straftaten nicht zufällig zwischen den Regionen in Deutschland verteilen, sondern insbesondere höhere Kriminalitätsraten für die in Ostdeutschland gelegenen Kreise zu erkennen sind. Zudem verdeutlicht die Untersuchung kriminalsoziologisch relevanter Raumeigenschaften einen positiven Zusammenhang zwischen den Raten der allgemeinen und der antisemitisch motivierten Kriminalität. Weniger eindeutig sind dagegen die prädiktiven Eigenschaften der Urbanität und Deprivation von Kreisen. Während bei der Deprivation insbesondere die Werte von benachbarten Kreisen in einem negativen Zusammenhang mit antisemitischen Straftaten in dem eigenen Kreis zu stehen scheinen, finden sich bezüglich der Urbanität Hinweise auf eine unterschiedliche Assoziation zwischen ost- und westdeutschen Kreisen. Demnach steigt die Belastung antisemitisch motivierter Kriminalität in westdeutschen Kreisen mit deren zunehmender Urbanität tendenziell an, während in ostdeutschen Kreisen höhere Kriminalitätsraten mit eher ländlichen Regionen einhergehen. Insgesamt demonstriert der diesjährige Monitor-Beitrag die zunehmende gesellschaftliche Relevanz der antisemitisch motivierten Kriminalität und präsentiert neue Erkenntnisse zu der
regionalen Verteilung des polizeilich registrierten Kriminalitätsaufkommens in Deutschland.
Date: 2025
Date: 2025
Abstract: In Deutschland werden die Debatten über Antisemitismus unter Muslim*innen zunehmend unter verzerrten Voraussetzungen geführt. So stellt z. B. die Alternative für Deutschland stellt Antisemitismus als ein „importiertes“ Feindbild aus dem Nahen Osten dar, das tief in der islamischen Religion verwurzelt sei. Diese Sichtweise suggeriert eine einfache Erklärung für die Quellen des Antisemitismus unter Muslim*innen, die jedoch in der wissenschaftlichen Forschung stark umstritten ist. So wird kontrovers diskutiert, ob die Sozialisation im Nahen Osten tatsächlich eine entscheidende Rolle bei der Entstehung antisemitischer Einstellungen spielt. Ebenso wird infrage gestellt, ob der Antisemitismus tatsächlich in der islamischen Tradition begründet ist. Viele Studien heben stattdessen hervor, dass nicht die islamische Religion an sich, sondern der islamische Fundamentalismus die entscheidende Triebkraft des Antisemitismus ist. Dieser Beitrag nähert sich der Thematik anhand mehrerer Bevölkerungsumfragen und vor allem einer Befragung unter deutschen Muslim*innen. Die Analysen zeigen, dass antisemitische Einstellungen unter Muslim*innen – besonders in ihrer tradierten gegen Israel gerichteten Artikulationsform– häufiger vertreten sind als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Dennoch können viele der gängigen Annahmen über die Ursachen des Antisemitismus die Unterschiede innerhalb der muslimischen Gemeinschaft nicht ausreichend erklären. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Neigung zu antisemitischen Einstellungen nicht signifikant zwischen Muslim*innen unterschiedlicher Herkunft variiert. Auch die individuelle Religiosität der Muslim*innen ist kein wesentlicher Prädiktor für antisemitische Haltungen. Vielmehr zeigt sich, dass eine fundamentalistische Interpretation der Religion ein zentraler Einflussfaktor ist. Eine Moderationsanalyse deutet darauf hin, dass Antisemitismus ein herkunftsübergreifendes Feindbild unter fundamentalistischen Muslim*innen darstellt. Dieser Einfluss des religiösen Fundamentalismus erweist sich dabei auch im Vergleich zu anderen Erklärungsansätzen als robust.
Date: 2025
Abstract: Objective: The terrorist attacks of 7 October 2023 in southern Israel had a significant impact on the mental health of Holocaust Survivors (HS), who are considered to be particularly vulnerable to traumatic events. The aim of the study was to assess the severity of perceived stress and the psychological impact of the 7 October attacks on HS.

Methods: The study was conducted from 30 October to 15 December 2023 among HS who were contacted through HS support organisations (OSE, Aloumim). They completed a questionnaire consisting of four sections: socio-demographic data and experiences during the Holocaust, assessment of psychological stress using the Perceived Stress Scale (PSS-10), feelings of isolation, health consequences, and reactions to the 7 October attacks.

Results: 171 HS completed the questionnaire with 61 males (35.7%) with a mean age of 86.6+/−4.4 years (min 79–max 97). 59.6%, lived outside Israel, mainly in France. The mean score on the PSS-10 was 17.7 +/−6.0 on a scale of 5 to 40. The average PSS 10 score is not significantly higher in cases of age ≤90 years (18.0 ± 6.0 vs 15.7 ± 6.4, NS), or for those living in Israel (17.2 ± 5.3 vs 18.1 ± 6.6, NS). About a quarter reported feelings of isolation or loneliness following the attacks. The impact of the 7 October attacks was particularly significant among those living outside Israel. Approximately two-thirds felt that the events had rekindled memories of their Holocaust experiences, and nearly one-third observed a decline in their health since the attacks. Among survivors living outside Israel, 86.6% expressed concern about the future safety and identity of their children and grandchildren as Jews.

Conclusion: Identifying Holocaust survivors (HS) who are experiencing psychological distress is crucial to providing them with appropriate therapy.

HIGHLIGHTS
75.3% of Holocaust Suvivors experienced moderate to severe distress in the two months following the 7 October terrorist attacks, as measured by the PSS-10 questionnaire

Non-Israeli HS tend to think more frequently about the Holocaust period (87% vs 62.7%, p ≤ .05) and more often make a spontaneous link between the images broadcasted of the October 7 massacre and what happened during the Holocaust (83.7% vs 66.7%, p ≤ .05).

Compared to non-Israeli HS, those living in France and Canada are more anxious about the future of their children and grandchildren as Jews (86.6% vs 58.8%, p ≤ .05).
Date: 2025
Abstract: October 7, 2023 is regarded as the deadliest massacre of Jews since the Shoah and marks a historical turning point. Since then, the repercussions of this terrorist attack and the subsequent Hamas-Israel war have been intensely debated. Antisemitic and violence-glorifying incidents in certain Muslim-migrant milieus have triggered emotionally charged debates on so-called “Muslim antisemitism.” However, little is known so far about the broader impact of October 7 and the war on the Muslim population in Germany. This study is based on a secondary analysis of the dataset Muslim Faith in Germany, collected between July 2023 and April 2024, and allows for a quasi-experimental before-and-after comparison in line with the Unexpected Event During Survey Design (N = 712 before, N = 1119 after October 7). The findings indicate that antisemitism among Muslims in Germany has changed significantly but only marginally since October 7, 2023, with consistently high approval rates between 30% and 35% for pronounced traditional antisemitism and between 23% and 19% for pronounced Israel-related antisemitism. Striking is the notable increase in radicalization potential: antisemitism—particularly in its Israel-related form—is significantly more strongly associated after October 7 with willingness to participate in unauthorized demonstrations, readiness for self-sacrifice, sympathies for Islamist actors, and acceptance of violence and terrorism as a means to enforce Muslim interests. Regression analyses show that especially lacking political integration, high fundamentalism, and threat perception are significantly associated with antisemitism after October 7. Implications for research and practice are discussed, regarding the strengthening of political trust, the dismantling of fundamentalism, and the reduction of collective threat perceptions.
Date: 2025
Abstract: Das Internet, als zentraler Ort für gesellschaftliche Diskussionen, zählt heute zu den Haupttradierungsorten von Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. In Foren, Blogs oder Chat-Gruppen können Inhalte leicht geteilt und weitgehend ungehindert in Sekundenschnelle verbreitet werden. Dies macht gerade soziale Netzwerke wie Instagram, X, Facebook oder Telegram besonders attraktiv, um einfach und schnell Inhalte zu teilen, denen antisemitische Narrative und Stereotype zugrunde liegen. Durch das Internet gelangen Desinformationen, Hass und Hetze tief ins kollektive Bewusstsein. Die Folge ist, dass vor allem auch der Hass auf Jüdinnen und Juden rasant ansteigt. Der vorliegende „Jahresreport zum OnlineMonitoring 2025“ ist Teil des Projekts „Aktuelle Dynamiken des Antisemitismus im Internet: Formen, Ursachen und Gegenstrategien“ des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA). Gerade in Zeiten von Krisen, gesellschaftlicher Transformation und Weiterentwicklung bietet das Internet einen idealen Nährboden für die Verbreitung demokratiefeindlicher Inhalte. Um
diese zu beleuchten und besser zu verstehen, wie Antisemitismus im digitalen Raum funktioniert, hat das JFDA ein systematisches Online-Monitoring aufgebaut. Dieses erkennt und analysiert antisemitische Inhalte und gibt fundierte Einblicke in deren Entwicklung. Das Internet, als zentraler Ort für gesellschaftliche Diskussionen, zählt heute zu
den Haupttradierungsorten von Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. In Foren, Blogs oder
Chat-Gruppen können Inhalte leicht geteilt und weitgehend ungehindert in Sekundenschnelle verbreitet werden. Dies macht gerade soziale Netzwerke wie Instagram, X, Facebook oder Telegram besonders attraktiv, um einfach und schnell Inhalte zu teilen, denen antisemitische Narrative und Stereotype zugrunde liegen. Durch das Internet gelangen Desinformationen, Hass und Hetze tief ins kollektive Bewusstsein. Die Folge ist, dass vor allem auch der Hass auf Jüdinnen und Juden rasant ansteigt. Der vorliegende „Jahresreport zum OnlineMonitoring 2025“ ist Teil des Projekts „Aktuelle Dynamiken des Antisemitismus im Internet: Formen, Ursachen und Gegenstrategien“ des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA). Gerade in Zeiten von Krisen, gesellschaftlicher Transformation und Weiterentwicklung bietet das Internet einen idealen Nährboden für die Verbreitung demokratiefeindlicher Inhalte. Um diese zu beleuchten und besser zu verstehen, wie Antisemitismus im digitalen Raum funktioniert, hat das JFDA ein systematisches Online-Monitoring aufgebaut. Dieses erkennt und analysiert antisemitische Inhalte und gibt fundierte Einblicke in deren Entwicklung.
Date: 2025
Author(s): Drouot, Benoît
Date: 2025
Date: 2025
Abstract: Статья исследует основные направления эмиграции горских евреев во второй половине XX – начале XXI века. Горские евреи, кавказские евреи или джууры, а если быть точнее, то их предки появились на Кавказе, предположительно в VI в. н.э. Местами их компактного расселения в данном регионе стали территории современной Азербайджанской Республики и юг Республики Дагестан. Горские евреи всегда в гармонии и мире проживали с другими народами на Кавказе. Ситуация поменялась в 1970-х. гг. когда они начали репатриироваться в Израиль. Однако, более массовый характер переселенческое движение приобрело в 1990-х гг. в период дезинтеграции СССР. Автор анализирует причины массового исхода представителей этой общины, включая политические, экономические и социальные факторы. Особое внимание уделяется миграционным маршрутам, таким как переезд в Израиль, США и Европу, а также особенностям адаптации горских евреев в новых условиях. В работе рассматриваются изменения в культурной идентичности и сохранении традиций в условиях диаспоры. Среди использованных в данном исследовании методов можно назвать исторический метод (историко-генетический), историко-сравнительный метод, историко-типологический метод, историко-структурный метод, документальный анализ. Исследование сочетает исторические и социологические аспекты эмиграции горских евреев, что позволяет более полно понять причинно-следственные связи. В статье представлены статистические данные, которые ранее не были учтены в исследованиях по данной тематике. Анализируются новые миграционные маршруты и связи с диаспорами, что актуализирует проблему идентичности и культурной адаптации. Исследуется влияние политических и экономических изменений в странах исхода и приема на динамику эмиграции. В ыводы: 1. Эмиграция горских евреев во второй половине XX века была преимущественно вызвана политическими и экономическими трудностями, а в начале XXI века – поиском лучших условий жизни и интеграции в новые общества. 2. Основные направления эмиграции: Израиль, США, Канада, Германия и Австрия, где горские евреи нашли возможность поддерживать свою культуру и идентичность. 3. Процесс эмиграции оказал значительное влияние на демографическую структуру, что привело, фактически, к исчезновению общин горских евреев в традиционных местах проживания.
Date: 2025
Abstract: В статье комплексно исследуются проблемы социально-экономического развития общины горских евреев в Кабардино-Балкарии в 20–80-е гг. ХХ в. и причины их эми- грации в конце 90-х гг. ХХ в. Обобщен опыт работы исполкома советов Горско-Еврейской колонии в организации кооперирования кустарей-кожевников в производственные артели, сельскохозяйственные товарищества. Выявлена численность раскулаченных и репрессирован- ных горских евреев. Изучена проводимая в общине работа по ликвидации неграмотности, а также усилия, направленные на развитие образования, культуры и формирование националь- ной интеллигенции. Исследуется участие горских евреев в Великой Отечественной войне. Рас- сматриваются вопросы социально-экономического развития общины горских евреев в КБР в послевоенный период, в годы перестройки и постсоветский период. Проведенное исследова- ние позволяет сделать вывод, что происшедшие демократические преобразования в постсо- ветском пространстве 80–90-х гг. ХХ века создали благоприятные условия для свободного вы- бора страны для проживания. Представители горских евреев стали в массовом порядке уез- жать из КБР. Выявлены причины эмиграции, главные из них – политика Израиля, направлен- ная на объединение еврейской нации, и желание горских евреев жить на своей исторической родине
Date: 2025
Date: 2025
Abstract: В статье рассказывается об организации и проведении экспе-диций Центра «Сэфер» в Гродненскую и Витебскую области Республики Бе-ларусь в 2012–2016 гг. Эти экспедиции стали частью масштабного проекта по изучению духовной и материальной культуры восточноевропейского еврейства в советский и постсоветский периоды. Работа этнографических групп проводилась на основе специально составленных вопросников, отра-жающих региональную специфику этнокультурного соседства и локальные особенности еврейской традиционной культуры. Особое внимание уделя-лось устной истории – записанные нарративы не только дали богатый ма-териал для изучения восприятия «большой истории» индивидуальным со-знанием, но также позволили раскрыть механизмы трансляции историче-ской памяти в условиях, когда само этническое соседство ушло в прошлое.
Date: 2025
Abstract: В статье изложены культурно-исторические предпосылки появления сборника статей «История евреев на Украине и в Белоруссии. Экспедиции. Памятники. Находки». Этот сборник вышел в свет в 1994 г. Он стал третьим научным сборником, посвященным иудаике в России, и первой книгой на русском языке, полностью сконцентрированной на полевых исследованиях культуры евреев на постсоветском пространстве, а именно в Украине и Белоруссии. В сборнике подведены итоги экспедиций, организованных Петербургским еврейским университетом в 1988–1993 гг. В статье также проанализирована структура сборника. Авторы сборника уделили наибольшее внимание выявлению, описанию и изучению памятников еврейской старины. Отдельный раздел был посвящен фольклору и устной истории. В статье показано, что основные публикации в сборнике «История евреев на Украине и в Белоруссии. Экспедиции. Памятники. Находки» заложили фундамент будущих направлений исследовательской работы. Обсуждается роль Петербурга как места зарождения исследований в области культуры и языка евреев Восточной Европы, а также историческая преемственность по отношению к знаменитым экспедициям С. А. Ан-ского, которые также были организованы в Петербурге в 1912–1914 гг
Date: 2025
Abstract: Le rapport 2024 sur l’antisémitisme en Suisse romande dresse un constat alarmant : une augmentation de 89,52 % des actes antisémites a été enregistrée, totalisant 1 789 incidents. Ces chiffres révèlent une réalité glaçante : l’antisémitisme n’est plus un phénomène marginal, il gangrène aujourd’hui nos écoles, nos rues et nos plateformes en ligne.

Des actes d’une très grande violence

Parmi les incidents recensés, 42 actes ciblés ont été signalés. Parmi les plus graves :

À Genève, une élève juive de 10 ans a été frappée au visage, tirée par les cheveux et rouée de coups de pieds aux jambes par trois camarades lui criant : “Il n’y a pas de place pour les Juifs dans le monde !” tout en filmant la scène.
À Lausanne, un homme portant une kippa a été agressé dans un supermarché. Poussé et frappé, l’agresseur lui a crié « Les terroristes, c’est vous !


Des menaces verbales ou écrites se sont multipliées :

Une famille juive de Lausanne a trouvé un message menaçant dans leur boîte aux lettres : « Nous ne voulons pas de vous ici, partez avant qu’il ne soit trop tard ».
Le bureau d’un avocat juif, a été forcé. Les cambrioleurs ont laissé des documents éparpillés et ont tagué le mur avec la phrase : « Le monde sera purifié des sionistes ».


Les écoles, nouveaux foyers de haine

Le système éducatif n’est pas épargné. Des saluts nazis se multiplient dans les cours de récréation, des élèves juifs sont victimes d’insultes et de violences, et des enseignants comparent les Juifs aux nazis en classe.

Lors de manifestations et d’occupations universitaires, des slogans appelant à l’éradication du seul Etat juif ont été scandés.

Cette banalisation de la haine met en péril les valeurs fondamentales de respect qui devraient prévaloir au sein des établissements scolaires.



Les réseaux sociaux, catalyseurs de la haine

72,1 % des incidents recensés se sont déroulés en ligne. Des plateformes telles qu’Instagram, X (anciennement Twitter) et Telegram servent de caisse de résonance pour des théories complotistes et des appels à la violence. L’anonymat et la viralité de ces médias sociaux permettent une diffusion massive de contenus antisémites, rendant la lutte contre cette haine plus urgente que jamais.

Appel à l’action : le silence n’est plus une option

Face à cette situation intolérable, la CICAD appelle à une mobilisation immédiate :

Application stricte de la loi : Les auteurs d’actes antisémites doivent être poursuivis et sanctionnés avec la plus grande fermeté.
Renforcement de l’éducation : L’intégration de programmes pédagogiques de – sensibilisation est indispensable pour prévenir la haine dès le plus jeune âge.
Lutte contre la haine en ligne : Une collaboration étroite avec les plateformes numériques est nécessaire pour endiguer la propagation des discours antisémites.
Condamnation unanime : Chaque acte antisémite doit être publiquement et systématiquement dénoncé.
La Suisse ne peut plus fermer les yeux. L’antisémitisme ne doit jamais devenir une norme tolérée. Il en va de la défense de nos valeurs et de notre humanité commune.
Author(s): Burchett, Claire
Date: 2025
Author(s): Baier, Jakob
Date: 2025
Date: 2025
Abstract: — 2025 dokumentierten die RIAS-Meldestellen insgesamt 8725 antisemitische Vorfälle. Damit bewegte sich das Vorfallgeschehen weiter auf dem hohen Niveau von 2024. Rechnerisch ereigneten sich 2025 knapp 24 antisemitische Vorfälle pro Tag.
— Einzelne Entwicklungen des Kriegsgeschehens im Nahen Osten – etwa die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2025 – hatten kaum Auswirkungen auf die Zahl der antisemitischen Vorfälle.
— Antisemitismus äußerte sich 2025 in 4 Vorfällen extremer Gewalt, 178 Angriffen und 257 Bedrohungen.
— 2025 dokumentierte RIAS insgesamt 1744 Versammlungen mit antisemitischen Vorkommnissen. Das sind rechnerisch knapp 34 pro Woche. 89% dieser Vorfälle konnten der Erscheinungsform des israelbezogenen Antisemitismus zugeordnet werden.
— 68% aller dokumentierten Vorfälle ordnete RIAS 2025 dem israelbezogenen Antisemitismus zu. Damit war dies – wie schon 2024 – mit Abstand die häufigste inhaltliche Erscheinungsform von Antisemitismus.
— Auch die Zahl der Vorfälle von antisemitischem Othering oder Post-Schoa-Antisemitismus ohne thematischen Bezug zu Israel war 2025 deutlich höher als in der Zeit vor dem 7. Oktober 2023.
— Bei den antisemitischen Vorfällen, die RIAS eindeutig einem politisch-weltanschaulichen Hintergrund zuordnen konnte, war antiisraelischer Aktivismus mit fast 23% aller Vorfälle die häufigste Kategorie. Dieser Anteil war etwas geringer als 2024 (26%), während sich der Anteil antisemitischer Vorfälle mit links-antiimperialistischem Hintergrund im Vergleich zum Vorjahr von 4% auf 6% erhöhte.
— 807 antisemitische Vorfälle hatten 2025 einen rechtsextremen Hintergrund, was mit eine Anteil von 9% aller einen neuen Höchststand markiert. 2024 gab es 562 Vorfälle in dieser Kategorie.
— Die Anzahl antisemitischer Vorfälle, die sich unmittelbar gegen Jüdinnen:Juden oder Israelis richteten, ist seit dem 7. Oktober 2023 anhaltend hoch. 2025 gab es 825 solche Vorfälle.
— Die Zahl antisemitischer Vorfälle im Internet war 2025 höher als im Vorjahr. Sie stieg von 1996 auf 2314 Vorfälle. Insgesamt registrierte RIAS im letzten Jahr 27% aller antisemitischen Vorfälle online – im Vergleich zu 23% im Jahr 2024. 43% aller Bedrohungen ereigneten sich Online.
— RIAS dokumentierte 2025 knapp 300 antisemitische Vorfälle, die mit Rassismus verschränkt waren. Dies war die häufigste Form einer Verschränkung mit anderen Ideologien der Ungleichheit im letzten Jahr.
Author(s): Karsenti, Bruno
Date: 2025
Abstract: Comment les minorités peuvent-elles s’intégrer aux nations européennes ? Comment renouer avec le projet émancipateur de l’Europe moderne, qui apparaît plus que jamais en crise ? Pour répondre à ces interrogations, Bruno Karsenti adopte le prisme de la question juive : question qui se pose à propos de cette minorité que sont les juifs, question qu’ils se posent à eux-mêmes au fil de leur intégration. Il retrace l’essor et le déclin des centres que les juifs ont constitués tout au long de leur histoire moderne, entre assimilation et émancipation, discrimination et persécution. Cette trajectoire heurtée part de l’expulsion des juifs d’Espagne en 1492, s’instaure comme question juive dans l’Allemagne du xixe siècle, manque de disparaître avec l’anéantissement du monde juif à l’Est et se transforme avec la persistance d’un centre juif en France.

Nourri par des travaux d’histoire et de sociologie, ce livre de philosophie politique éclaire le rapport complexe des juifs de la diaspora à leur identité, aux nations dont ils sont devenus les citoyens et, depuis 1948, à l’État d’Israël. En restituant ce cadre, Bruno Karsenti met au jour les paradoxes qui traversent tous les processus d’intégration, depuis la Shoah, les décolonisations et le 7-Octobre. Ce diagnostic s’accompagne d’un engagement : comprendre l’antisémitisme et le racisme, interroger le sionisme et le modèle républicain, c’est rouvrir le champ d’une critique politique fidèle à l’idéal d’émancipation – et donc à la promesse européenne.