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Date: 2026
Abstract: Antisemitism is an increasingly significant issue for schools and colleges, mirroring wider trends across society. The evidence gathered by this review points to high levels of antisemitic incidents occurring in classrooms, online and beyond. Key barriers to effective prevention and response include uncertainty about what constitutes antisemitism, lack of confidence in reporting systems, inconsistent recording practices, and limited staff training. While schools and colleges are committed to creating inclusive environments, the review finds that stronger and more consistent support is needed across the system.

Meaningful progress in tackling antisemitism in schools and colleges requires a coordinated whole-system response, and this is underpinned in the review by 27 recommendations.

Central is the call for:
• wider adoption by schools and colleges of the International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) working definition of antisemitism as a starting point for understanding and discussions;
• strengthening Keeping children safe in education by making clear that antisemitism may constitute harm and raise safeguarding concerns;
• a coherent, sequenced whole-school or college approach that embeds prevention of antisemitism through curriculum, learner experience, and leadership;
• amending the Teachers’ Standards to explicitly reference antisemitism, ensuring all teaching professionals understand their responsibilities to confront and act on this kind of hatred and prejudice.
• practical support to help leaders navigate increasingly complex and sensitive issues, including establishing a dedicated support service for schools, colleges and local authorities dealing with incidents relating to antisemitism, as well as providing continued support for the unique security challenges faced by Jewish schools.

Together, the review’s recommendations are intended to create a more confident,
consistent and effective system, ensuring that Jewish pupils, students and staff can
participate fully in education and feel safe, respected and able to thrive.
Date: 2026
Abstract: Seit dem 7. Oktober 2023 sind die Hochschulen zu einem zentralen Ort antisemitischer Mobilisierung geworden: Hochschulen sind geprägt von antisemitischen und judenfeindlichen Schmierereien, Veranstaltungen und physischen und psychischen Angriffen auf jüdische Student*innen. Noch dazu haben sich mittlerweile antisemitische Gruppen in Studierendenausschüssen erfolgreich etabliert. Damit gestalten sie Hochschulpolitik, die sich keineswegs positiv auf jüdische Studierende und antisemitismuskritische Strukturen auswirkt. Antisemitismusbeauftragte sind oft überfordert, während sich Betroffene immer weiter zurückziehen oder gar das Studium abbrechen.

Für das Zivilgesellschaftliche Lagebild Antisemitismus #15 – In feindlicher Umgebung: Zur Lage an deutschen Hochschulen nach dem 7. Oktober sprechen wir mit jüdischen Student*innen, zeigen anhand einer Chronik die Dichte und Schärfe antisemitischer Vorfälle auf und lassen antisemitismuskritische Hochschulinitiativen zu Wort kommen.

Unsere Kernbeobachtungen:

Seit dem 7. Oktober sind deutsche Hochschulen noch mehr ein unsicherer Ort für Jüdinnen*Juden geworden. Die Betroffenen berichten dabei von zahlreichen Vorfällen, die zu einem Dauerzustand aus Angst, Anspannung und Selbstzensur führen und einen Rückzug aus dem Studienalltag nahelegen.
Antisemitismus an Hochschulen zeigt sich offen und enthemmt. Es geht dabei nicht nur um israelkritische Sticker und Schmierereien, die sich im Ton vergreifen. Es geht um Einschüchterung und Schikane, um Drohungen und Gewalt.
Über die letzten drei Jahre wurde ein Klima geschaffen, in dem dieser grassierende Antisemitismus normalisiert wurde. Antiisraelische Akteur*innen nutzen den Campus als Ort der Mobilisierung und gestalten eine Hochschulpolitik, in der antisemitismuskritisches Engagement systematisch schikaniert und ausgegrenzt wird. Trotz medialem Aufsehen wird die Situation weiterhin von der Mehrheitsgesellschaft unterschätzt.
Betroffene begleitet das Gefühl, nicht ausreichend ernst genommen und geschützt zu werden. Ausbleibende Reaktionen und Entsolidarisierung, unklare oder fehlende Zuständigkeiten sowie symbolische Maßnahmen erzeugen Vertrauensverluste und verfestigen das Problem.
Hochschulen reagieren oft nicht adäquat auf antisemitische Eskalationen. Oft sind es die Betroffenen selbst, die auf antisemitische Vorfälle reagieren müssen, weil die Hochschulen überfordert oder unwillens sind. Jüdische Studierende ziehen sich aus universitären Räumen zurück, verbergen ihre Identität oder organisieren sich unter sich. Währenddessen bleiben institutionelle Konsequenzen gegenüber den Täter*innen häufig aus.
Author(s): Kandola, Binna
Date: 2026
Abstract: Pearn Kandola’s 2026 report, Yes, But…*: Antisemitism and The Limits of Workplace Inclusion, is a comprehensive study of Jewish employees’ experiences of antisemitism at work and the responses of DEI functions within organisations.

This research builds on Pearn Kandola’s 2024 study of Antisemitism and Islamophobia at Work, which found that workplace antisemitism had increased by almost 50% since 7th October 2023.

In May 2026, Pearn Kandola held Antisemitism at Work Week, a series of webinars that explored antisemitism in the workplace, its impact on Jewish employees, and how organisations can respond.

The response to the webinar series highlighted a need for further research, as several Jewish attendees described a notable lack of responsiveness from their Diversity, Equity and Inclusion (DEI) teams regarding antisemitism. This report therefore examines how DEI functions respond to antisemitism in the workplace.

More than 1,000 Jewish employees across the UK participated in the research through in-depth interviews or a survey. They shared their experiences of antisemitism in the workplace, the impact it has had on them, and the extent to which they feel supported by their organisations.

This research explores:

Jewish employees’ experiences of antisemitism in the workplace
Why antisemitism is often overlooked within workplace inclusion activity
How inadequate responses to antisemitism affect Jewish employees
How DEI teams can move beyond identity-based approaches to foster better inclusion
The report concludes with six practical recommendations from research author Professor Binna Kandola OBE to help organisations strengthen their DEI approach and better support Jewish employees.
Author(s): Page, Sarah-Jane
Date: 2026
Date: 2025
Date: 2026
Author(s): Bar-Yosef, Eitan
Date: 2026
Author(s): Porat, Iddo
Date: 2025
Date: 2024
Date: 2025
Date: 2026
Abstract: Der Angriff auf Israel durch die Terrororganisation Hamas am 7.10.2023 markiert für die jüdischen und israelischen Communities in Deutschland einen tiefen Einschnitt.  Jüdinnen_Juden stehen vor der Aufgabe, die traumatischen Folgen des tödlichen Angriffs und der damit einhergehenden antisemitischen Bedrohung zu bewältigen. Die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes geförderte Studie untersucht ab Februar 2024 das Erleben der Phase seit dem 07.10.2023 aus den Perspektiven von Jüdinnen_ Juden verschiedener Generationen und sozialer Hintergründe im urbanen und ländlichen Raum in Deutschland. Mit narrativen Interviews, Gruppendiskussionen und der Dokumentation von Selbstbeobachtungen werden die Wahrnehmungen, Einordnungen und Auswirkungen aus jüdischen Perspektiven erhoben. Dabei werden Veränderungen der Verarbeitungsprozesse im zeitlichen Verlauf und im Zusammenhang mit früheren und aktuellen Ereignissen rekonstruiert. Die Studie wurde am Forschungsbereich des Kompetenzzentrums antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS) und dem Arbeitsbereich Antisemitismusforschung am Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) der Universität Tübingen sowie in Kooperation mit OFEK e.V. durchgeführt.

Bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung handelt es sich um eine Form kollektiver Gewalt, die sich gegen Gruppen richtet. Der Begriff der kollektiven Gewalt beschreibt die Gewaltanwendung durch Personen, die sich als Mitglied einer Gruppe sehen und andere Gruppen aus ideologischen Motiven heraus angreifen, um damit politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Ziele durchzusetzen (vgl. Wilkinson/Marmot 2003). Auf diese Weise trifft die kollektiv gerichtete Gewalt ganze Gemeinschaften und entfaltet ein traumatisches Potenzial (vgl. Auerbach 2022). Menschen, die unter Ausgrenzung und Verfolgung gelitten haben, erleben oft noch Jahrzehnte danach vielfältige Folgewirkungen (vgl. Moré 2015). Die Studie untersucht, wie sich der Terror und die antisemitische Gewalt hier in Deutschland auf das psychische und soziale Wohlbefinden von Betroffenen sowie auf sämtliche soziale Beziehungen nachhaltig auswirkt. In der hiesigen Antisemitismusforschung wurden bislang die Auswirkungen antisemitischer Diskriminierung und Gewalt auf den Alltag, das Wohlbefinden und die Gesundheit von Jüdinnen_Juden bislang kaum untersucht. 

Das Erkenntnisinteresse der Studie betrifft folgende Forschungsfragen:

Wie wirken sich die Ereignisse auf das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden sowie den Alltag von Jüdinnen_Juden verschiedener Herkünfte und Altersgruppen in Deutschland aus?
Inwieweit machen Jüdinnen_Juden in Deutschland Diskriminierungserfahrungen im Zusammenhang mit den öffentlichen Reaktionen auf den Terror gegen Israel seit dem 7.10.2023 und den darauffolgenden Krieg in Israel und im Gazastreifen?
Welche Rolle spielen die transgenerativen Weitergaben der Shoah, frühere Erfahrungen mit Terror und Vertreibung und andere Kriege in der Wirkung und Verarbeitung der aktuellen Erfahrungen?
Translated Title: A victimology of anti-Semitism
Date: 2026
Abstract: Von Antisemitismus betroffene Personen erleben ihre Umgebung oft als empathie- und reaktionslos. Sie haben Sorge, nicht ausreichend geschützt zu werden. Auch deshalb ist ihr Anzeigeverhalten niedrig. Um das Vertrauen von Jüdinnen und Juden in das Handeln von Sicherheitsbehörden und Rechtsstaat zu stärken, benötigt es fundiertes Wissen sowie Verständnis über Antisemitismus und die Betroffenen selbst. Eine Viktimologie des Antisemitismus befasst sich deshalb mit dem Verständnis und der Beschreibung als Opfer aus der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Auch wird ein Verständnis von Antisemitismus zugrunde gelegt, das gesellschaftliche und phänomenologische Mechanismen und Funktionen berücksichtigt und auf Formen eingeht, die besonders in der Gegenwart für die Betroffenen prägend sind. Um die spezifischen primären und sekundären Viktimisierungserfahrungen einordnen zu können, ist eine Perspektivdivergenz in der unterschiedlichen Wahrnehmung von den Betroffenen und der Mehrheitsgesellschaft zu berücksichtigen, die auch in dem generationsübergreifenden Trauma der Shoah und der Kontinuität des Antisemitismus für die Betroffenen begründet liegt. Der Artikel hat das Ziel, unterschiedliche Perspektiven auf die Viktimisierung durch Antisemitismus aufzuzeigen und hinsichtlich einer Viktimologie für Betroffenenperspektiven zu sensibilisieren, indem verschiedene Wahrnehmungen beschrieben und Viktimisierungserfahrungen dargestellt werden. Darauf aufbauend wird eine betroffenensensible Antisemitismusprävention skizziert.
Author(s): Shobyrev, Artem
Date: 2026
Abstract: В статье проводится социологический анализ этнографического материала, собранного в молодежных еврейских организациях Санкт-Петербурга. Согласно последним проведенным исследованиям, современные молодые
евреи испытывают «кризис идентичности», проявляющийся в снижении интереса к еврейской культуре и истории, и связанный с ним «кризис сакрального», заключающийся в размывании его границ и снижении осведомленности об иудаизме. Также петербургские общины редко становятся объектом социологического и антропологического анализа, что делает данное исследование особенно актуальным. Целью исследования было выявить, что является «сакральным» для молодых евреев Петербурга и как его защищают. В результате, на примере четырех еврейских организаций, показано, что для их участников сакральным является «еврейство», а также два нарратива о нем: «консервативный» и «прогрессивный», различающиеся в том, какое содержание вкладывается в понятие «еврейства». В первом случае — религия и традиции, во втором — культура
и самоопределение. Также делается вывод о связи структуры организаций и строгости классификации «сакрального» — в более иерархических и сплоченных группах сакральное оберегается от осквернения строже, чем в менее структурированных.
Date: 2026
Abstract: Данное исследование фокусируется на теории С. Корнелла о «наполнении» этнической идентичности и «измерениях», которые ее составляют. Статья фокусируется на институциональном «измерении» и на основе этнографических данных, собранных в процессе реализации студенческого исследовательского проекта «Поля сакрального и религиозного в городском пространстве» (НИУ ВШЭ — Санкт-Петербург, 2025), предполагает, что не только общность, но и разобщенность институтов может служить «наполнением» коллективной
этнической идентичности молодых евреев. Для этого автор вводит неоинституциональное по своей природе понятие «института еврейства», в рамках которого показывает возможную институциональную разобщенность еврейской молодежи Санкт-Петербурга. Используются данные наблюдений, собранных в процессе посещения мероприятий четырех еврейских общинных центров в Петербурге, и интервью, проведенных с молодыми евреями в Санкт-Петербурге. Автор статьи предлагает расширение теории Корнелла.
Author(s): Zaban, Hila
Date: 2026
Author(s): Malyuta, Daria
Date: 2026
Date: 2025
Abstract: Objective: The terrorist attacks of 7 October 2023 in southern Israel had a significant impact on the mental health of Holocaust Survivors (HS), who are considered to be particularly vulnerable to traumatic events. The aim of the study was to assess the severity of perceived stress and the psychological impact of the 7 October attacks on HS.

Methods: The study was conducted from 30 October to 15 December 2023 among HS who were contacted through HS support organisations (OSE, Aloumim). They completed a questionnaire consisting of four sections: socio-demographic data and experiences during the Holocaust, assessment of psychological stress using the Perceived Stress Scale (PSS-10), feelings of isolation, health consequences, and reactions to the 7 October attacks.

Results: 171 HS completed the questionnaire with 61 males (35.7%) with a mean age of 86.6+/−4.4 years (min 79–max 97). 59.6%, lived outside Israel, mainly in France. The mean score on the PSS-10 was 17.7 +/−6.0 on a scale of 5 to 40. The average PSS 10 score is not significantly higher in cases of age ≤90 years (18.0 ± 6.0 vs 15.7 ± 6.4, NS), or for those living in Israel (17.2 ± 5.3 vs 18.1 ± 6.6, NS). About a quarter reported feelings of isolation or loneliness following the attacks. The impact of the 7 October attacks was particularly significant among those living outside Israel. Approximately two-thirds felt that the events had rekindled memories of their Holocaust experiences, and nearly one-third observed a decline in their health since the attacks. Among survivors living outside Israel, 86.6% expressed concern about the future safety and identity of their children and grandchildren as Jews.

Conclusion: Identifying Holocaust survivors (HS) who are experiencing psychological distress is crucial to providing them with appropriate therapy.

HIGHLIGHTS
75.3% of Holocaust Suvivors experienced moderate to severe distress in the two months following the 7 October terrorist attacks, as measured by the PSS-10 questionnaire

Non-Israeli HS tend to think more frequently about the Holocaust period (87% vs 62.7%, p ≤ .05) and more often make a spontaneous link between the images broadcasted of the October 7 massacre and what happened during the Holocaust (83.7% vs 66.7%, p ≤ .05).

Compared to non-Israeli HS, those living in France and Canada are more anxious about the future of their children and grandchildren as Jews (86.6% vs 58.8%, p ≤ .05).
Date: 2025
Date: 2026
Author(s): Müller, Lasse
Date: 2021
Abstract: Zweck der Untersuchung ist eine umfassende Abbildung der Betroffenenperspektive: Wie bewerten jüdische und nichtjüdische MAKKABI-Mitglieder die Bedrohung durch Antisemitismus im Sport? Mit welchen Erscheinungsformen sehen sie sich in welchen Situationen konfrontiert? Welche Melde- und Bewältigungspraxen sind nach einem erlebten antisemitischen Vorfall typisch? In diesem Sinne bildet die vorliegende Studie den Auftakt eines langfristigen Forschungsvorhabens, um gemeinsam mit einer breiten Allianz aus Netzwerkpartner:innen das dynamische Phänomen "Antisemitismus im Sport" analytisch greifbar zu machen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse können künftig passgenaue Interventions- und pädagogische Präventionskonzepte entwickelt werden. Als erster Schritt wurde dazu vom 03.11.2020 bis 24.01.2021 im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Modellprojekts "Zusammen1" eine Online-Erhebung durchgeführt. Darin wurden MAKKABI-Mitglieder ab 16 Jahren hinsichtlich der von ihnen erlebten Vorfälle und ihrer grundsätzlichen Wahrnehmung des Problems Antisemitismus im Sport befragt. Insgesamt beteiligten sich N = 309 Personen aus 20 verschiedenen Ortsvereinen an der Befragung. Zum besseren Verständnis wird Antisemitismus im Folgenden zunächst theoretisch präzisiert und gegenüber anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit abgegrenzt (Kapitel 2). Im Anschluss findet eine Rekapitulation des Forschungsstands zum gesamtgesellschaftlichen und sportspezifischen (Kapitel 3) Auftreten von Antisemitismus statt. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Darlegung struktureller Defizite im Meldesystem des deutschen (Wettkampf-)Sports, die die Erfassung und Aufarbeitung von explizitem Antisemitismus hemmen. Ergänzend werden Spezifika von MAKKABI als einzigem jüdischen Sportverband in Deutschland aufgezeigt und sich daraus ergebende Sonderformen der antisemitischen Stigmatisierung diskutiert. Kernelement des Berichts bildet nach einer Dokumentation des methodischen Vorgehens (Kapitel 4) die Präsentation der Befunde aus der Mitgliedererhebung (Kapitel 5). Im Fazit (Kapitel 6) werden schließlich die vorgestellten Befunde nochmals zusammengefasst, interpretiert und sich ergebende Handlungsfelder aufgezeigt. (Einleitung).
Author(s): Lauer, Stefan
Date: 2026
Abstract: Der Kampf gegen Antisemitismus in Berlin hat einen blinden Fleck: Er denkt international geprägte Szenen, die sich zum Teil als queer definieren oder mit queeren Szenen überlappen, nicht mit. Das ist nicht neu, aber es wird seit dem 7. Oktober 2023 immer deutlicher sichtbar. Queers mobilisieren zu israelfeindlichen Demos, es kommt zu Übergriffen auf Jüdinnen*Juden. Wer Teil der Szene sein will, muss sich antizionistisch positionieren.

Dieses Dossier soll einen Eindruck des Ist-Zustands in Hinblick auf Antisemitismus in Teilen der queeren Community Berlins vermitteln. Dabei handelt es sich um ein Schlaglicht, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Längst nicht alle Auseinandersetzungen, die in den vielen unterschiedlichen queeren Szenen und Orten geführt werden, können hier abgebildet werden. Das Dossier wird Grundlagen der kritischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus und israelbezogenem Antisemitismus erläutern. Homonationalismus und Pinkwashing sind zwei miteinander verbundene Begriffe der Queer-Theorie, die kritisch eingeordnet werden, weil sie zentral für den Blick unterschiedlicher queerer Szenen auf den Israel-Palästina-Konflikt, den sogenannten Nahostkonflikt, sind. Es zeichnet nach, wie sich antisemitismus in den letzten Jahren in queeren Szenen gezeigt und was sich seit dem 7. Oktober 2023 verändert hat.

Welche Verbindungen dabei bestehen und wie die Szenen und Akteure aufgestellt sind, zeigen zwei Exkurse: einer zur BDS-Kampagne und ihrer Rolle als aktuell dominierende Form des Antisemitismus — und einer zur Clubkultur, als bedeutender Ort der Austragung. Wie Antisemitismus in queeren Szenen aussehen kann, belegen Zitate aus Interviews, die für diesen Text geführt wurden: mit Queers, Bündnissen und Verbänden.
Date: 2026
Abstract: This open access book explores the resilience of Jewish civil society organizing in Ukraine during the tumultuous early months of the 2022 Russian full-scale invasion. Developed in collaboration with Paideia - the European Institute for Jewish Studies in Sweden, the research chronicles a project that involved Ukrainian Jewish communities during wartime through Paideia’s alumni network. Drawing on rich empirical data, the authors examine the multifaceted work of Jewish organizations and organizing efforts, from sustaining rituals to engaging in humanitarian work. The book examines single case studies and broader cross-organizational analyses, shedding light on the capacity of Jewish groups to repurpose activities, pivot from serving specific communities to addressing broader societal needs, and mobilize resources under extreme conditions. This resilience, the authors argue, is shaped by a complex interplay of factors: pre-existing organizational structures, transnational networks, and the fusion of symbolic and material institutional elements rooted in the Ukrainian-Jewish experience. By situating these efforts within a wider context, the book uses different streams of organization studies to provide an in-depth analysis of resilient civil society organizing during wartime. Aimed at organization scholars, civil society researchers, activists, and those interested in Jewish culture and Ukrainian history, this book offers critical insights into the possibility of civil society resilience in the face of war.
Author(s): Pick, Edith
Date: 2023
Abstract: This paper deepens our understanding of the construction of ethno-racial diversity and difference in organizations, and the consequences of those discursive struggles on the lives of workers. Categories of difference are usually seen as building blocks of diversity management, however critical and postcolonial researchers have long pointed out the need to develop more flexible and context-sensitive epistemologies in studying racial inequality, beyond binary conceptions of blackness and whiteness. The Jewish context offers a unique opportunity to explore those discursive dynamics, due to the elusive nature of “Jewish difference”, taboos over the use of racial classifications, and possible conflicts between an anti-racist stance and a Zionist affiliation. Exploring the diversity discourse within UK Jewish nonprofit organizations reveals three main diversity frames: in the first, “Jews are white”, the construction the Jewish organization as a white space is explored, as well as DEI efforts to bridge the Jewish-black gap; the second, “Jews are non-white”, explores this re-emerging discourse in the context of DEI, and investigates its acceptance as an act of reclaiming a historically marginalized identity, and as an appropriation of racial difference; the third, “Jews are ethnically diverse” explores the manifestations of Ashkenazi-Sephardi relations in diaspora organizations, and the sidelining of race. Throughout those diversity discourses, the repercussions on the lives of workplace are critically examined.
Author(s): Pick, Edith
Date: 2026
Author(s): Stern, Susan
Date: 2002
Abstract: n 2000, I was commissioned by Inter Nationes to update my 1997 brochure on Jews in Contemporary Germany. I submitted the following article in early 2001. Unfortunately, Inter Nationes felt that my new version was too long and too inflammatory; they felt that it might end up annoying too many people. So the Inter Nationes version which has since appeared in several languages is greatly abridged. This ‘original’ version reflects my own opinions, and has not been ‘politically corrected’. I believe, however, that it presents a more comprehensive, better balanced and ultimately more positive picture of Jews in Germany today. THE QUESTION COMPLEXES There are so many aspects to the ‘Jews in contemporary Germany’ theme that I find it practical to group them into three complexes. The first complex concerns Jews among themselves, and I call it ‘Germany’s Jews’. Who are the Jews living in Germany now, the remaining ‘establishment’ (the postwar, pre-unification community) and the newcomers? How and how well do they coexist? What are the major internal issues confronting the Jewish community today, and what is likely to be the future of Jewry in Germany? It is the second question complex which tends to attract the most attention, both within Germany and outside the country: ‘Jews and non-Jews in Germany’. How come there are still any Jews at all living in Germany after the Holocaust? How do these Jews get along with the Germans (a loaded question if ever there was once, since it assumes that Jews are not Germans, and Germans are not Jews) and vice versa? What role does anti- Semitism play in Germany, assuming that it does play one? What do the Jews living in Germany perceive as the major issues confronting their relationship with the ‘outside world’ – that is, with anybody and everybody who is not a Jew living in Germany, and in particular, with Jews living in the United States? And this last question brings us to the third complex, since we are back to considering Jews among themselves, this time not just within Germany but across the Atlantic. I call this complex ‘the American factor’ and extend it to include the current state of the so-called German-Jewish dialogue. This too is a loaded concept, complicated by the fact that the ‘Germans’ in this case are automatically non-Jews, and the ‘Jews’ are usually American Jews. In the pages to follow, I shall try to give a brief overview of all three complexes. The first is probably the most interesting, if only because only the people concerned, the Jews living in Germany, know anything much about it. Certainly, the internal Jewish complex is generally little known to, and even less understood by, the rest of the German population. For the most part, the rest of the world, including other Jewish populations, either have no interest in the topic, or have erroneous ideas based on myth and prejudice. I shall therefore start with the Jews among themselves.
Date: 2025
Abstract: Статья исследует основные направления эмиграции горских евреев во второй половине XX – начале XXI века. Горские евреи, кавказские евреи или джууры, а если быть точнее, то их предки появились на Кавказе, предположительно в VI в. н.э. Местами их компактного расселения в данном регионе стали территории современной Азербайджанской Республики и юг Республики Дагестан. Горские евреи всегда в гармонии и мире проживали с другими народами на Кавказе. Ситуация поменялась в 1970-х. гг. когда они начали репатриироваться в Израиль. Однако, более массовый характер переселенческое движение приобрело в 1990-х гг. в период дезинтеграции СССР. Автор анализирует причины массового исхода представителей этой общины, включая политические, экономические и социальные факторы. Особое внимание уделяется миграционным маршрутам, таким как переезд в Израиль, США и Европу, а также особенностям адаптации горских евреев в новых условиях. В работе рассматриваются изменения в культурной идентичности и сохранении традиций в условиях диаспоры. Среди использованных в данном исследовании методов можно назвать исторический метод (историко-генетический), историко-сравнительный метод, историко-типологический метод, историко-структурный метод, документальный анализ. Исследование сочетает исторические и социологические аспекты эмиграции горских евреев, что позволяет более полно понять причинно-следственные связи. В статье представлены статистические данные, которые ранее не были учтены в исследованиях по данной тематике. Анализируются новые миграционные маршруты и связи с диаспорами, что актуализирует проблему идентичности и культурной адаптации. Исследуется влияние политических и экономических изменений в странах исхода и приема на динамику эмиграции. В ыводы: 1. Эмиграция горских евреев во второй половине XX века была преимущественно вызвана политическими и экономическими трудностями, а в начале XXI века – поиском лучших условий жизни и интеграции в новые общества. 2. Основные направления эмиграции: Израиль, США, Канада, Германия и Австрия, где горские евреи нашли возможность поддерживать свою культуру и идентичность. 3. Процесс эмиграции оказал значительное влияние на демографическую структуру, что привело, фактически, к исчезновению общин горских евреев в традиционных местах проживания.
Date: 2025
Abstract: В статье комплексно исследуются проблемы социально-экономического развития общины горских евреев в Кабардино-Балкарии в 20–80-е гг. ХХ в. и причины их эми- грации в конце 90-х гг. ХХ в. Обобщен опыт работы исполкома советов Горско-Еврейской колонии в организации кооперирования кустарей-кожевников в производственные артели, сельскохозяйственные товарищества. Выявлена численность раскулаченных и репрессирован- ных горских евреев. Изучена проводимая в общине работа по ликвидации неграмотности, а также усилия, направленные на развитие образования, культуры и формирование националь- ной интеллигенции. Исследуется участие горских евреев в Великой Отечественной войне. Рас- сматриваются вопросы социально-экономического развития общины горских евреев в КБР в послевоенный период, в годы перестройки и постсоветский период. Проведенное исследова- ние позволяет сделать вывод, что происшедшие демократические преобразования в постсо- ветском пространстве 80–90-х гг. ХХ века создали благоприятные условия для свободного вы- бора страны для проживания. Представители горских евреев стали в массовом порядке уез- жать из КБР. Выявлены причины эмиграции, главные из них – политика Израиля, направлен- ная на объединение еврейской нации, и желание горских евреев жить на своей исторической родине
Date: 2026
Abstract: Значимость темы данного исследования заключается в том, что с момента создания Еврейской автономной области на ее территории успешно работали различные еврейские национальные коллективы. Однако в силу политических и экономических причин они прекратили свое существование в 1990-е годы. В рамках реализации «Стратегии культурной политики РФ» в 2000-е годы идея возрождения еврейского театрального искусства в Еврейской автономной области приобрела актуальный характер. Однако реализация этой идеи имела определенные сложности, на которых и останавливается автор статьи. Целью работы стал анализ имеющегося опыта возрождения еврейского театрального искусства на территории Еврейской автономной области посредством изучения творческой деятельности театра «Когалет». Предметом исследования стал еврейский театр, существовавший на территории ЕАО на протяжении XX века, а предметом попытки его возрождения в XXI веке. Автор статьи останавливается на процессах появления в регионе еврейских театральных коллективов в ХХ веке, говорит о важной роли их в процессе формирование социокультурного пространства дальневосточного региона. В результате, используя системный метод, автор провел не просто анализ материалов газеты «Биробиджанская звезда», но и выделил ряд проблем по вопросам возможного возрождения еврейского театра на территории ЕАО. Ведь значение еврейской культуры в национальной автономной области является главным фактором сохранение этого субъекта в федеративном устройстве России. В тоже время проблема заваленной темы состоит в самом существовании ЕАО, где евреи не являются титульной нацией, как следствие возникает вопрос о необходимости создании еврейских театров в современных условиях.
Date: 2025
Date: 2025
Abstract: В статье рассказывается об организации и проведении экспе-диций Центра «Сэфер» в Гродненскую и Витебскую области Республики Бе-ларусь в 2012–2016 гг. Эти экспедиции стали частью масштабного проекта по изучению духовной и материальной культуры восточноевропейского еврейства в советский и постсоветский периоды. Работа этнографических групп проводилась на основе специально составленных вопросников, отра-жающих региональную специфику этнокультурного соседства и локальные особенности еврейской традиционной культуры. Особое внимание уделя-лось устной истории – записанные нарративы не только дали богатый ма-териал для изучения восприятия «большой истории» индивидуальным со-знанием, но также позволили раскрыть механизмы трансляции историче-ской памяти в условиях, когда само этническое соседство ушло в прошлое.
Date: 2025
Abstract: В статье изложены культурно-исторические предпосылки появления сборника статей «История евреев на Украине и в Белоруссии. Экспедиции. Памятники. Находки». Этот сборник вышел в свет в 1994 г. Он стал третьим научным сборником, посвященным иудаике в России, и первой книгой на русском языке, полностью сконцентрированной на полевых исследованиях культуры евреев на постсоветском пространстве, а именно в Украине и Белоруссии. В сборнике подведены итоги экспедиций, организованных Петербургским еврейским университетом в 1988–1993 гг. В статье также проанализирована структура сборника. Авторы сборника уделили наибольшее внимание выявлению, описанию и изучению памятников еврейской старины. Отдельный раздел был посвящен фольклору и устной истории. В статье показано, что основные публикации в сборнике «История евреев на Украине и в Белоруссии. Экспедиции. Памятники. Находки» заложили фундамент будущих направлений исследовательской работы. Обсуждается роль Петербурга как места зарождения исследований в области культуры и языка евреев Восточной Европы, а также историческая преемственность по отношению к знаменитым экспедициям С. А. Ан-ского, которые также были организованы в Петербурге в 1912–1914 гг