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Author(s): Schwarz, Laura
Date: 2024
Date: 2024
Date: 2026
Author(s): Edthofer, Julia
Date: 2013
Abstract: Dieser Text bezieht sich auf aktuelle Debatten in der Wiener Linken, er ist als Reaktion auf Konflikte im Umfeld des „Europäischen Instituts für Progressive Kulturpolitik“ (EIPCP) zu lesen und soll einen Beitrag zur differenzierten Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der dekolonialen Theorie sowie speziell im Umfeld des „Projektes Modernität/Kolonialität“ leisten. Die Diskussion in Wien entzündete sich im Jahr 2011 an der Wiener Akademie der Bildenden Künste an Kontroversen über antisemitische Deutungsmuster und problematische Israelpositionierungen in Texten des dekolonialen Theoretikers Walter Mignolo und wurde im April 2012 mit einer Intervention von Eduard Freudmann an eine breitere Öffentlichkeit getragen. Mein Beitrag knüpft an diese Intervention und speziell an Ivana Marjanovićs Analyse des umstrittenen Textes „Dispensable and Bare Lives. Coloniality and the Hidden Political/Economic Agenda of Modernity“ an und beschäftigt sich ebenfalls mit den strittigen Teilaspekten der dekolonialen Kritik. Der besagte Text ist Teil einer Spezialausgabe des dekolonialen Internetjournals „Human Architecture“, die sich aus den Beiträgen der 2007 durchgeführten Konferenz „The post September 11 New Ethnic/Racial Configurations in Europe and the United States: The Case of Anti-Semitism” zusammensetzt. Ich analysiere vier Beiträge dieser Ausgabe und fokussiere auf deren spezifische Auseinandersetzung mit Antisemitismus sowie auf Israelpositionierungen (vgl. Ellis 2009; Grosfoguel 2009, Mignolo 2009a, Slabodsky 2009). Vor allem gehe ich dabei kritisch auf Texte von Walter Mignolo und Ramón Grosfoguel ein und setze diesen Fokus, da sich bei beiden Theoretikern meines Erachtens problematische Verquickungen der Analyse von Modernität/Kolonialität mit der Diskussion von globalem Antisemitismus sowie der geo-politischen – und dabei vor allem neo-kolonialen – Bedeutung des israelischen Staates finden. Die von mir kritisierten verkürzten Positionen der beiden Autoren betrachte ich dabei als spezifisch für de- und auch post-koloniale linke Debatten im Kontext aktueller israelkritischer Boykott- und Desinvestitions-Kampagnen, bei denen dem Staat Israel mitunter die Rolle der kolonialen Supermacht mit Bedrohungspotenzial für den Weltfrieden zugeschrieben wird.
Date: 2026
Abstract: Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland vervielfacht; an Hochschulen fiel der Anstieg besonders stark aus. Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse der dritten Welle einer Schnellbefragungsreihe der AG Hochschulforschung der Universität Konstanz, die deutschlandweite Studierenden- und Bevölkerungsstichproben in Bezug auf israelbezogenen Antisemitismus, Zustimmung zur Boykottbewegung BDS (Boycott, Divestment,
and Sanctions) sowie Einstellungen zum Genozid-Vorwurf gegen Israel und zum Existenzrecht des jüdischen Staates vergleicht. Der israelbezogene Antisemitismus ist unter Studierenden seit 2023 gestiegen, vor allem im Bereich der teilweisen Zustimmung zu antisemitischen Aussagen, liegt aber weiterhin unter dem Vergleichswert der Bevölkerungsstichprobe. Studierende berichten jedoch deutlich häufiger als die Bevölkerung, Antisemitismus selbst beobachtet zu haben – allerdings wird dies selten explizit der Institution Hochschule zugeschrieben, sondern eher informellen Räumen (soziale Medien, Demonstrationen, Peergroups). Dies stützt eine Deutung der Hochschule als
Katalysator, der bestehende Ressentiments sichtbarer und sozial wirksamer macht, statt sie grundlegend neu zu erzeugen. Die Zustimmung zu Boykottforderungen gegenüber Israel hat sich unter Studierenden seit 2023 erhöht, sehr deutlich ebenso die Zustimmung zum Vorwurf, Israel begehe einen Genozid (auf zwei Drittel der Studierenden). Ein experimentelles Info-Treatment zeigt, dass die Bereitstellung der völkerrechtlichen Genozid-Definition diese Einschätzung nicht verändert, was auf eine moralisch-politisch bereits gefestigte statt wissensbasierte Urteilsbildung hindeutet. Ein Discrete-Choice-Experiment zum Existenzrecht Israels zeigt, dass mit steigendem AntisemitismusScore die Präferenz für delegitimierende gegenüber das Existenzrecht anerkennende Positionen unter Studierenden zunimmt, wobei eine historisch aus der NS-Verfolgung begründete Legitimation besonders stark an Zustimmung verliert. Ergänzend werden Befunde zum wahrgenommenen Diskursklima ("Silencing" von Israelkritik, Polarisierung) sowie Implikationen für die antisemitismuskritische Bildungsarbeit an Hochschulen diskutiert.
Author(s): Heldlmeier, Till
Date: 2025
Author(s): Poensgen, Daniel
Date: 2026
Date: 2026
Abstract: In this policy paper:
Renowned demographer and President of JPR’s European Jewish Demography Unit Professor Sergio DellaPergola explores possible futures for the Jewish People over the next century, not by making precise predictions, but by identifying the core structural forces that have shaped Jewish history and will continue to do so. It highlights the enduring complexity of Jewish identity and existence, examining not only whether the Jewish People will endure but also in what form.

Some of the key findings and arguments in this policy paper:
Three enduring questions will shape the Jewish future: What defines Jewish identity? How is it transmitted? How do Jews relate to non-Jews as a minority? How does the Jewish collective organise and defend its shared interests?
Jewish existence will continue to rest on three interconnected pillars: Israel – a sovereign Jewish state, demographically strong but politically challenged; Diaspora – diverse minority communities, often influential but structurally vulnerable; the Israel–Diaspora relationship – a critical but fragile axis.
Three key dynamics affect Jewish demographics: Ageing and low fertility in most Diaspora communities; higher fertility in Israel, especially among more religious groups; and potential long-term transformation of the Jewish population’s internal composition.
Future migration patterns will depend heavily on political stability, economic conditions and levels of security and antisemitism.
Assimilation and identity erosion remain major challenges, while new forms of ‘joining’ Judaism may emerge.
Jews will continue to represent a tiny global minority, and Jewish life will continue to be shaped by external perceptions and pressures. At the same time, antisemitism is expected to persist in evolving forms.
Israel is likely to become home to the majority of the world’s Jews within decades. This shift will redefine the meaning of Jewish peoplehood, its cultural and political priorities and the power dynamics within global Jewry.
Rapid growth of more religious populations (particularly Haredim) may reshape economic structures, political systems and social cohesion.
Leadership capacity must include three key requirements: the ability to unite diverse segments of the Jewish People, a realistic assessment of challenges and opportunities, and the development of new or improved shared decision-making frameworks.
Date: 2025
Abstract: Der Beitrag geht der Frage nach, welches Empathieverständnis sich für eine wirksame Antisemitismusprävention in öffentlichen Institutionen eignet, wenn die Rolle von Emotionen und affektiven Deutungsmustern im Antisemitismus ernst genommen und Empathie als wichtige Ressource professionellen Handelns verstanden wird. Dabei wird die professionelle Haltung von Staatsbediensteten in ihrem rollenspezifischen institutionellen Kontext in den Blick genommen, deren Verständnis im Beitrag auf der Grundlage eines reflexiven Professions- und Haltungsverständnisses entfaltet wird. Auf Basis aktueller empirischer Befunde zu antisemitischen Erfahrungen in Institutionen und zum Phänomen eines zunehmend tolerierten Antisemitismus wird gezeigt, dass kognitives Faktenwissen zwar eine notwendige Grundlage bildet, allein jedoch nicht ausreicht, um Betroffene zu schützen und verantwortliches Handeln im öffentlichen Dienst zu fördern.

Im Zentrum steht ein an Carl Rogers orientiertes Empathieverständnis, das Empathie als Teil einer Haltung konzipiert, die Selbstwahrnehmung, emotional anschlussfähiges Verstehen und kognitive Differenziertheit verbindet, ohne in eine Identifikation mit der anderen Person zu münden. Darauf aufbauend werden die personellen und prozessualen Bedingungen und Wirkfaktoren eines solchen Empathieverständnisses herausgearbeitet. Auf dieser Grundlage wird ein Modell empathisch-selbstreflexiver Professionalität weiterentwickelt und dargelegt, das die Verschränkung von Wissensbeständen, berufsethischen Anforderungen und emotionsreflexiven Lernprozessen beschreibt. Praxisorientierte Zugänge wie Focusing dienen dabei als Beispiel für Herangehensweisen, die emotionale Resonanzen bewusst machen und in Reflexionsprozesse über antisemitismuskritische Fragestellungen integrieren.

Es wird argumentiert, dass eine empathisch-selbstreflexive Professionalität Staatsbedienstete darin unterstützt, Ambivalenzen auszuhalten, für jüdisches Leben und Betroffenenperspektiven zu sensibilisieren und zugleich handlungs- und urteilsfähig zu bleiben. Damit wird ein konzeptioneller Rahmen für antisemitismuskritische Bildungsarbeit im öffentlichen Dienst skizziert, der fachliches Wissen mit einer auf kommunikativer Rationalität beruhenden Haltung verbindet.
Author(s): Habig, Jana
Date: 2025
Date: 2025
Abstract: Seit dem Massaker des 7. Oktober 2023 tritt die Alternative für Deutschland (AfD) verstärkt als pro-israelische Partei auf. In Statements und Grundsatztexten propagiert sie sich als einzige deutsche Partei, die sich für israelische Interessen und den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland einsetzt.

Diese Selbstdarstellung findet international durchaus Aufmerksamkeit. Nach Einschätzungen unterschiedlicher Medien wird die AfD zunehmend als eine jener europäischen Rechtsparteien wahrgenommen, die sich verstärkt pro-israelisch positionieren. In Deutschland widersprechen jüdische Organisationen und israelische Stimmen vehement dieser Selbstdarstellung und verweisen auf antisemitische Tendenzen in der AfD.

Tatsächlich ist die „Israel-Solidarität“ der AfD vor allem instrumenteller Natur. Sie dient insbesondere der Legitimierung von Muslimfeindlichkeit, dem Angriff auf politische Gegner und der Ablenkung von rechtsextremen, revisionistischen und religionsfeindlichen Positionen.

Vor allem die politische Bildung ist aufgerufen, das Bewusstsein für die Unvereinbarkeit von pro-israelischer AfD-Rhetorik nach außen und diskriminierender AfD-Politik nach innen zum Gegenstand zu machen. Durch Aufklärung und kritische Auseinandersetzung kann sie den rein instrumentellen Charakter dieser Positionierungen auch international sichtbar machen. Wichtige Verbündete bei diesen Bemühungen sind etablierte jüdische und israelnahe Akteure und Organisationen in Deutschland, die sowohl die Doppelbödigkeit der AfD-Rhetorik durchschauen als auch israelische Wahrnehmungen und Positionen einordnen können.
Date: 2024
Abstract: Not all children growing up in the charedi community are being denied secular education. However, many are. This paper sets out current loopholes and gaps in UK education policy and enforcement, and the implications for children, especially boys, growing up in the chassidic segment of the UK charedi community. We should note that similar issues arise in other countries with large chassidic communities.

However, irrespective of sex, or the type of institution, the systemic goal of the leadership in parts of the charedi community, is that the education in their schools should not provide children with access to a broad and balanced school education, nor access to further education. As a result, many charedi children are prevented from accessing the wider workforce, as there is no route to many career opportunities.

Restricting secular education limits the future autonomy of charedi boys due to lack of literacy, numeracy and recognised qualifications. For girls, the restriction on future autonomy is a consequence of the lack of access to KS5 qualifications and early arranged marriage, which can be socially coerced, and motherhood.

We have set out in this paper our suggested solutions; some of which would require primary legislation. Other solutions require secondary legislation, or simply improved oversight, enforcement and better funding.

We have set out the consequences of denial of secular education and lack of access to qualifications in addendum C. We have also set out more details on the diversity of the charedi community in addendum D. A glossary of Hebrew and Yiddish terms is set out in appendix 5.
Date: 2025
Date: 2025
Date: 2024
Author(s): Grigat, Stephan
Date: 2022
Author(s): Elbe, Ingo
Date: 2022
Abstract: Postkoloniale und poststrukturalistische antirassistische Theorieansätze gewinnen weltweit einen immer größeren Einfluss an Universitäten, im Politik- und Kulturbetrieb sowie in sozialen Bewegungen. Das Bild, das prominente Vertreterinnen und Vertreter dieser Ansätze dabei von Antisemitismus und Holocaust einerseits, Judentum und Zionismus andererseits zeichnen, weist systematische Verzerrungen und Fehler auf: Unterschiedliche Formen und Radikalitätsgrade der begrifflichen Entspezifizierung oder Verharmlosung von Antisemitismus, der Relativierung der Shoah sowie der Dämonisierung Israels und des Zionismus sind dabei festzustellen. Die folgende Bibliographie bietet einen ersten Überblick über Kritiken an postkolonialen, bzw. postmodern-antirassistischen Deutungen von Antisemitismus, Shoah, Zionismus und Israel. Nicht alle der dabei aufgelisteten Texte sind grundlegende Kritiken an solchen Ansätzen. Manche kritisieren lediglich spezielle, aber signifikante Punkte der postkolonialen und antirassistischen Deutung der oben genannten Themen. Eine Liste mit ausgewählten kritischen Beiträgen zur 2020 begonnenen deutschen Feuilleton-Debatte über postkoloniale Theoretiker wie Achille Mbembe, Michael Rothberg oder Dirk Moses wurde ebenso angefügt wie einige Literaturhinweise zu Kritiken an der Israel-Boykottkampagne BDS, dem prominentesten politischen Bewegungskontext postkolonialer und antirassistisch artikulierter Angriffe auf den jüdischen Staat. Berücksichtigung fanden in Gestalt einer separaten Liste auch Kritiken an der sog. Jerusalem Declaration on Antisemitism, weil diese als wesentlicher Versuch gewertet werden kann, ‚subalterne‘ oder ‚postkoloniale‘ Formen von israelbezogenem Antisemitismus zu verharmlosen.
Date: 2025
Abstract: In Germany, pro-Palestine protests in the form of camps and institute occupations have occurred and continue to take place at universities. Antisemitic incidents have been reported at many of these protests. Following the initial data collection in December 2023, this report provides a new, focused, up-to-date assessment of the opinion climate in the context of the Middle East conflict and antisemitic attitudes at German universities. Exactly one year after the first report, the results of two recent surveys by the Higher Education Research Unit (AG Hochschulforschung) are summarized here. First, based on a large online survey conducted in December 2024 with over 1,800 students, we report on these students’ assessments of the conflict and antisemitic tendencies among them. This follows
on directly from the previous study mentioned earlier (Hinz et al., 2024), enabling us to describe possible changes compared to last year. In some places, we also examine the assessments and attitudes of students compared to a sample from the general population. Second, we present the results of a simultaneous survey of university rectorates on antisemitic incidents and the universities' reactions to these incidents. At the invitation of the German Rectors’ Conference (HRK), a total of 94 university management teams took part in this separate online survey.
The results indicate that universities have been strongly affected by antisemitic incidents and that antisemitic resentment remains at a constant level. A high level of vigilance is still required, particularly
with regards to Israel-related antisemitism
Date: 2024