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Date: 2025
Abstract: Die deutsche Gesellschaft steht angesichts globaler und regionaler Entwicklungen der letzten Jahrzehnte vor vielfältigen gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Verschärfte Konflikte, Rassismus, Diskriminierung sowie die Verbreitung von Falschinformationen und Verschwörungsmythen prägen das gesellschaftliche Klima. Rassistische, antisemitische, rechtsextreme und autoritäre Einstellungen sind tief in Teilen der Gesellschaft verwurzelt und manifestieren sich zunehmend sichtbarer und gewaltbereiter (Decker et al., 2022; Zick et al., 2023; Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e. V., 2023a; 2023b). Die Erkenntnisse dieser Studien verdeutlichen die Dringlichkeit, die Verbreitung extremistischer Einstellungen, insbesondere unter jungen Menschen, genauer zu erforschen. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer bundesweiten OnlineBefragung zu antisemitischen Einstellungen junger Menschen in Deutschland zwischen 16 und 27 Jahren vorgestellt. Die Befragung wurde in drei Phasen durchgeführt: In der ersten Phase wurden antisemitische (n = 1 593, Erhebungszeitraum: November 2022), in der zweiten Phase antimuslimische (n = 1 625, Erhebungszeitraum: September 2023) und in der dritten Phase rechtsextreme Einstellungen (n = 1 313, Erhebungszeitraum: Dezember 2023) junger Menschen erforscht. Bei der Ziehung der Stichprobe wurde auf das Online-Access-Panel GapFish zurückgegriffen. Die ausgewählten Ergebnisse in diesem Beitrag beziehen sich auf die erste und dritte Phase (antisemitische und rechtsextreme Einstellungen junger Menschen in Deutschland)
Date: 2024
Abstract: In dem vorliegenden Forschungsbericht werden Ergebnisse einer im Frühsommer 2022 durch­geführten Onlinebefragung einer für die Bevölkerung in Deutschland insgesamt repräsen­tativen Einwohnermeldeamtsstichprobe von n=3 270 Jugendlichen und Heranwachsenden vorgestellt. Im Mittelpunkt der Analysen stehen die Verbreitung antisemitischer Vorurteile bei jungen Menschen, deren soziale Verteilung sowie dafür relevante Einflussfaktoren. Die Ergebnisse zeigen, dass insgesamt 2.1% der Jugendlichen und Heran­wachsenden offen für antisemitische Ressentiments sind. Weitere 2.0% lassen eindeutige, hoch ausgeprägte antisemitische Ein­stellungen erkennen. Damit sind die Prävalenzraten antisemitischer Einstellungen bei jungen Menschen etwa halb so hoch wie die mit gleichartigen Messinstrumenten im gleichen Jahr in einer repräsentativen Befragung von Erwachsenen festgestellten Raten. Es sind aber erhebliche Differenzen der Präva­lenzraten antisemitischer Einstellungen zwischen Teilgruppen der jungen Menschen zu erkennen. Jugendliche und Heranwachsende mit einem Migrations­hintergrund weisen signifikant erhöhte Raten antisemitischer Einstellungen auf. Besonders hoch sind diese Raten antisemitischer Vorurteile bei jungen Muslim:innen. Aber auch dort stellen antisemitische eingestellte Jugendliche und Heranwachsende nicht die Mehrheit.

Multivariate Analysen zeigen weiter, dass die hohe Verbreitung antisemitischer Ressentiments bei jungen Muslim:innen nicht durch deren vermehrte individuellen Diskriminierungserlebnisse oder die bei ihnen weit verbreitete Wahrnehmung einer kollektiven Marginalisierung ihrer Eigengruppe erklärt werden kann. Wichtige Einflussfaktoren sind hingegen, neben einer geringen Bildung, die Neigung zum Verschwörungsglauben sowie eine rigide, fundamentalistische Religionsauffassung. Besonders auffallend und für die Praxis relevant ist die erkennbare starke Überrepräsentation von Muslim:innen der ersten Migrantengeneration unter den jungen Menschen mit antisemitischen Einstellungen. Insoweit ist für die Antisemitismusprävention festzustellen, dass ein großer Anteil ihrer Zielgruppe aus jungen Migrant:innen der ersten Migrant:innengeneration besteht, darunter in hohem Maße vor allem junge Muslim:innen, für die geeignete Angebote geschaffen werden sollten.
Author(s): Baier, Jakob
Date: 2025
Date: 2023
Abstract: Angesichts globaler und regionaler Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte steht die Gesellschaft vor erheblichen Herausforderungen wie politischer Instabilität, verschärften Konflikten, Migration, Rassismus, Diskriminierung sowie der Verbreitung von Fake News und Verschwörungserzählungen. Dabei gewinnen Extremismus, Antisemitismus, islamistische Radikalisierung und Rassismus an Bedeutung. In der Phase intensiver Persönlichkeitsentwicklung sind junge Menschen, geprägt von Unsicherheit, besonders anfällig für extremistische Überzeugungen und Handlungen. Der Drang, die eigene Identität zu formen, kombiniert mit der Suche nach einem Sinn im Leben, macht sie besonders empfänglich für Einflüsse aus ihrer sozialen Umgebung. Fehlender Zugang zu staatlichen, zivilgesellschaftlichen und familiären Unterstützungsmaßnahmen erhöht das Risiko einer Radikalisierungsspirale. Diese wird durch die Verbreitung radikaler Versprechungen über Soziale Medien und gezielte Rekrutierung in der sozialen Umgebung begünstigt. Insbesondere die Bedürfnisse und Emotionen junger Menschen werden dabei zum Ziel extremistischer Propaganda. Die Ergebnisse der Studie „IU-Kompass Extremismus“ zu antisemitischen Einstellungen bei jungen Menschen in Deutschland verdeutlichen weitverbreitete Ausprägungen dieses Phänomens. Es gilt, das Bewusstsein für menschenverachtende Ideologien zu schärfen und Jugendliche mit den nötigen Werkzeugen auszustatten, um diese Phänomene zu erkennen, zu benennen und aktiv dagegen vorzugehen.
Date: 2024
Abstract: Es werden Ergebnisse einer von März bis Mai 2022 durchgeführten Online-Befragung einer bundesweit repräsentativen Einwohnermeldeamtsstichprobe von N = 3.270 jungen Menschen im Alter von 16 bis 21 Jahren zur Verbreitung und sozialen Verteilung klassischer Formen antisemitischer Einstellungen unter Jugendlichen und Heranwachsenden in Deutschland vorgestellt. 2.1 % der jungen Personen sind danach offen für antisemitische Ressentiments und weitere 2.0 % lassen eindeutig antisemitische Einstellungen erkennen. Damit sind die
Prävalenzraten antisemitischer Einstellungen in Bezug auf die Gesamtpopulation der jungen Menschen nur etwa halb
so hoch wie dies bei Erwachsenen in demselben Jahr mit den gleichen Messinstrumenten festgestellt werden konnte.
Es sind allerdings erhebliche Differenzen für nach Migrationshintergrund und Religionszugehörigkeit bestimmte
Teilgruppen zu erkennen. Personen mit Migrationshintergrund weisen signifikant erhöhte Raten antisemitischer
Einstellungen auf. Besonders stark ausgeprägt ist das bei jungen Muslim:innen. Multivariate Analysen zeigen weiter,
dass die hohe Verbreitung antisemitischer Ressentiments bei jungen Muslim:innen nicht auf deren ebenfalls nachweisbar erhöhten Belastungen durch individuelle Diskriminierungserfahrungen oder die Wahrnehmung einer kollektiven Marginalisierung ihrer Eigengruppe zurückzuführen ist. Wichtige Einflussfaktoren sind, neben geringer Bildung, vor allem eine Neigung zum Verschwörungsglauben sowie eine rigide, fundamentalistische Religionsauffassung. Eine hohe individuelle Religiosität und Gläubigkeit sind hingegen multivariat nicht bedeutsam. Auffallend ist die ganz erhebliche Überrepräsentation von Muslim:innen der ersten Migrantengeneration unter den antisemitisch eingestellten jungen Menschen. Die vorgelegten Befunde haben politische wie auch praktische Implikationen für die Antisemitismusprävention. Sie zeigen, dass die zu erreichende Zielgruppe für Antisemitismusprävention unter jungen Menschen zu erheblichen Teilen aus neu zugewanderten
muslimischen Migrant:innen besteht.
Author(s): Bo, Karen
Date: 2022
Date: 2021
Author(s): Törning, Lenita
Date: 2021
Abstract: This thesis focuses on young Christians’, Jews’ and Muslims’ experiences of interfaith work in the UK and what impact(s) being involved in interfaith might have on their religious, social, ethical and political identities. It is situated in a growing academic and policy interest in interfaith work as a means to build cohesive communities, mitigate tension and conflicts, and encourage active citizenship. It also engages with still under-explored questions around how young people active in interfaith work are affected by this activism. The aim is not only to understand how and why young people from different religions are involved in interfaith work, but also the impact being involved in interfaith work might have on young people’s identities and sense of belonging. Focusing on the biographical accounts of young Christians, Jews and Muslims involved in three different interfaith organisations in UK, the thesis explores how the young people have become interested in interfaith work; the relationships, messages and contexts that have been important in forging this interest and activism; what interfaith work means to them socially, theologically, ethically and politically; and the challenges they have experienced with this form of faith-based engagement. Drawing on Kate Tilleczek’s ‘complex cultural nesting approach’, this thesis attends to the young people’s complex personal experiences of interfaith work and the different social actors, contexts and frameworks that have been important in forming this interest. The thesis shows that, to understand young people’s interfaith work, we need a multidimensional approach that considers social and theological dimensions in young people’s lives; look at how interfaith work is a means to fulfil social and political goals, but also forms of theological commitment; and explore how challenges facing interfaith work inform young people’s experiences in different ways, particularly theological, social and political tension in relation to interfaith space, religious congregations and British society at large.
Author(s): Radvan, Heike
Date: 2010
Date: 2012
Abstract: Cet ouvrage dirigé par Jacques et Ygal Fijalkow découle du colloque qui s'est tenu en 2011 à Lacaune sur le thème des voyages de mémoire de la Shoah (colloque soutenu par la Fondation pour la Mémoire de la Shoah). Enseignants, personnels des musées mémoriaux, témoins de la Shoah, acteurs institutionnels, experts et universitaires y livrent leurs regards et leurs analyses sur les voyages d'étude sur la Shoah.

Enseigner la Shoah n’est pas chose facile. Tous les enseignants le savent. Dans le souci de développer des formes nouvelles d’enseignement, certains ont trouvé une solution : sortir de la classe et aller avec leurs élèves sur des lieux de mémoire. Cette façon de faire, dans un contexte de développement des voyages en général, est en plein développement.Du côté des pouvoirs publics, la formule a plu et les soutiens arrivent de sorte que le nombre de voyages augmente d’année en année. Le succès aidant, un débat est né : qu’apportent véritablement ces voyages de mémoire aux élèves qui y participent ?

C’est sur cette toile de fond que cet ouvrage a été rédigé. On y trouvera des éclairages sur ce qu’apportent les institutions spécialisées dans ce domaine. On pourra y voir également comment les choses se passent, aussi bien lors de la préparation que sur les lieux de mémoire eux-mêmes. Et ceci en France mais aussi chez nos voisins anglais, belges, espagnols, italiens, suisses, ainsi qu’en Israël. Le cas d’Auschwitz est privilégié, mais d’autres lieux sont également examinés.
Date: 2019
Abstract: This report, produced by Professor P. Weller and Dr. I. Foster of the University of Derby, United Kingdom, is based on two phases of research conducted in six OSCE participating States—Belgium, Germany, Greece, Moldova, Poland and the United States of America—between December 2016 and May 2018. The research took various forms, including focus groups, interviews, questionnaires, observations, as well as desk research based on published literature. A detailed bibliography of works consulted is provided in an appendix to the report. The report provides background information about the history of anti-Semitism in each of the countries studied, along with recent statistics concerning reported anti-Semitic incidents in each country. The report does not compare how significant an issue anti-Semitism is in these participating States; rather, it presents an overall pattern of evidence to identify a range of key challenges with at least some relevance for teaching about and addressing anti-Semitism in classroom contexts across the OSCE region as a whole, and thus provides the basis for recommendations that could inform the development of teacher resources to meet those challenges in any OSCE participating State, not just the ones studied for this report. The research has made clear that, while the incidence, frequency and forms of anti-Semitism may vary over time, it remains a reality in OSCE participating States. However, there is relatively little published research on anti-Semitism among young people as such, and even less that is specifically focused on teaching about anti-Semitism and/or addressing it in classroom contexts. Therefore, the primary research that informs this report makes a clear contribution to understanding anti-Semitism as it currently exists in a number of OSCE countries, albeit subject to certain limitations in terms of methodology, which are noted in the report’s appendices.
Author(s): Kasstan, Ben
Date: 2022
Date: 2015