Abstract: In his article, the author responds to Jörg Hermann Yiftach Fehige's criticism, expressed in the article “Jewish Theology as a Science in the Context of Post-Shoah Germany” in the fall 2026 issue of “Theology and Science”. He explains why theologies, as a subject, are an integral part of the arts and humanities within the Central European university system, and why Jewish theology was added as a university subject as late as 2013, 190 years after this had been demanded by Rabbis Abraham Geiger (1836) and Ludwig Philippson (1837) as a prerequisite for the successful emancipation of Jews in a “Christian State” (Friedrich Schlegel). He also speaks out against allegations reported in Fehige's contribution that he is an abuser, cheater, and plagiarist. Keywords: Paul Feyerabend, Abraham Geiger, German Science and Humanities Council, Jewish emancipation, Jewish identity, Jewish theology, liberal democracy, relationship between state and religions, Reform Judaism, Wissenschaft des Judentums, World Union for Progressive Judaism.
Abstract: Staatsexamen am Feiertag? Arbeiten statt Neujahrsfest? Immer wieder kommt es im Alltag von Jüdinnen und Juden in Deutschland zu Konflikten zwischen religiösem Leben und weltlichen Ansprüchen und staatlichen Regelungen. Jüdische Studierende berichten davon, dass sie oft zwischen einem zügigen Studienabschluss und ihrem Glauben wählen müssen, da Prüfungstermine auf Samstag, also Schabbat, oder auf hohe jüdische Feiertage gelegt werden – ganz ohne Ersatztermine. Auch in der Arbeitswelt besteht oft kein Verständnis gegenüber der Befolgung der halachischen Arbeitsruhegebote. Alternative Prüfungstermine und Freistellungen von der Arbeit oder vom Schulunterricht für die Religionsausübung zu verweigern, verletzt aber die Religionsfreiheit und stellt eine unzulässige Benachteiligung dar.
Mit diesem Buch wird die Bedeutung der jüdischen Feiertage beleuchtet und gezeigt, wie der Gesetzgeber handeln müsste, soll die Religionsfreiheit von Jüdinnen und Juden in unserer Rechtsordnung den verfassungsrechtlich gebotenen Respekt erfahren.
Mit Beiträgen von Zsolt Balla, Daniel Fabian, Christian Gehring, Eric Haußmann, Susanna Kahlefeld, Rainer Kampling, Dorothea Marx, Sarah Serebrinski, Anna Staroselski, Heinrich de Wall
Herausgegeben vom Tikvah Institut und Volker Beck
Mit einem Vorwort von Volker Beck
Mit Grußworten von Patricia Ehret und Shila Erlbaum
Topics: Denominations: Haredi / Strictly Orthodox, Denominations: Orthodox, Integration, Secularity, Secularisation and Secular Jews, State and Government: Relations with Religion, Interviews, Main Topic: Other, Media: Jewish Media, Newspapers, Magazines and Periodicals
Abstract: Cette recherche envisage la tension entre une conception englobante de la religion portée par les juifs orthodoxes et une conception privatisée et plurielle en vigueur dans la société française, une société laïque et sécularisée, des années 1980 à nos jours. Cette tension est explorée depuis ces deux points de vue. D’une part, elle interroge comment les juifs orthodoxes s’organisent pour ménager l’espace jugé nécessaire à leur pratique religieuse. Pour ce faire, elle explore leurs besoins, leurs demandes, ainsi que les stratégies qu’ils mettent en œuvre pour les porter. D’autre part, elle soulève la question de la gouvernance publique du religieux. Pour ce faire, elle étudie la manière dont l’État laïc appréhende une minorité religieuse, qui semble aller à contre-courant du mouvement de fond de la sécularisation. A partir d’un protocole de recherche mixte, et en mobilisant la sociologie électorale, la sociologie de l’action collective, l’analyse des politiques publiques, et des outils de sociologie de la religion, elle teste la consistance de l’intégralisme des juifs orthodoxes dans la société française. Elle réfléchit ainsi à la gouvernance de minorités religieuses intégralistes, à partir d’un autre cas que l’islam, et distingue ce qui relève d’une religion en particulier ou de l’orthodoxie. Elle montre une érosion de l’intégralisme religieux, du fait de réponses défavorables des institutions publiques et de la sécularisation qu’il ne parvient pas à enrayer.
Abstract: This response puts Tzuberi's analysis into a broader comparative context. First, the post-1990 attempt to create Jews in the image of the liberal-secular German nation-state met considerable resistance by the Central Council of Jews in Germany. In addition, the majority of post-Soviet Jews showed no interest in liberal Jewish theology or the fantasy of reviving the German-Jewish past. Second, the milieu of Judaizing Germans (core architects of German-Jewish revivalism) shows a strong resemblance to other attempts of escaping colonial whiteness, including patterns of what has been called »ethnic fraud.« Third, in comparison to other cases of minority repatriation, the German practice of expiatory demographic engineering was relatively cost-intensive, but contributed considerably to the country's »nation re-branding« after reunification. Fourth, the German politics of reforestation vis-à-vis its Jewish community points to the rise of a post-migratory »gardening state,« heavily invested in regulating its diverse population through a policy mix of migration, education and surveillance.
Topics: Main Topic: Other, Kashrut, Globalisation, Economy and Economics, Jewish Organisations, State and Government: Relations with Religion, Finance, Comparisons: Between Jews and Non-Jews, Comparisons: Between Diaspora Jewish Populations and Communities, Diaspora and Relations Between Diaspora Countries, Jewish Relations With Non-Jews: Jewish - Muslim Relations
Abstract: Das Konzept der Diaspora hat in den vergangenen Jahren in der akademischen Diskussion eine hohe Konjunktur erfahren. War der Bedeutungsgehalt des Begriffs historisch auf die klassischen Fälle von teils gewaltsamer Vertreibung, teils freiwilliger Neusiedlung der jüdischen und griechischen, sowie schließlich der armenischen Gemeinden beschränkt, so bezieht er sich inzwischen auf quasi alle außerhalb ihres ursprünglichen Territoriums lebenden ethnischen Gruppen (Tölölyan 1991). Dieser Schritt markiert einen sowohl theoretischen wie auch politischen Einschnitt, der in einem engen Zusammenhang mit den Debatten über die kulturellen Effekte der Globalisierung steht. Die Wiederkehr der Diaspora kann gewissermaßen als exemplarische Repräsentation einer Vergesellschaftungsform verstanden werden, die mit unseren nach wie vor territorial verorteten Kategorien bricht und in ihren transnationalen Bezügen die Grenzen eines „methodologischen Nationalismus“ (Beck 2004) aufzeigt. Das begriffliche Gegenüber der Diaspora bildet demzufolge der Nationalstaat. Anschließend an den postkolonialen Diskurs scheinen diasporische Gemeinschaften als alternative Entwürfe deterritorialisierter kultureller Identitäten auf, die im strikten Gegensatz zu nationalstaatlich organisierten Gesellschaften konstruiert sind (vgl. Appadurai 1994; Clifford 1997; kritisch dazu Anthias 1998). Wie ich im Folgenden zeigen möchte, übersieht diese behauptete Fundamentalopposition, dass und in welcher Weise Migrationspopulationen nach wie vor durch nationalstaatliche Regimes und deren institutionelle Zwänge gekennzeichnet sind. Im Unterschied zu einer Position, die insbesondere das kosmopolitische und grenzüberschreitende Potenzial von Diaspora-Gemeinschaften unterstreicht, will ich insofern gerade auf deren Einbettung in jeweils nationalstaatliche Rahmen verweisen, in und gegenüber denen die lokalen Diasporas ihre kulturelle Eigenständigkeit zu behaupten versuchen. Ein solches Vorgehen ist mit der migrationssoziologischen Annahme verknüpft, dass Einwanderung als Prozess aufzufassen ist, den sowohl die aufnehmende Gesellschaft als auch die Immigranten selbst strukturieren. Es handelt sich dabei nicht um einen symmetrischen Prozess, sondern um einen zu Lasten der Einwanderer ungleich gewichteten, denn diese müssen auf die politischen und symbolischen Ordnungsmuster Bezug nehmen, die in den verschiedenen Aufnahmegesellschaften maßgeblich sind (Bauböck 1992). Diesem Spannungsverhältnis soll am Beispiel der Migration russischsprachiger Juden nach Deutschland nachgegangen werden.