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Author(s): Porat, Iddo
Date: 2025
Date: 2026
Abstract: In memory of Dr. Paul Levine, my friend and mentor during the last years of his life, this chapter honors his commitment to research, write, and teach about the Holocaust and the entangled histories of Sweden and the Holocaust. In this chapter, I demonstrate how traces of the Holocaust in Sweden—including former refugee camps, cemeteries, schools, and hospitals, etc.—help educate students and the public about the events of the Holocaust, its historical significance in Sweden, and its relevance today. I argue that “authentic sites” of Nazi persecution—often regarded as the most pedagogically authoritative locations—are not only the places where the destruction and persecution were perpetrated (a conception that vests authenticity with the perpetrators). Rather, I contend that “authenticity” in relation to Nazi persecution (and the pedagogical authority carried with it) is conferred by the victims and survivors. Authentic sites of Nazi persecution can thus be understood not only as sites of destruction but also as sites of survival and death in the aftermath of the destruction. As such, many authentic sites of Nazi persecution exist in Sweden. This chapter draws on examples from my own and other scholars’ research on places in Sweden where traces of the Holocaust may be found, as well as on grassroots efforts conducted by educators and activists, for three purposes. First, to explore theoretical and practical approaches to uncovering the significance of place. Second, to examine the potential of local history for teaching about broader, national and transnational histories of the Holocaust and Sweden’s complex connection with the Holocaust and its aftermath. Finally, to investigate what can be—or is already being—done to enhance past and current efforts to educate the public about these important issues.
Date: 2026
Translated Title: A victimology of anti-Semitism
Date: 2026
Abstract: Von Antisemitismus betroffene Personen erleben ihre Umgebung oft als empathie- und reaktionslos. Sie haben Sorge, nicht ausreichend geschützt zu werden. Auch deshalb ist ihr Anzeigeverhalten niedrig. Um das Vertrauen von Jüdinnen und Juden in das Handeln von Sicherheitsbehörden und Rechtsstaat zu stärken, benötigt es fundiertes Wissen sowie Verständnis über Antisemitismus und die Betroffenen selbst. Eine Viktimologie des Antisemitismus befasst sich deshalb mit dem Verständnis und der Beschreibung als Opfer aus der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Auch wird ein Verständnis von Antisemitismus zugrunde gelegt, das gesellschaftliche und phänomenologische Mechanismen und Funktionen berücksichtigt und auf Formen eingeht, die besonders in der Gegenwart für die Betroffenen prägend sind. Um die spezifischen primären und sekundären Viktimisierungserfahrungen einordnen zu können, ist eine Perspektivdivergenz in der unterschiedlichen Wahrnehmung von den Betroffenen und der Mehrheitsgesellschaft zu berücksichtigen, die auch in dem generationsübergreifenden Trauma der Shoah und der Kontinuität des Antisemitismus für die Betroffenen begründet liegt. Der Artikel hat das Ziel, unterschiedliche Perspektiven auf die Viktimisierung durch Antisemitismus aufzuzeigen und hinsichtlich einer Viktimologie für Betroffenenperspektiven zu sensibilisieren, indem verschiedene Wahrnehmungen beschrieben und Viktimisierungserfahrungen dargestellt werden. Darauf aufbauend wird eine betroffenensensible Antisemitismusprävention skizziert.
Author(s): Albert, Kathrin
Date: 2026
Author(s): Zaban, Hila
Date: 2026
Date: 2023
Date: 2025
Abstract: Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e. V. (Bundesverband RIAS) ist der Dachverband zivilgesellschaftlicher Meldestellen für antisemitische Vorfälle in Deutschland. Er verfolgt das Ziel, bundesweit eine einheitliche zivilgesellschaftliche Dokumentation antisemitischer Vorfälle ober- und unterhalb der Strafbarkeitsgrenze zu gewährleisten, die in jährlichen Berichten systematisch ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Neben den Meldungen von Betroffenen und Zeug*innen, dem Versammlungs- und Pressemonitoring sind auch polizeilich erfasste Straftaten Teil der Datengrundlagen, wenn diese zugänglich gemacht werden. In den vergangenen Jahren gab es allerdings keinen flächendeckenden systematischen Abgleich mit den polizeilichen Statistiken zu antisemitischen Straftaten. Der Kriminalpolizeiliche Meldedienst Politisch Motivierte Kriminalität (KPMD-PMK), in den neben den klassischen Staatsschutzdelikten auch Hasskriminalität beziehungsweise antisemitische Straftaten eingehen, ist seit Beginn Gegenstand der Arbeit des Bundesverbandes RIAS, etwa in den vom Bundesverband RIAS durchgeführten Problembeschreibungen zu Antisemitismus in mehreren Bundesländern (vgl. RIAS-BK 2018; Bundesverband RIAS, 2019, 2020, 2021a, 2021b, 2022; SABRA 2020). Das durch das BMI geförderte Projekt Austausch von Polizei und Zivilgesellschaft zu Antisemitismus (APZAS) wurde ins Leben gerufen, um einerseits den Austausch zwischen regionalen Antisemitismus-Meldestellen und den Polizeistellen zu initiieren und zu begleiten sowie andererseits die Erfassungspraxis in den föderal arbeitenden Landeskriminalämtern aus zivilgesellschaftlicher Perspektive zu untersuchen und dabei insbesondere den zugrunde liegenden antisemitismusbegriff nachzuvollziehen. Dafür wurden 2023 zwölf leitfadengestützte Interviews mit Expert*innen (vgl. Helfferich, 2019) aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Justiz, der polizeilichen Hochschullehre sowie Vertreter*innen unterschiedlicher Landeskriminalämter geführt. Die Interviews wurden im Anschluss inhaltsanalytisch ausgewertet (vgl. Kuckartz, 2012; Schreier, 2012). Ausgewählte Ergebnisse werden in diesem Beitrag diskutiert. Bevor wir uns der Kritik der Extremismus-Konzeption widmen, werden zunächst das Antisemitismusverständnis des KPMD-PMK sowie Perspektiven von Betroffenen untersucht.
Date: 2025
Abstract: Die deutsche Gesellschaft steht angesichts globaler und regionaler Entwicklungen der letzten Jahrzehnte vor vielfältigen gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Verschärfte Konflikte, Rassismus, Diskriminierung sowie die Verbreitung von Falschinformationen und Verschwörungsmythen prägen das gesellschaftliche Klima. Rassistische,
antisemitische, rechtsextreme und autoritäre Einstellungen sind tief in Teilen der Gesellschaft verwurzelt und manifestieren sich zunehmend sichtbarer und gewaltbereiter (Decker et al., 2022; Zick et al., 2023; Institut
für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e. V., 2023a; 2023b). Die Erkenntnisse dieser Studien verdeutlichen die Dringlichkeit, die Verbreitung extremistischer Einstellungen, insbesondere unter jungen
Menschen, genauer zu erforschen. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer bundesweiten OnlineBefragung zu antisemitischen Einstellungen junger Menschen in Deutschland zwischen 16 und 27 Jahren vorgestellt. Die Befragung wurde in drei Phasen durchgeführt: In der ersten Phase wurden antisemitische (n = 1 593, Erhebungszeitraum: November 2022), in der zweiten Phase antimuslimische (n = 1 625, Erhebungszeitraum: September 2023) und in der
dritten Phase rechtsextreme Einstellungen (n = 1 313, Erhebungszeitraum: Dezember 2023) junger Menschen erforscht. Bei der Ziehung der Stichprobe wurde auf das Online-Access-Panel GapFish zurückgegriffen. Die
ausgewählten Ergebnisse in diesem Beitrag beziehen sich auf die erste und dritte Phase (antisemitische und rechtsextreme Einstellungen junger Menschen in Deutschland)
Date: 2025
Abstract: Dieses Teilmodul des MOTRA-Monitorings analysiert auf der Grundlage von polizeilichen Kriminalstatistiken aktuelle Entwicklungen des gesellschaftlichen Radikalisierungsgeschehens in Form von politisch motivierter Kriminalität (PMK). Im Zentrum der Analysen steht neben der Kriminalitätsentwicklung die räumliche Verteilung von PMK in Deutschland. Das Teilmodul verfolgt somit das Ziel, durch die Untersuchung von soziostrukturellen Prädiktoren für das regionale Aufkommen von PMK zu einem besseren Verständnis des strafrechtlich relevanten Radikalisierungsgeschehens beizutragen. Der diesjährige Beitrag fokussiert sich auf die Entwicklung und Verteilung von antisemitisch motivierter Kriminalität im Hellfeld. Hierzu präsentieren wir anhand offizieller Polizeistatistiken einen Einblick in die ansteigenden Fallzahlen in den vergangenen Jahren, die in einen sprunghaften Anstieg der antisemitisch motivierten Kriminalität im Jahr 2023 mündete. Im Zentrum der Analysen untersuchen wir regionale Prädiktoren für antisemitisch motivierte Kriminalitätsraten in den 400 deutschen Kreisen und kreisfreien Städte für die Zeit von 2020 bis 2023. Diese Raumanalysen zeigen, dass sich antisemitisch motivierte Straftaten nicht zufällig zwischen den Regionen in Deutschland verteilen, sondern insbesondere höhere Kriminalitätsraten für die in Ostdeutschland gelegenen Kreise zu erkennen sind. Zudem verdeutlicht die Untersuchung kriminalsoziologisch relevanter Raumeigenschaften einen positiven Zusammenhang zwischen den Raten der allgemeinen und der antisemitisch motivierten Kriminalität. Weniger eindeutig sind dagegen die prädiktiven Eigenschaften der Urbanität und Deprivation von Kreisen. Während bei der Deprivation insbesondere die Werte von benachbarten Kreisen in einem negativen Zusammenhang mit antisemitischen Straftaten in dem eigenen Kreis zu stehen scheinen, finden sich bezüglich der Urbanität Hinweise auf eine unterschiedliche Assoziation zwischen ost- und westdeutschen Kreisen. Demnach steigt die Belastung antisemitisch motivierter Kriminalität in westdeutschen Kreisen mit deren zunehmender Urbanität tendenziell an, während in ostdeutschen Kreisen höhere Kriminalitätsraten mit eher ländlichen Regionen einhergehen. Insgesamt demonstriert der diesjährige Monitor-Beitrag die zunehmende gesellschaftliche Relevanz der antisemitisch motivierten Kriminalität und präsentiert neue Erkenntnisse zu der
regionalen Verteilung des polizeilich registrierten Kriminalitätsaufkommens in Deutschland.
Date: 2025
Date: 2026
Abstract: Transnistria, meaning “beyond the Dniester”, was an artificial geographic term created during the Second World War, referring to a region in the Ukraine that was situated between the Dniester River on the west and the Bug River on the east, also extending southward to the Black Sea. During October and November 1941, thousands of terrorized Jews, mostly without food and water, were deported on foot or by wagon to Transnistria. Depending on whose numbers one uses, between 120,000 and 180,000 Jews were deported to Transnistria from Bessarabia and Northern Bukovina. Of this group, only 50,000 would survive the war.

For years, the fate of the Jews in Transnistria was not emphasized in Holocaust remembrance, education, or commemoration. The reasons for this were manifold. They included problems of documentation; attitudes of Eastern European governments until the transition of the 1990s; priorities of major Holocaust memorial organizations until that transition; activities, primarily internally focused, of the survivor organizations from Bukovina, Bessarabia, and Transnistria; and, finally, the dynamics among Jewish survivors from Romania as they reassembled their lives in the first postwar decades. All this contributed to Transnistria becoming “the forgotten Holocaust”.

As the last Jewish survivors of the Transnistrian ghettos and camps reached their eighth and ninth decades at the beginning of the 21st century, various political, social, educational, and demographic factors coalesced, changing pre-existing dynamics regarding the memory of Transnistria. In this chapter, I focus on these factors, showing how and why this “forgotten Holocaust” is slowly being remembered again.
Author(s): Rottman, Astrid
Date: 2026
Abstract: Public engagement with the Holocaust in Romania has developed slowly and unevenly, shaped by decades of political constraint and institutional silence. Until 1989, restricted archival access and an antifascist ideological framework marginalized the specificity of Jewish persecution, subsuming it under a generalized narrative of “victims of fascism”. A substantive public acknowledgment of Romania’s responsibility emerged only in 2004, with the adoption of the Final Report of the International Commission on the Holocaust in Romania. This belated recognition profoundly influenced the spatial articulation of memory in Bucharest.

The chapter examines the fragmented mnemonic landscape of the city through a theoretical distinction between imprints and places. Imprints are material interventions – monuments, plaques, museums – that inscribe historical facts into public space. While essential for visibility and moral acknowledgment, they operate largely as static markers. Places, by contrast, are urban sites whose latent memory is reactivated through collective engagement. Rather than merely preserving the past, they generate memory through interaction, interpretation, and embodied experience.

Through case studies – including Giurgiului Cemetery, the Bucharest Holocaust Memorial (2009), and the Memorial to the Martyrs of the Bucharest Pogrom (2016) – the chapter traces the transition from enclosed, community-bound remembrance to civic visibility. It then analyzes the pedagogical project PLACES (2021), developed with architecture students, which reconstructed the prewar addresses of the 125 pogrom victims and reinscribed them into the contemporary city through mapping, archival research, and digital interfaces.

By shifting attention from sites of death to spaces of everyday life, PLACES exemplifies a performative model of remembrance grounded in secondary witnessing. The study argues that, in the absence of living testimony, urban space itself becomes a medium of memory – capable not only of conserving history but of ethically reactivating it within the present.
Author(s): Feller, Yaniv
Date: 2026
Author(s): Reynolds, Daniel P.
Date: 2025
Date: 2025
Author(s): Weinbaum, Laurence
Editor(s): Stauber, Roni
Date: 2010
Abstract: The past is never past, wrote William Faulkner. The great American writer had in mind his native Mississippi, but he might as well have written those words about Poland. Indeed, among history-conscious Poles, the findings of historians have had far-reaching social and political consequences that transcend the esoteric discussions of scholars. This was corroborated in recent times by the emergence of a discourse in Poland over what some have called polityka historyczna (Geschichtspolitik, or history policy), which focuses on the question of whether historians who write of the less glorious episodes in Polish history are actually acting against the interests of the nation. Many Polish historians, including the best-known scholars among them, have protested against this suggestion, which poses a clear danger to the fidelity of their discipline. The dissolution of the Communist regime in Poland at the end of the 1980s made possible the deconstruction of every aspect of contemporary history. The process of reconstruction, begun in earnest, proved to be complex and painful. This was particularly the case when dealing with the bitterest chapters in the millennial story of Polish-Jewish relations, which were, and continue to be, the subject of popular and intellectual discussion as well as serious scholarly research. Out of this process emerged a new understanding of history, one that renders much of the earlier canon on the topic virtually obsolete. It had, in fact, been under way for some years even before the collapse of Communism – especially in the pages of Poland’s extraordinarily vibrant underground press and also, to an impressive extent given the prevailing censorship, in those of Poland’s legally operated independent Catholic press. Polish émigré journals were also regularly smuggled into Poland and had significant influence. Nevertheless, it was only with the collapse of the old regime and the birth of Poland’s Third Republic that this activity could be carried out without interference and Poland could finally undergo its own Vergangenheitsbewältigung (coming to terms with the past). This chapter discusses the evolution of Poland’s confrontation with the destruction of Polish Jewry.