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Date: 2000
Abstract: Keine sechs Jahre nach dem Ende des Holocaust schrieb Theodor W. Adorno, einer der bekanntesten Vertreter der Kritischen Theorie, in seiner Schrift Minima Moralia: „Der Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden.“ Der Philosoph und Soziologe wollte mit dieser schlichten Definition das formulieren, was kennzeichnend für den Antisemitismus ist und sich häufig hinter der Verbreitung von Verschwörungsideologien verbirgt: Das Konstruieren einer homogenen Gruppe, der pauschal negative Eigenschaften zugeschrieben werden. Das Wort „Gerücht“ drückt zugleich etwas „Heimliches“ aus, etwas, das im Verborgenen passiert. Ein Geheimnis also, von dem nicht alle Menschen wissen sollen oder dürfen. Sogenannte Verschwörungsmythen kommen selten ohne Antisemitismus aus – und umgekehrt. Das zeigen nicht zuletzt aktuelle verschwörungs- ideologische Diskurse um SARS-CoV-2. Wie das Virus, so breiten sich weltweit in ebenso rasanter Geschwindigkeit Geschichten um dessen Herkunft und Ursprung aus. Das „Gerücht“, nach dem die Krankheit von einer geheimen Macht erfunden worden oder harmlos sei, glauben in den USA viele Menschen bis hin zum amtierenden Präsidenten Donald Trump, und sie haben inzwischen auch in Deutschland Hochkonjunktur. Insbesondere die extreme Rechte versucht, sich diesen Verschwörungsmythos zunutze zu machen. So entwickelte sich von den Vereinigten Staaten ausgehend ein neues Phänomen, das zum Synonym für viele Verschwörungsideologien wurde. Das Schlagwort hinter diesem Phänomen lautet: QAnon.
Author(s): Roten, Hervé
Date: 2000
Author(s): Birnbaum, Pierre
Date: 2000
Date: 2000
Date: 2000
Author(s): Hofman, Nila Ginger
Date: 2000
Abstract: My dissertation addresses the sociocultural processes which contribute to the construction of ethnocultural identity among Zagrebian Jews. I argue, contrary to the often essentialized perception of Jewish identity imposed by e.g. the Croatian government and Jewish international organizations, that Jewish identity in Zagreb is actively chosen in ways that are both idiosyncratic and contingent upon the surrounding sociocultural environment. At the heart of my argument is an appeal to the dynamic and contextual nature of identity negotiation, and the influence this has on the maintenance and survival of the Zagrebian Jewish community. In support of this, I have employed ethnographic methods to assess (i) the ways in which Jewish identity is negotiated by community members and (ii) the ways in which the meaning of Jewish community is sustained in Zagreb. With regards to (i), I conclude that Zagrebian Jews understand their identities in terms of symbolic ethnoreligiosity, i.e. in terms of feelings and nostalgic ideas about Jewish culture and tradition. With regards to (ii), I show that the history and development of Jewish identity in Zagreb can be traced through patterns of membership participation in various Jewish organizations prevalent in the nineteenth and twentieth centuries. These patterns reveal the predominantly secular nature of the Zagrebian Jewish community. In light of this, I argue that community for Zagrebian Jews is ultimately defined symbolically through various types of social interaction among members. It is for this reason that the recent attempts of both international Jewish organizations and the Croatian government to impose an essentialized image of Jewish identity on the community are at odds with, and ultimately destructive to, the secular and improvisatory self-images of the members themselves.
Author(s): Cohen, Martine
Date: 2000
Date: 2000
Abstract: Porträts von 17 jüdischen Gemeinden in Europa.

Am Ende eines für Europa geschichtsträchtigen und vor allem für Juden tragischen Jahrhunderts entwerfen 18 Autoren individuell gestaltete, einander ergänzende Porträts jüdischer Gemeinden, die Auskunft geben über das Leben und Wirken der Gemeinschaften, über deren Gegenwart und Vergangenheit, ihre Strukturen und Voraussetzungen. Diese Bestandsaufnahmen des jüdischen Lebens führen quer durch Europa: nach Österreich, England, Frankreich und Deutschland. Es folgen Beiträge über die Türkei, einen jahrhundertealten Zufluchtsort für Juden, den jüdischen Nachwuchs in Osteuropa, über Thessaloniki, die Juden im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, deren Gemeinschaft durch anhaltende Emigration bedroht ist, und über die wirtschaftliche und soziale Not der ukrainischen Juden. Der Leser erfährt von der Entwicklung der kleinen aber dynamischen jüdischen Gemeinde von Litauen, von jener in Estland und von der unerwarteten Wiedergeburt des Judentums in Polen, dem einzigen Land in Europa mit einer wachsenden jüdischen Bevölkerung. Nach einem Beitrag über die neuerwachten Gemeinden Prag und Bratislava gibt der Band einen Überblick über die Geschichte des Judentums im Rumänien des 20. Jahrhunderts, erzählt von der »ungarischen Renaissance« und porträtiert die kroatische jüdische Gemeinde, die nun, nach beinahe 50 Jahren wieder einen Rabbiner hat. In einem abschließenden Essay fordert die französische Historikerin Diana Pinto das Wiederentstehen einer europäischen jüdischen Identität und gemahnt die Gemeinden an ihre Pflicht der Erinnerung.