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Author(s): Roitman, Malin
Date: 2026
Date: 2026
Abstract: Die antisemitische Protestmobilisierung hat sich seit dem 7.Oktober 2023 von einer akuten, ereignisbezogenen Gelegenheitsstruktur zu einem festen Bestandteil politischer Mobilisierung in Deutschland entwickelt. In den Jahren 2025 und 2026 bildeten sich dauerhafte Akteursnetzwerke und gefestigte Protestmilieus heraus; hier sind zwar rückläufige Teilnehmendenzahlen, aber auch Radikalisierungstendenzen und eine Verschärfung der antisemitischen Rhetorik zu beobachten.
Langjährig aktive, oft PFLP-nahe oder islamistisch geprägte Strukturen beeinflussen Tonlage, Inhalte und Aktionsformen der Proteste maßgeblich. In denselben Protestkontexten treten die antiimperialistische Linke und zunehmend Teile der Klima-, der feministischen und der antimilitaristischen Szene auf; israelbezogene Mobilisierungen haben sie in ihre politische Praxis integriert.
Die Anschlussfähigkeit antisemitischer und israelfeindlicher Narrative wird maßgeblich durch reichweitenstarke InfluencerInnen und Content-CreatorInnen, die auch ohne formale organisatorische Einbindung erhebliche Deutungsmacht entfalten, befördert. So entstehen flexible digitale Allianzen, in denen etablierte politische Trennlinien an Bedeutung verlieren.
Kennzeichnend ist eine Diskursverschiebung, mit der antisemitische Narrative und Deutungsrahmen an gesellschaftlicher Akzeptanz gewinnen. Dazu zählen die Umdeutung von Gewalt in legitimen Widerstand, die Delegitimierung Israels, das Feindbild Zionismus, die Abwehr historischer Verantwortung sowie Verschwörungsdenken.
Die beschriebenen Dynamiken gehen mit einem messbaren Anstieg antisemitischer Bedrohungen im öffentlichen und digitalen Raum einher: Jüdische Personen und Einrichtungen sind verstärkt Anfeindungen, Gewalt und erhöhten Schutzanforderungen ausgesetzt. Jüdische Perspektiven und Erfahrungen werden delegitimiert oder anhand ihrer Haltung zu Israel hierarchisiert – und gegebenenfalls aus öffentlichen Debatten ausgeschlossen.
Date: 2026
Author(s): Lauer, Stefan
Date: 2026
Abstract: Der Kampf gegen Antisemitismus in Berlin hat einen blinden Fleck: Er denkt international geprägte Szenen, die sich zum Teil als queer definieren oder mit queeren Szenen überlappen, nicht mit. Das ist nicht neu, aber es wird seit dem 7. Oktober 2023 immer deutlicher sichtbar. Queers mobilisieren zu israelfeindlichen Demos, es kommt zu Übergriffen auf Jüdinnen*Juden. Wer Teil der Szene sein will, muss sich antizionistisch positionieren.

Dieses Dossier soll einen Eindruck des Ist-Zustands in Hinblick auf Antisemitismus in Teilen der queeren Community Berlins vermitteln. Dabei handelt es sich um ein Schlaglicht, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Längst nicht alle Auseinandersetzungen, die in den vielen unterschiedlichen queeren Szenen und Orten geführt werden, können hier abgebildet werden. Das Dossier wird Grundlagen der kritischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus und israelbezogenem Antisemitismus erläutern. Homonationalismus und Pinkwashing sind zwei miteinander verbundene Begriffe der Queer-Theorie, die kritisch eingeordnet werden, weil sie zentral für den Blick unterschiedlicher queerer Szenen auf den Israel-Palästina-Konflikt, den sogenannten Nahostkonflikt, sind. Es zeichnet nach, wie sich antisemitismus in den letzten Jahren in queeren Szenen gezeigt und was sich seit dem 7. Oktober 2023 verändert hat.

Welche Verbindungen dabei bestehen und wie die Szenen und Akteure aufgestellt sind, zeigen zwei Exkurse: einer zur BDS-Kampagne und ihrer Rolle als aktuell dominierende Form des Antisemitismus — und einer zur Clubkultur, als bedeutender Ort der Austragung. Wie Antisemitismus in queeren Szenen aussehen kann, belegen Zitate aus Interviews, die für diesen Text geführt wurden: mit Queers, Bündnissen und Verbänden.
Date: 2026
Date: 2026
Date: 2026
Abstract: Das vorliegende zivilgesellschaftliche Lagebild der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS Berlin) dokumentiert antisemitische Vorfälle im Jahr 2025 und analysiert deren Erscheinungsformen und Entwicklungen. Ziel des Berichts ist es, auf Grundlage systematisch erhobener und verifizierter Meldungen ein möglichst umfassendes Bild antisemitischer Dynamiken in Berlin zu zeichnen und ihre Auswirkungen auf Betroffene sichtbar zu machen.

2197 antisemitische Vorfälle hat RIAS Berlin 2025 in Berlin dokumentiert. Die von RIAS Berlin dokumentierten Daten zeigen, dass antisemitische Vorfälle in Berlin seit dem 7. Oktober 2023 stark angestiegen sind; das hohe Vorfallaufkommen hielt auch im Jahr 2025 an. Obwohl bei einzelnen Vofalltypen, etwa bei Angriffen und gezielten Sachbeschädigungen, gegenüber 2024 weniger Vorfälle bekannt geworden sind, liegen die Gesamtzahlen weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre vor 2023.

Die Erfahrungen der Betroffenen bilden die Grundlage für diesen Bericht. Sie verweisen nicht nur auf einzelne Vorfälle, sondern auf ein gesellschaftliches Klima, in dem antisemitische Äußerungen und Handlungen möglich sind – und zu oft unwidersprochen bleiben. Antisemitische Vorfälle sind keine isolierten Ereignisse. Die Auseinandersetzung mit antisemitischen Erfahrungen, (er-)fordert Ressourcen: zeitliche, soziale, politische, emotionale, psychische, wirtschaftliche.

Auch im Falle einer juristischen Auseinandersetzung sind nicht nur finanzielle Mittel erforderlich. Ein solcher Prozess bedeutet mitunter, sich immer wieder mit dem antisemitischen Erlebnis auseinanderzusetzen, die Erfahrung nicht abschließen zu können. Ähnliches gilt für die oft langwierigen und zehrenden Auseinandersetzungen an Hochschulen oder am Arbeitsplatz um sichere Räume für Jüdinnen_Juden oder auch darum, dass Antisemitismus überhaupt erkannt oder anerkannt wird.

Auffällig ist die feindliche Deutung des Begriffs „Zionismus“. Im antisemitischen Diskurs wird er zu einer politischen Markierung, die Zionismus u.a. mit Faschismus und Nationalsozialismus gleichsetzt und zur Feindzuschreibung macht. Seit 2023 weist RIAS Berlin auf Vorfälle hin, in denen diese Zuschreibung auf bekannte antisemitische Stereotype zurückgreift. Das Feindbild „Zionismus“ geht über die Delegitimierung Israels hinaus, es wird auch in Stellung gebracht, um Jüdinnen_Juden und nicht-jüdische Personen als politische Gegner_innen zu markieren und aus Räumen oder von Dienstleistungen auszuschließen.

Außerdem geraten zivilgesellschaftliche Initiativen zur Dokumentation antisemitischer Vorfälle zunehmend unter Druck und werden mit Vorwürfen konfrontiert, die ihre Arbeit delegitimieren sollen. In einer solchen Situation wird eine sachliche und differenzierte Auseinandersetzung erheblich erschwert – auch wenn sie gegenwärtig dringender denn je erforderlich ist.
Author(s): Stögner, Karin
Date: 2025
Date: 2026
Date: 2026
Abstract: Our point of departure being that free speech by all sides must be protected and that pro-Palestinian speech is not antisemitic by definition, this chapter examines the extent to which Greek political parties’ critique of Israeli policies diachronically might implicitly or explicitly contribute to the dissemination of antisemitic mythopoesis. Moving beyond the conventional focus on far-right rhetoric, this analysis explores how antisemitic tropes are reproduced within the discourses of mainstream political actors, including the conservative party New Democracy and the socialist PASOK. Particular emphasis is placed on the Greek left, a heterogeneous political formation encompassing a broad spectrum of ideologies that ostensibly uphold human rights and progressive values. The presence of discriminatory discourse within such frameworks reveals the deep entrenchment of antisemitic attitudes in Greek society, where they function as a form of ideological common sense. By examining periods such as the Greek debt crisis and the War in Gaza starting in 2023, we argue that this latent antisemitism tends to resurface during periods of socio-political crisis and permeates the entire political spectrum, challenging assumptions about its marginality or exclusivity to far right politics and rhetoric. At this point, and in light of the turbulent historical moment we are witnessing—marked by an ongoing humanitarian crisis in the Gaza Strip, the endless suffering of the Palestinean people and the widespread instability throughout the Middle East—we deem it necessary to clarify that it is not our intention to intervene in the broader debate surrounding the Israeli-Palestinian conflict. In contrast, our objective is to examine the phenomenon of antisemitism through a historical, cultural, and political lens, with a specific focus on how public opinion is shaped with regard to Greek Jewish citizens—and Jews more broadly—within the discourse articulated by Greek political actors. We would like to explicitly state that antisemitism, in this context, is not to be understood solely as a contemporary political manifestation, but as a multidimensional and diachronic phenomenon. With reference to the events of October 7th and their aftermath, we align ourselves with the position articulated by Gabor Maté, who, discussing the trauma and Palestinian suffering, emphatically stated that: “Any colonial power does precisely what Israel is doing and has been doing. (…) So, there is nothing specifically ‘Jewish’ about this. It also goes along with the colonial trajectory
Date: 2026
Date: 2025
Author(s): Bolton, Matthew
Date: 2025
Date: 2025
Author(s): Zawadzka, Anna
Editor(s): Stoetzler, Marcel
Date: 2023
Abstract: In this chapter I intend to present what happens when contemporary Western activist and academic anti-Zionism falls on the fertile soil of a country which is, firstly, semi-peripheral and, secondly, burdened with a history of antisemitism that is as intense as it is specific. Its specificity entails three postwar waves of Jewish emigration caused by antisemitic violence, primarily to Israel. The first two happened in 1946–9 and 1956–60, respectively. The third of these waves was triggered by what in Poland is generally referred to as ‘March’. The repression of student youth protesting against censorship intensified in March 1968, but the antisemitic campaign with which the state authorities cracked down on opposition within the party and on the streets lingered on for much longer. It was unleashed under the banner of ‘anti-Zionism’. I will first briefly outline the events of that period, since knowledge of them is essential to understanding the meanings with which the term ‘Zionism’ is imbued in Poland. Next I will outline the contemporary politics of remembrance of ‘March’ and, more broadly, the stakes of Polish historical politics, which are related to the collective manifestations of Poles’ attitudes towards Jews. These three phenomena – March 1968, the management of its memory and contemporary historical politics reproducing antisemitic clichés – form, so I would like to suggest, the first context against which the functioning of anti-Zionism in Poland today should be considered.
Author(s): Boyd, Jonathan
Date: 2025
Abstract: In this report:
As the 80th Session of the United Nations General Assembly approaches, and with key statesmen and leaders, including British Prime Minister Sir Keir Starmer, announcing that their countries may recognise a Palestinian state at the summit, this report finds levels of agreement with the contention that “a two-state solution is the only way Israel will achieve peace with its neighbours in the Middle East” have fallen to below 50% among British Jews for the first time since records began.

The report is based on over 4,800 responses from members of the JPR Research Panel to the 2025 Jews in Uncertain Times Survey, conducted in June/July 2025.

Some of the key findings in this report:
49% of respondents agree with the two-state solution contention, compared with 54% a year ago, and 78% in 2010.
Despite the reported drop, support for the two-state solution remains the majority opinion among British Jews, as 41% disagree with it and 10% are not sure.
Younger Jews are found to be less likely to believe in the two-state solution than their elders, with over 40% of 16-29-year-olds showing a degree of support for a shared bi-national state.
Attitudes to support for the two-state solution correlate with Jews’ Jewish denominational positions, political allegiances and attitudes to Zionism.
Anti-Zionist Jews, who constitute a small minority of British Jews as a whole, are particularly likely to favour bi-nationalism over the two-state solution. The much larger, mainstream and orthodox communities overwhelmingly reject this position, but show considerable scepticism for the two-state solution, most likely on security grounds.
British Jews overwhelmingly reject the idea that ‘Israel should take over full control of Gaza.’
Author(s): Grigat, Stephan
Date: 2022
Author(s): Grigat, Stephan
Date: 2025
Abstract: Wie lässt sich der Hass auf Israel erklären? Woher kommt der tief verwurzelte Antisemitismus, der sowohl in der westlichen als auch in der arabischen Welt existiert? Stephan Grigat beleuchtet die verschiedenen Gesichter des Antisemitismus – von christlichem und islamischem Antijudaismus über modernen Antisemitismus bis hin zum Antizionismus. Er untersucht, wie diese Formen des Hasses nicht nur aus historischen Wurzeln hervorgehen, sondern auch als Ideologien in politischen Bewegungen auf beiden Seiten des politischen Spektrums agieren – vom arabischen Nationalismus bis zum politischen Islam.

Die Beiträge des Bandes bilden antisemitismuskritische Debatten im deutschsprachigen Raum in den letzten zwei Dekaden ab und verdeutlichen die Konsequenzen aus diesen Debatten für aktuelle Auseinandersetzungen – insbesondere seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 in Südisrael, den Hisbollah-Angriffen auf Nordisrael seit dem 8. Oktober 2023 und den daran anschließenden Diskussionen über israelbezogenen Antisemitismus in Deutschland. Durch die Dokumentation von Interviews, die der Autor in den Monaten nach dem Hamas-Massaker gegeben hat, können politische Interventionen in die Diskussion über den Nahost-Konflikt und seine Rezeption in der deutschen Öffentlichkeit nachvollzogen werden.
Ausgehend von Darstellungen der christlichen und islamischen Tradition des Antijudaismus und der Zuspitzung im modernen, rassistischen Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts wird der Fokus der sowohl historisch als auch theoretisch orientierten Beiträge auf die unterschiedlichen Ausprägungen eines antisemitischen Antizionismus gerichtet. Linke und rechte Theorietraditionen werden ebenso behandelt wie unterschiedliche Ausprägungen des Islamismus – der israelbezogene Antisemitismus wird als eine zentrale Integrationsideologie unserer Zeit analysiert.
Eingebettet in theoretische Erörterungen im Anschluss an die Kritische Theorie werden Ausdifferenzierungsprozesse in linken Positionierungen gegenüber Israel nachgezeichnet und die unterschiedlichen Ausprägungen des politischen Islam vor dem Hintergrund der Geschichte der Konflikte im Nahen Osten nachvollzogen. Ein besonderer Fokus wird auf die Analyse und Kritik der Holocaustleugnung und des eliminatorischen Antizionismus des iranischen Regimes und seiner Verbündeten gerichtet, die im Kontext des iranischen Atomwaffenprogramms und der deutschen Nahost-Politik diskutiert werden.
Author(s): Schubert, Kai E.
Date: 2024
Abstract: Dem Staat Israel kommt in Deutschland regelmäßig eine im internationalen Vergleich große Aufmerksamkeit zu. Fast immer geht es hierbei um dessen Rolle im Nahostkonflikt, also in den jahrzehntelang bestehenden politischen Auseinandersetzungen mit den palästinensischen Akteur*innen, arabischen sowie weiteren Staaten der Region (wie etwa dem Iran). Diese Aufmerksamkeit verläuft konjunkturell und folgt dem Verlauf von Eskalationsphasen des Nahostkonflikts. In den letzten Jahre wurde der (mögliche) antisemitische Gehalt "israelkritischer" Positionen zunehmend diskutiert: "Debatten um Fragen des aktuellen Antisemitismus sind immer öfter zugleich Debatten um Wahrnehmungen Israels und des Nahostkonflikts" (Niehoff 2021, 73). Beide Themen werden häufig und zunehmend miteinander assoziiert. Gleichzeitig sind Unklarheiten und Unsicherheiten weit verbreitet, welche Positionierungen gegenüber dem Staat Israel, der sich als Nationalstaat des jüdischen Volkes versteht, als antisemitisch zu bewerten sind (und, so die Konsequenz, moralisch geächtet werden sollten) und welche Haltungen demgegenüber als "kritische" 1 einzustufen sind (und als solche legitimer Teil der kontroversen politischen Auseinandersetzung seien). Zu einer entsprechenden Sensibilisierung haben insbesondere Studien und Berichte mit dem Fokus auf Perspektiven von Betroffenen von Antisemitismus (Zick u.a. 2017a; Bernstein 2020; Chernivsky u.a. 2020) sowie die professionelle zivilgesellschaftliche Arbeit etwa von Monitoringstellen antisemitischer Vorfälle (Bundesverband RIAS/Internationales Institut für Bildung, Sozial-und Antisemitismusforschung 2021) beigetragen. Auch wissenschaftliche Forschung widmet sich verstärkt der Problematik. Deutlich sichtbar wurde diese insbesondere im Mai 2021, als anlässlich von militärischen Auseinandersetzung zwischen der palästinensischen Hamas und der israelischen Armee antiisraelische Demonstrationen in Deutschland stattfanden, in deren Kontext (vermeintliche) jüdische Personen, Synagogen sowie der Staat Israel bedroht und attackiert wurden (vgl. ebd., 14, 51-65). 1 Irritationen entstehen regelmäßig u.a. deswegen, da völlig unterschiedliche Nutzungen von "kritisch" in diesem Zusammenhang existieren (vgl. z.B. Schwarz-Friesel/Reinharz 2013, 194-209). Die Bandbreite reicht von Begriffsverständnissen, die alle nicht-antisemitischen negativen Positionierungen unter "kritisch" subsummieren, andere Verständnisse grenzen den "kritischen" Bereich eng(er) ein.
Author(s): Elbe, Ingo
Date: 2022
Abstract: Postkoloniale und poststrukturalistische antirassistische Theorieansätze gewinnen weltweit einen immer größeren Einfluss an Universitäten, im Politik- und Kulturbetrieb sowie in sozialen Bewegungen. Das Bild, das prominente Vertreterinnen und Vertreter dieser Ansätze dabei von Antisemitismus und Holocaust einerseits, Judentum und Zionismus andererseits zeichnen, weist systematische Verzerrungen und Fehler auf: Unterschiedliche Formen und Radikalitätsgrade der begrifflichen Entspezifizierung oder Verharmlosung von Antisemitismus, der Relativierung der Shoah sowie der Dämonisierung Israels und des Zionismus sind dabei festzustellen. Die folgende Bibliographie bietet einen ersten Überblick über Kritiken an postkolonialen, bzw. postmodern-antirassistischen Deutungen von Antisemitismus, Shoah, Zionismus und Israel. Nicht alle der dabei aufgelisteten Texte sind grundlegende Kritiken an solchen Ansätzen. Manche kritisieren lediglich spezielle, aber signifikante Punkte der postkolonialen und antirassistischen Deutung der oben genannten Themen. Eine Liste mit ausgewählten kritischen Beiträgen zur 2020 begonnenen deutschen Feuilleton-Debatte über postkoloniale Theoretiker wie Achille Mbembe, Michael Rothberg oder Dirk Moses wurde ebenso angefügt wie einige Literaturhinweise zu Kritiken an der Israel-Boykottkampagne BDS, dem prominentesten politischen Bewegungskontext postkolonialer und antirassistisch artikulierter Angriffe auf den jüdischen Staat. Berücksichtigung fanden in Gestalt einer separaten Liste auch Kritiken an der sog. Jerusalem Declaration on Antisemitism, weil diese als wesentlicher Versuch gewertet werden kann, ‚subalterne‘ oder ‚postkoloniale‘ Formen von israelbezogenem Antisemitismus zu verharmlosen.
Author(s): Goodman, Simon
Date: 2025
Date: 2024
Abstract: The findings of this report demonstrate a concerning rise in antisemitism and anti-Zionism in Europe since October 7, 2023, drawing on extensive data analysis of incidents, trends, online sentiments, and influential figures utilizing Open Source Intelligence (OSINT) methodologies.

Dramatic Increase in Sentiment: There has been a significant and consistent surge in both antisemitic and anti-Zionist sentiments across Europe, among both far-right and far-left groups. This more than 400% increase in hateful content is primarily linked to heightened anti-Israel sentiments following the country s response to the October 7
attacks.

Traditional Antisemitism: While the surge in sentiment correlates with growing anti-Israel sentiment, it has increasingly become intertwined with long-standing antisemitic stereotypes. Narratives suggesting that Jews exert disproportionate control, equating Jews with Nazis, or accusing them of genocidal intentions have
become more prevalent.

Geographical Concentration: The most concerning developments have been observed in the UK, France, and Germany—countries with substantial Jewish populations. This trend underscores the heightened risks faced by these communities, both online and in physical spaces.

Influencers and Content Generators: The primary drivers of antisemitic and anti-Zionist content have been pro-Palestinian advocates (both politicians, groups, and influencers) who o en employ antisemitic rhetoric to advance an anti-Israel agenda. This rhetoric seeks to delegitimize the state of Israel and its right to self-defense in the aftermath of the October 7 attacks.

This report serves as a critical resource for understanding the contemporary landscape of antisemitism and anti-Zionism in Europe, highlighting the urgent need for awareness and action in combating these dangerous trends.