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Date: 2026
Abstract: Wir untersuchen Manifestationen von Online-Antisemitismus im deutschen Sprachraum anhand von Tweets über Jüdinnen, Juden und Israel aus den Jahren 2019–2022. Die manuell annotierten Zufallsstichproben von insgesamt mehr als 8000 Tweets geben Aufschluss darüber, wie in sozialen Medien im deutschen Sprachraum vor dem 7. Oktober 2023 über jüdisches Leben und Israel gesprochen wurde. Auch wenn nur ein kleiner Teil der Kommentare, mit 312 Nachrichten etwa vier Prozent, antisemitisch laut der IHRA-Definition von Antisemitismus waren, zeigen sie eine große Bandbreite an Formen von Antisemitismus auf. So wird sichtbar, dass viele der nach dem 7. Oktober 2023 gemachten Anschuldigungen gegen Israel auch schon vorher vorhanden waren. Aber auch die als nicht antisemitisch gelabelten Posts bilden viele unterschiedliche Aspekte und Perspektiven ab, mit denen in Deutschland über jüdisches Leben und Antisemitismus gesprochen wird. Ein Thema war die Shoah. Dabei wurden zum Teil fragwürdige Vergleiche gezogen, etwa zwischen der Verfolgung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus und zeitgenössischen Themen. Beispiele dafür sind die öffentliche Kritik an Personen, die sich gegen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie stellen, das Diskriminierungsempfinden von Muslim_innen oder AfD-Sympathisant_innen sowie das Leid der Palästinenser_innen. Ein weiters Thema war Antisemitismus und die Verurteilung dessen, meist allgemein, gelegentlich aber auch konkret in Bezug auf eine bestimmte Äußerung oder Handlung. Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung ist, dass sich die meisten Online-Diskurse, in denen die Begriffe „Juden“ oder „Israel“ verwendet wurden, in irgendeiner Form mit Antisemitismus in Vergangenheit oder Gegenwart befassten – der Alltag von Jüdinnen, Juden und Israelis spielte dagegen eine untergeordnete Rolle.
Author(s): Jikeli, Günther
Date: 2024
Author(s): Jikeli, Günther
Date: 2024
Author(s): Jikeli, Günther
Date: 2023
Author(s): Jikeli, Günther
Date: 2017
Abstract: Antisemitische Feindbilder sind bei arabischen Flüchtlingen weit verbreitet. Dies belegt eine Studie, welche vom American Jewish Committee (AJC) in Auftrag gegeben wurde.

„Bisher beruhte diese wichtige Diskussion, etwa zum Thema Antisemitismus, lediglich auf der Ebene von Vermutungen. Nun haben wir ein wissenschaftlich-fundiertes Bild: Judenfeindliche Ressentiments, antisemitische Verschwörungstheorien und eine kategorische Ablehnung Israels sind bei vielen Flüchtlingen aus dem arabischen Raum weit verbreitet. Dies ist angesichts der tiefen Verwurzelung des Judenhasses in arabischen Ländern zwar nicht verwunderlich, dennoch hat uns die Klarheit einiger Aussagen überrascht. Das Problem ist komplexer als von manch einem angenommen“, sagte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute.

Die Studie wurde von dem Historiker und Antisemitismusforscher Dr. Günther Jikeli (Indiana University/Universität Potsdam) in Berlin durchgeführt. Hierfür wurden 68 Geflüchtete (18-52 Jahre) aus Syrien und dem Irak in Gruppeninterviews befragt. Eine aktuell laufende Folgestudie vom Forscher mit 85 Befragten bestätigt die Ergebnisse.

„Wir haben die Studie in Auftrag gegeben, um Antworten über Einstellungen zu Juden, Israel und demokratischen Werten unter Flüchtlingen aus dem arabischen Raum zu bekommen. Die Erkenntnisse sind von großer Bedeutung für die Frage, wie die Integration von Geflüchteten gelingen kann“, so Berger weiter. „Die Ergebnisse der Studie sind erschütternd, aber nicht alle Flüchtlinge sind gleich und unser Verständnis muss viel differenzierter werden. Gerade diejenigen, die in Syrien oder dem Irak als religiöse oder ethnische Minderheiten verfolgt wurden, positionieren sich häufiger gegen Antisemitismus und für Israel."
Author(s): Jikeli, Günther
Date: 2017