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Date: 2024
Abstract: Der 7. Oktober 2023, der brutale Terrorangriff der Hamas auf Israel mit rund 1200 Ermordeten und hunderten Verschleppten und der anschließende Krieg in Gaza markieren auch hierzulande eine Zäsur. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Terrorangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober und des kurz darauf beginnenden
und zum Veröffentlichungszeitpunkt dieser Publikation noch laufenden Krieges in Gaza, erreichte die Bildungsstätte Anne Frank eine Flut an Anfragen. Insbesondere Lehrkräfte und andere an Schule beschäftigte Fachkräfte meldeten sich mit der Bitte nach Beratung und Fortbildung zum Umgang mit Terror, Krieg und den sich daran entzündenden Folgen hierzulande.

Unser Team reagierte schnell mit einer Vielzahl ad hoc durchgeführter digitaler Gesprächsangebote, mit Fortbildungen vor Ort, mit Veranstaltungen, Publikationen und Materialien. Den ersten Jahrestag des
7. Oktobers 2023 nahmen wir zum Anlass, die aktuellen Bedarfe an Schulen systematisch zu erfassen – eine Lücke, die wir mit einer Online-Umfrage unter Lehrkräften schließen. Ziel war es zu erfassen, ob und in welcher Weise der 7. Oktober 2023 und der Gaza-Krieg ein Jahr später noch Thema in den Schulen sind, wie die Lehrkräfte damit umgehen und welche Unterstützung sie sich dabei wünschen.

Zwischen dem 09.09.24 und 23.09.24 haben sich 159 Lehrkräfte aller Schulformen, vor allem aus Gymnasien, Berufs- und Gesamtschulen und mit 98 Prozent überwiegend aus Hessen, an der Umfrage beteiligt. Ihnen und ihren aussagekräftigen Antworten, die wir auf den folgenden Seiten präsentieren, gilt unser ausdrücklicher
Dank. Ihre Antworten zeigen, dass dem Thema große Wichtigkeit beigemessen wird und einzelne Lehrkräfte im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen, den sogenannten Nahostkonflikt zu thematisieren – dass strukturelle Zwänge, insbesondere mangelnde zeitliche Kapazitäten, einen angemessenen Umgang mit der Thematik
aber erschweren.

Die Umfrage bestätigt uns in unserer Forderung nach einer Bildungsoffensive, die Schulen in all ihrer Heterogenität dazu befähigt und sie mit den entsprechenden zeitlichen und materiellen Ressourcen ausstattet, den Nahostkonflikt und andere komplexe globale Konflikte unserer Zeit, deren Geschichte und gesellschaftspolitische Dimensionen besser verstehen und einordnen zu können.

Ziel muss es sein, dass Lehrkräfte sprechfähig sind zu den Themen, die ihre Schüler*innen und uns als Gesellschaft bewegen – und entsprechend der vielfältigen Identitäten und Positionen im Raum Schule sind Perspektivwechsel dafür unumgänglich. Insbesondere müssen dabei auch der digitale Raum und dessen besondere Dynamiken1
mit adressiert werden – die Umfrageergebnisse zeigen überdeutlich, dass es an Strategien des Umgangs mit den Sozialen Medien mangelt, hier bedarf es einer konsequenten Verzahnung medienpädagogischer Angebote mit Inhalten der politischen Bildung.
Author(s): Stögner, Karin
Date: 2025
Translated Title: Antisemitism
Editor(s): Achour, Sabine
Date: 2024
Abstract: Im Oktober 2019 übte ein bekennender Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag – Jom Kippur – in Halle ein Attentat aus, bei dem er explizit betende Jüdinnen und Juden in der Synagoge ermorden wollte. Seit dem Terrorakt der Hamas am 7. Oktober 2023 im Süden Israels und dem darauffolgenden Krieg erleben wir weltweit eine neue und andere Welle des Antisemitismus. Während einige Menschen aus dem linken und dem muslimischen Spektrum Israel das Existenzrecht absprechen, stehen nun rechte und rechtsextreme Politiker:innen vermeintlich an der Seite Israels. Diese Gemengelage kanalisiert sich in antisemitischem Hass und Hetze, sowohl online als auch auf den Straßen. Sie richten sich zwar zunächst augenscheinlich gegen „die Juden“, sind aber vielmehr eine Bedrohung unserer gesamten Demokratie, die die Rechte von Minderheiten schützen und stärken und die das friedliche Zusammenleben aller gewährleisten soll. Die genannten Beispiele des Hasses, die in ihrer Brutalität aus dem in Deutschland nachweislich verbreiteten „Alltagsantisemitismus“ herausstechen, zeugen von der Transformations- und Anschlussfähigkeit des Phänomens Antisemitismus. Nach dem Attentat in Halle schrieb das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2020 die Förderlinie „Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus“ aus. In zehn bundesweit aufgestellten Forschungsverbünden wurden in den vergangenen vier Jahren sowohl grundlegende als auch praxisorientierte Untersuchungen zu unterschiedlichen Dimensionen, Akteur:innen und Adressat:innen bearbeitet. Mit dieser Ausgabe von Politikum werden Ergebnisse aus diesen, aber auch weiteren Forschungen vorgestellt. Dabei wird u. a. den Fragen nachgegangen, welche Vor- und Nachteile die derzeit heftig debattierten Antisemitismusdefinitionen bieten, wie israelbezogener Antisemitismus von legitimer Kritik an der Regierung Israels unterschieden werden kann, wie Deepfakes antisemitische Narrative bedienen und wie man sie dekonstruiert oder auch, ob Graphic Novels als Unterrichtsmaterial in der Antisemitismusprävention geeignet sind. Mit den Einordnungen, Bestandsaufnahmen und Empfehlungen laden wir ein, sich mit unterschiedlichen Aspekten des Phänomens zu befassen, und bieten Einblicke in aktuelle Forschungen und neueste Materialien.

Stefanie Schüler-Springorum
„Der ewige Antisemitismus“

Armin Pfahl-Traughber
Israelbezogener Antisemitismus oder legitime Kritik?
Kursierende Definitionen zur Differenzierung kritisch geprüft

Thomas Haury
Schwierige Gemengelagen
Zur Unterscheidung von israelbezogenem Antisemitismus und nicht-antisemitischen Antizionismen in Geschichte und Gegenwart

Sara Han
Die Verbindung zwischen christlichem Antisemitismus und der Neuen Rechten in Deutschland

Sina Arnold
„Importierter“ Antisemitismus?
Zur Funktionalität eines zweifelhaften Konzepts

Sarah Jadwiga Jahn
„From the river to the sea, Palastine will be free“
Herausforderungen und Perspektiven für den Rechtsstaat

Marcus Scheiber
Antisemitische Deepfakes
Dekonstruktion über Bildwissen

Ursula Hennigfeld
Antisemitismusprävention im Schulunterricht
Kriterien zum Einsatz von Graphic Novels

Projekt RESPOND!
Antisemitismus in den sozialen Medien junger Menschen
Ein Training zur Stärkung der Medien- und Handlungskompetenz

Matthias Springborn
Geldverleiher im Mittelalter?
Herausforderungen bei der Darstellung von Jüdinnen und Juden, vom Judentum und von Israel in Schulbüchern

Philipp Graf und Alexander Weidle
Das Objekt zum Subjekt machen
Jüdische Alltagskultur in Deutschland vermitteln
Date: 2025
Abstract: Nach dem Angriff der klerikal-faschistsichen Hamas auf Israel im Oktober 2023 kam es sehr schnell zu einer Mobilisierung für die Ziele der Terrororganisation. Diese waren von Anfang an getragen von antisemitischen Tropen und gingen einher mit einem rasanten Anstieg der antisemitisch motivierten Straft- und Gewalttaten. Relevante Trägergruppen dieses Antisemitismus sind dem eigenen Selbstverständnis nach im linken politischen Spektrum positioniert. Zeigt diese Mobilisierung eine bisher übersehene Verbreitung antisemitischer Ressentiments auch in der politischen Linken an? Und was sind mögliche Ursachen für das Vorkommen des Antisemitismus in Gruppen, für die Gerechtigkeitsnormen zum erklärten Selbstverständnis gehören? Auf Grundlage der Daten der Leipziger Autoritarismus Studie 2024 können wir zeigen, dass der Antisemitismus auch innerhalb der Linken verbreitet ist, wenn auch die Rationalisierung des Ressentiments teilweise anders ausfällt. Auffällig ist, dass innerhalb jüngerer Befragter der Antisemitismus häufiger anzutreffen ist, als bei älteren – mit Ausnahme des Schuldabwehrantisemitismus. Wir diskutieren diese Befunde auf auf kritisch-theoretischer Basis.Nach dem Angriff der klerikal-faschistsichen Hamas auf Israel im Oktober 2023 kam es sehr schnell zu einer Mobilisierung für die Ziele der Terrororganisation. Diese waren von Anfang an getragen von antisemitischen Tropen und gingen einher mit einem rasanten Anstieg der antisemitisch motivierten Straft- und Gewalttaten. Relevante Trägergruppen dieses Antisemitismus sind dem eigenen Selbstverständnis nach im linken politischen Spektrum positioniert. Zeigt diese Mobilisierung eine bisher übersehene Verbreitung antisemitischer Ressentiments auch in der politischen Linken an? Und was sind mögliche Ursachen für das Vorkommen des Antisemitismus in Gruppen, für die Gerechtigkeitsnormen zum erklärten Selbstverständnis gehören? Auf Grundlage der Daten der Leipziger Autoritarismus Studie 2024 können wir zeigen, dass der Antisemitismus auch innerhalb der Linken verbreitet ist, wenn auch die Rationalisierung des Ressentiments teilweise anders ausfällt. Auffällig ist, dass innerhalb jüngerer Befragter der Antisemitismus häufiger anzutreffen ist, als bei älteren – mit Ausnahme des Schuldabwehrantisemitismus. Wir diskutieren diese Befunde auf auf kritisch-theoretischer Basis.
Date: 2025
Abstract: I 2024 har AKVAH registreret det højeste antal antisemitiske hændelser nogensinde med i alt 207 antisemitiske hændelser. 1 Det er en stigning på 71 % fra 2023, hvor AKVAH registrerede 121 antisemitiske hændelser.

Terrorangrebet i Israel d. 7. oktober 2023, den efterfølgende krig i Gaza og den bredere konflikt i Mellemøsten dannede bagtæppe for størstedelen af de antisemitiske hændelser i 2024. I 125 (60 %) af de 207 antisemitiske hændelser var indholdet eller konteksten for hændelserne relateret til Israel, krigen i Gaza eller andre udviklinger og begivenheder i Mellemøsten.

Brandattentatet mod en jødisk kvindes hjem i maj 2024 var en ekstrem og personfarlig antisemitisme af en karakter, som AKVAH ikke har registreret siden terrorangrebet mod synagogen i 2015, hvor den frivillige vagt Dan Uzan
blev dræbt. AKVAH registrerede i 2024 hele 9 tilfælde af vold, overfald og anden fysisk chikane mod jøder, heriblandt et knivoverfald mod en jødisk dreng i Slagelse.

I 5 hændelser i 2024 modtog jødiske borgere konkrete og eksplicitte dødstrusler. I yderligere 20 hændelser blev der opfordret til drab på jøder generelt eller udtrykt ønske om jøders død.

Over halvdelen (63 %) af de antisemitiske hændelser i 2024 var rettet mod personer eller institutioner, der tydeligt kunne identificeres som jøder eller jødiske.

Denne tendens var hyppig både offline (49 % af alle hændelserne offline) og i særdeleshed online (90 % af alle hændelserne online).3 AKVAH vurderer på den baggrund, at personer eller institutioner, der er synligt jødiske i det offentlige eller online rum, er i betydeligt forhøjet risiko for at blive udsat for antisemitiske hændelser.

I 2024 var der en udbredt tendens til, at jødiske borgere, institutioner eller organisationer i Danmark blev holdt kollektivt ansvarlige for Israels handlinger (71 hændelser). Denne tendens forekom både offline (56 % af de 71 tilfælde) og online (44 % af de 71 tilfælde).

Antisemitiske hændelser, der involverede børn og unge, var en udtalt og alvorlig problematik i 2024 (26 hændelser). Ligesom i 2023 var størstedelen af de antisemitiske tilfælde af overfald, trusler, chikane og mobning mod jødiske børn og unge i 2024 relateret til begivenheder i Israel, Gaza eller bredere udviklinger i konflikten i Mellemøsten (17 hændelser).

Referencer til Holocaust, 2. verdenskrig eller Hitler, eller eksplicit nazistisk symbolik, retorik og gestik indgik i 97 (47 %) af de antisemitiske hændelser for 2024. Dette forekom både med eksplicit afsæt i den ekstreme højrefløj, men
optrådte også hyppigt med relation til Israel, krigen i Gaza og begivenheder i Mellemøsten. Det vidner om en udbredt tendens til, at både nazismen som ideologi og Holocaust som historisk begivenhed benyttes som midler til
antisemitisk chikane med afsæt i forskellige ideologier, politiske overbevisninger og samfundsmæssige agendaer.
Antisemitiske hændelser offline udgjorde en større andel (66 %) af de registrerede hændelser i 2024 end i 2023 (47 %). Antallet af onlinebaserede antisemitiske hændelser var højere i 2024 (71) end i 2023 (64).

Antisemitiske konspirationsteorier optrådte i 28 % af de antisemitiske hændelser online.
Date: 2026
Abstract: In June 2025, Hadassah UK partnered with the Hadassah Medical Organization in Jerusalem to undertake important mental health research in the community. Developed by leading Israeli trauma experts, a UK-wide survey was presented to the community to understand how British Jews were coping with the psychological and social impact of October 7th, the ongoing conflict, and rising antisemitism.

This research involved 511 participants from diverse backgrounds within the UK Jewish community, representing various denominational affiliations, geographic locations, and demographic characteristics. The completed study provided robust statistical power for examining complex relationships between trauma exposure, psychological symptoms, and protective factors.Our comprehensive statistical analysis reveals critical insights into the psychological impact of exposure to the October 7th events and subsequent antisemitism on the UK Jewish community.

Participants were recruited through multiple channels including synagogues, Jewish community organisations, and social networks to ensure broad representation, as well as help to capture the full spectrum of experiences within the UK Jewish community.

From our study, we can see that the psychological impact of October 7th and subsequent events created significant mental health challenges within the UK Jewish community. A key finding showed that over one-third of participants exhibited clinically significant PTSD symptoms, including intrusive memories of attack imagery, avoidance of trauma reminders, and heightened reactive responses.
Date: 2025
Date: 2025
Author(s): Kotek, Joël
Date: 2025
Date: 2025
Date: 2026
Date: 2025
Date: 2025
Date: 2025