Antisemitism among Muslims in Germany before and after October 7, 2023: An analysis based on an unexpected event during survey design
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Antisemitismus unter Muslimen in Deutschland vor und nach dem 7. Oktober 2023: Eine Analyse auf Basis eines „Unexpected Event during Survey Design“
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October 7, 2023 is regarded as the deadliest massacre of Jews since the Shoah and marks a historical turning point. Since then, the repercussions of this terrorist attack and the subsequent Hamas-Israel war have been intensely debated. Antisemitic and violence-glorifying incidents in certain Muslim-migrant milieus have triggered emotionally charged debates on so-called “Muslim antisemitism.” However, little is known so far about the broader impact of October 7 and the war on the Muslim population in Germany. This study is based on a secondary analysis of the dataset Muslim Faith in Germany, collected between July 2023 and April 2024, and allows for a quasi-experimental before-and-after comparison in line with the Unexpected Event During Survey Design (N = 712 before, N = 1119 after October 7). The findings indicate that antisemitism among Muslims in Germany has changed significantly but only marginally since October 7, 2023, with consistently high approval rates between 30% and 35% for pronounced traditional antisemitism and between 23% and 19% for pronounced Israel-related antisemitism. Striking is the notable increase in radicalization potential: antisemitism—particularly in its Israel-related form—is significantly more strongly associated after October 7 with willingness to participate in unauthorized demonstrations, readiness for self-sacrifice, sympathies for Islamist actors, and acceptance of violence and terrorism as a means to enforce Muslim interests. Regression analyses show that especially lacking political integration, high fundamentalism, and threat perception are significantly associated with antisemitism after October 7. Implications for research and practice are discussed, regarding the strengthening of political trust, the dismantling of fundamentalism, and the reduction of collective threat perceptions.
Translated Abstract
Der 7. Oktober 2023 gilt als das schwerste Massaker an Jüdinnen und Juden seit der Schoa und markiert daher eine Zäsur. Seither werden die Auswirkungen dieses Terroranschlags und des anschließenden Hamas-Israel-Krieges intensiv diskutiert. Insbesondere antisemitische und gewaltverherrlichende Vorfälle in bestimmten muslimisch-migrantischen Milieus haben emotional aufgeladene Debatten über den ‚muslimischen Antisemitismus‘ ausgelöst. Über die Breitenwirkung des 7. Oktober und des Krieges auf die muslimische Bevölkerung in Deutschland ist bislang jedoch wenig bekannt. Die Studie basiert auf einer Sekundäranalyse des Datensatzes ‚Muslimischer Glaube in Deutschland‘, erhoben von Juli 2023 bis April 2024, und erlaubt einen quasi-experimentellen Vorher-Nachher-Vergleich im Sinne des Unexpected Event During Survey Designs (N = 712 vor, N = 1119 nach dem 7. Oktober). Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Antisemitismus unter Muslim*innen in Deutschland seit dem 7. Oktober 2023 zwar signifikant, jedoch nur marginal verändert hat, mit weiterhin hohen Zustimmungsraten zwischen 30 und 35 % für ausgeprägten traditionellen Antisemitismus und zwischen 23 und 19 % für ausgeprägten israelbezogenen Antisemitismus. Auffällig ist jedoch ein deutlich gestiegenes Radikalisierungspotenzial: Antisemitismus – insbesondere in seiner israelbezogenen Form – steht nach dem 7. Oktober signifikant stärker im Zusammenhang mit der Bereitschaft zur Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen, zur Selbstaufopferung, mit Sympathien für islamistische Akteure sowie mit der Akzeptanz von Gewalt und Terror zur Durchsetzung muslimischer Interessen. Regressionsanalysen zeigen, dass insbesondere mangelnde politische Integration, hoher Fundamentalismus sowie Bedrohungswahrnehmung nach dem 7. Oktober mit Antisemitismus zusammenhängen. Aus diesen Befunden werden abschließend Implikationen für Forschung und Praxis abgeleitet – insbesondere mit Blick auf die Stärkung politischen Vertrauens, das Aufbrechen fundamentalistischer Religiosität sowie die Reduktion kollektiver Bedrohungswahrnehmungen.
Topics
Antisemitism: Attitude Surveys Antisemitism: Muslim Antisemitism: Israel-Related October 7 2023 attacks + aftermath Main Topic: Antisemitism
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Antisemitism among Muslims in Germany before and after October 7, 2023: An analysis based on an unexpected event during survey design. 2025: https://archive.jpr.org.uk/10.1007/s41682-025-00233-7
