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Lagebild Antisemitismus: Feldbeobachtung im öffentlichen Raum. 1. Halbjahr 2026

Translated Title

Situation report on antisemitism: Field observation in public spaces. First half of 2026

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Wie zeigt sich Antisemitismus auf Versammlungen im öffentlichen Raum? Welche Parolen, Symbole und Narrative treten wiederholt auf? Und was bedeutet es für Jüdinnen und Juden, wenn gewaltverherrlichende und delegitimierende Sprache auf Demonstrationen normalisiert wird? Diesen Fragen geht die neue Veröffentlichung „Lagebild Antisemitismus. Feldbeobachtung im öffentlichen Raum“ nach. Sie bündelt eigene Beobachtungen von 76 Versammlungen aus dem ersten Halbjahr 2026, in dem das JFDA insgesamt 329 antisemitische Vorfälle dokumentiert hat. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der isolierte Vorfall, sondern die Frage, welche Muster sich über verschiedene Versammlungen hinweg zeigen und fachlich einordnen lassen.

Das Lagebild macht sichtbar, dass die Bewertung einer Versammlung nicht bei der Frage endet, ob sie polizeilich als friedlich gilt. Entscheidend ist vielmehr, welche Inhalte im öffentlichen Raum wiederholt artikuliert werden, welche Feindbilder sie transportieren und welche Wirkung sie auf jüdische Sichtbarkeit, demokratische Öffentlichkeit und zivilgesellschaftliche Beobachtung entfalten. Bei den Feldbeobachtungen zeigten sich dabei vor allem die Dämonisierung und Delegitimierung Israels, entmenschlichende Zuschreibungen, Gewalt- und Vernichtungssemantik, NS-Vergleiche und Umkehrungen der Schoa-Erinnerung sowie verschwörungsideologische Erzählungen. Die Veröffentlichung richtet sich an Öffentlichkeit, Zivilgesellschaft, politische Bildung, Medien und zuständige Stellen. Sie bietet eine Grundlage, um antisemitische Dynamiken auf Versammlungen nicht nur punktuell wahrzunehmen, sondern in ihren wiederkehrenden Formen, Anschlussfähigkeiten und Wirkungen einzuordnen. Zugleich verdeutlicht sie, dass eine kontinuierliche, quellengebundene Feldbeobachtung notwendig bleibt, um solche Entwicklungen nachvollziehbar zu dokumentieren und über einzelne Ereignisse hinaus vergleichbar zu machen.

Translated Abstract

How does antisemitism manifest at public gatherings? Which slogans, symbols, and narratives recur? And what does it mean for Jewish people when language that glorifies violence and delegitimizes others becomes normalized at demonstrations? The new publication *Lagebild Antisemitismus. Feldbeobachtung im öffentlichen Raum* (Antisemitism Situation Report: Field Observations in Public Spaces) addresses these questions. It compiles observations from 76 gatherings held during the first half of 2026—a period in which the JFDA documented a total of 329 antisemitic incidents. The focus is not on isolated incidents, but rather on identifying patterns across various gatherings and analyzing them from a professional perspective.

The report demonstrates that assessing a gathering involves more than simply determining whether the police classify it as peaceful. Crucially, it examines the content repeatedly voiced in public spaces, the hostile stereotypes conveyed, and the impact on Jewish visibility, the democratic public sphere, and civil society monitoring. Key findings from the field observations include the demonization and delegitimization of Israel, dehumanizing characterizations, rhetoric inciting violence and annihilation, comparisons to the Nazi era, the inversion of Holocaust memory, and narratives rooted in conspiracy ideologies. The publication is addressed to the general public, civil society, political educators, the media, and relevant authorities. It provides a foundation for understanding antisemitic dynamics at gatherings not merely as isolated events, but by contextualizing their recurring forms, their capacity to gain traction, and their broader impact. At the same time, it highlights the ongoing need for continuous, evidence-based field observation to document these developments transparently and enable comparisons that extend beyond individual events.

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Bibliographic Information

Lagebild Antisemitismus: Feldbeobachtung im öffentlichen Raum. 1. Halbjahr 2026. Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA). 2026:  https://archive.jpr.org.uk/object-5910