Was tun gegen Antisemitismus?! Anregungen zu einer Pädagogik gegen Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert
Translated Title
What can be done about antisemitism?! Suggestions for an educational approach against Jew-hatred in the 21st century.
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Judenfeindschaft wird in der deutschen Gesellschaft offiziell geächtet. Jugendliche lassen sich ebenso ungern wie Erwachsene sagen, sie hätten Vorurteile, wären sich ihrer nur nicht bewusst. Deswegen kann es Gruppen wie ein unterschwelliger Vorwurf erscheinen, wenn TeamerInnen von außerhalb zu ihnen kommen, um mit ihnen einen Workshop gegen Antisemitismus durchzuführen. Es ist mitunter hilfreich, bei der Ankündigung des Workshops nicht von Antisemitismus zu sprechen, sondern ihn als Fortbildung zu den Ursachen des Rechtsextremismus anzukündigen. Der Schulunterricht über den Nationalsozialismus und die Lehren aus der Geschichte haben, wie die öffentlichen Debatten der vergangenen 15 Jahre, nicht nur dazu geführt, dass Menschen ihre Einstellungen selbstkritisch reflektierten, sondern auch dazu, dass sie lernen, was offiziell gewünscht ist. Das führt die pädagogische Arbeit gegen Antisemitismus in eine gefährliche Zwickmühle: einerseits judenfeindliche Vorstellungen zu überwinden, andererseits die latent vorhandenen Bilder und Denkweisen erst einmal hervorzulocken und erkennbar werden zu lassen.
Translated Abstract
Anti-Semitism is officially ostracized in German society. Young people are just as reluctant as adults to be told that they have prejudices if they are simply not aware of them. That's why it can seem like a subliminal accusation to groups when teamers come to them from outside to conduct a workshop against anti-Semitism. It is sometimes helpful not to talk about anti-Semitism when announcing the workshop, but to announce it as further training on the causes of right-wing extremism. School teaching about National Socialism and the lessons of history, like the public debates of the past 15 years, has not only led people to self-critically reflect on their attitudes, but also to learn what is officially desired. This leads educational work against anti-Semitism into a dangerous dilemma: on the one hand, to overcome anti-Semitic ideas, and on the other hand, to first attract and make recognizable the latent images and ways of thinking.
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Was tun gegen Antisemitismus?! Anregungen zu einer Pädagogik gegen Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert. . 2016: https://archive.jpr.org.uk/object-5467
