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Date: 2025
Date: 2023
Translated Title: A victimology of anti-Semitism
Date: 2026
Abstract: Von Antisemitismus betroffene Personen erleben ihre Umgebung oft als empathie- und reaktionslos. Sie haben Sorge, nicht ausreichend geschützt zu werden. Auch deshalb ist ihr Anzeigeverhalten niedrig. Um das Vertrauen von Jüdinnen und Juden in das Handeln von Sicherheitsbehörden und Rechtsstaat zu stärken, benötigt es fundiertes Wissen sowie Verständnis über Antisemitismus und die Betroffenen selbst. Eine Viktimologie des Antisemitismus befasst sich deshalb mit dem Verständnis und der Beschreibung als Opfer aus der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Auch wird ein Verständnis von Antisemitismus zugrunde gelegt, das gesellschaftliche und phänomenologische Mechanismen und Funktionen berücksichtigt und auf Formen eingeht, die besonders in der Gegenwart für die Betroffenen prägend sind. Um die spezifischen primären und sekundären Viktimisierungserfahrungen einordnen zu können, ist eine Perspektivdivergenz in der unterschiedlichen Wahrnehmung von den Betroffenen und der Mehrheitsgesellschaft zu berücksichtigen, die auch in dem generationsübergreifenden Trauma der Shoah und der Kontinuität des Antisemitismus für die Betroffenen begründet liegt. Der Artikel hat das Ziel, unterschiedliche Perspektiven auf die Viktimisierung durch Antisemitismus aufzuzeigen und hinsichtlich einer Viktimologie für Betroffenenperspektiven zu sensibilisieren, indem verschiedene Wahrnehmungen beschrieben und Viktimisierungserfahrungen dargestellt werden. Darauf aufbauend wird eine betroffenensensible Antisemitismusprävention skizziert.
Date: 2025
Abstract: Der Beitrag geht der Frage nach, welches Empathieverständnis sich für eine wirksame Antisemitismusprävention in öffentlichen Institutionen eignet, wenn die Rolle von Emotionen und affektiven Deutungsmustern im Antisemitismus ernst genommen und Empathie als wichtige Ressource professionellen Handelns verstanden wird. Dabei wird die professionelle Haltung von Staatsbediensteten in ihrem rollenspezifischen institutionellen Kontext in den Blick genommen, deren Verständnis im Beitrag auf der Grundlage eines reflexiven Professions- und Haltungsverständnisses entfaltet wird. Auf Basis aktueller empirischer Befunde zu antisemitischen Erfahrungen in Institutionen und zum Phänomen eines zunehmend tolerierten Antisemitismus wird gezeigt, dass kognitives Faktenwissen zwar eine notwendige Grundlage bildet, allein jedoch nicht ausreicht, um Betroffene zu schützen und verantwortliches Handeln im öffentlichen Dienst zu fördern.

Im Zentrum steht ein an Carl Rogers orientiertes Empathieverständnis, das Empathie als Teil einer Haltung konzipiert, die Selbstwahrnehmung, emotional anschlussfähiges Verstehen und kognitive Differenziertheit verbindet, ohne in eine Identifikation mit der anderen Person zu münden. Darauf aufbauend werden die personellen und prozessualen Bedingungen und Wirkfaktoren eines solchen Empathieverständnisses herausgearbeitet. Auf dieser Grundlage wird ein Modell empathisch-selbstreflexiver Professionalität weiterentwickelt und dargelegt, das die Verschränkung von Wissensbeständen, berufsethischen Anforderungen und emotionsreflexiven Lernprozessen beschreibt. Praxisorientierte Zugänge wie Focusing dienen dabei als Beispiel für Herangehensweisen, die emotionale Resonanzen bewusst machen und in Reflexionsprozesse über antisemitismuskritische Fragestellungen integrieren.

Es wird argumentiert, dass eine empathisch-selbstreflexive Professionalität Staatsbedienstete darin unterstützt, Ambivalenzen auszuhalten, für jüdisches Leben und Betroffenenperspektiven zu sensibilisieren und zugleich handlungs- und urteilsfähig zu bleiben. Damit wird ein konzeptioneller Rahmen für antisemitismuskritische Bildungsarbeit im öffentlichen Dienst skizziert, der fachliches Wissen mit einer auf kommunikativer Rationalität beruhenden Haltung verbindet.
Date: 2024