Search results

Your search found 7 items
Sort: Relevance | Topics | Title | Author | Publication Year
Home  / Search Results
Date: 2026
Abstract: Die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner teilt demokratische Grundüberzeugungen, allerdings wird die Zustimmung zur Demokratie insgesamt fragiler: Sie ist gegenüber früheren Erhebungen gesunken und sie mischt sich mit der Anerkennung antidemokratischer Systemalternativen. In der Studie wird deutlich, dass demokratische Stabilität nicht allein auf der Zustimmung zur Demokratie basiert, sondern auf der konsequenten Anerkennung von Gleichwertigkeit. Antisemitismus und Antiziganismus sind dabei zentrale Herausforderungen. Das hat der Berlin Monitor 2025 ergeben, der am 23.02.2026 erschienen ist. Mit der Studienreihe „Berlin-Monitor“ werden seit 2019 Berlinerinnen und Berliner zu ihren politischen Einstellungen, Möglichkeiten der Partizipation und der demokratischen Kultur in Berlin befragt. Im „Berlin-Monitor 2025“ werden die Ergebnisse der vierten Befragung der Berliner Bevölkerung aus dem Jahr 2025 vorgestellt. Schwerpunkte sind Antiziganismus und Antisemitismus als Brückenideologien in rechtsextreme Einstellungsmuster. Sie verbinden sich mit anderen abwertenden Einstellungen wie Antifeminismus und Sexismus. Wir analysieren, was die Verbreitung dieser menschenverachtenden Einstellungen für die politische Kultur in Berlin bedeutet: Auf der einen Seite steht ihnen eine aktive Stadtgesellschaft mit demokratischer Haltung entgegen, auf der anderen Seite werden sie durch eine zunehmende Fragilität in der in der Zustimmung zu demokratischen Überzeugungen befördert. Zur Methode: Im Rahmen der vierten repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Berlin-Monitors wurden zwischen dem 25. Juni und dem 1. August 2025 insgesamt 2.022 Berliner ab 18 Jahren befragt. Die Erhebung wurde, anders als die letzten beiden Wellen, vom Meinungsforschungsinstitut USUMA GmbH im Auftrag der Universität Leipzig durchgeführt. Ziel war es, ein repräsentatives Abbild der Berliner Wohnbevölkerung zu gewinnen und die im zweijährigen Rhythmus erhobenen Zeitreihen der vorangegangenen Studien (2019, 2021, 2023) fortzuführen. Die Erhebung erfolgte als Mixed-Mode-Befragung (TOM-Design), bestehend aus 1.405 telefonischen Interviews (CATI) und 617 Online-Interviews (CAWI). Die Datenerhebung umfasste Fragen zu demokratischen und antidemokratischen Einstellungen, Vorurteilen gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen sowie soziodemografischen Merkmalen (u. a. Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen, Religiosität, Migrationshintergrund).
Date: 2023
Date: 2025
Abstract: In Deutschland werden die Debatten über Antisemitismus unter Muslim*innen zunehmend unter verzerrten Voraussetzungen geführt. So stellt z. B. die Alternative für Deutschland stellt Antisemitismus als ein „importiertes“ Feindbild aus dem Nahen Osten dar, das tief in der islamischen Religion verwurzelt sei. Diese Sichtweise suggeriert eine einfache Erklärung für die Quellen des Antisemitismus unter Muslim*innen, die jedoch in der wissenschaftlichen Forschung stark umstritten ist. So wird kontrovers diskutiert, ob die Sozialisation im Nahen Osten tatsächlich eine entscheidende Rolle bei der Entstehung antisemitischer Einstellungen spielt. Ebenso wird infrage gestellt, ob der Antisemitismus tatsächlich in der islamischen Tradition begründet ist. Viele Studien heben stattdessen hervor, dass nicht die islamische Religion an sich, sondern der islamische Fundamentalismus die entscheidende Triebkraft des Antisemitismus ist. Dieser Beitrag nähert sich der Thematik anhand mehrerer Bevölkerungsumfragen und vor allem einer Befragung unter deutschen Muslim*innen. Die Analysen zeigen, dass antisemitische Einstellungen unter Muslim*innen – besonders in ihrer tradierten gegen Israel gerichteten Artikulationsform– häufiger vertreten sind als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Dennoch können viele der gängigen Annahmen über die Ursachen des Antisemitismus die Unterschiede innerhalb der muslimischen Gemeinschaft nicht ausreichend erklären. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Neigung zu antisemitischen Einstellungen nicht signifikant zwischen Muslim*innen unterschiedlicher Herkunft variiert. Auch die individuelle Religiosität der Muslim*innen ist kein wesentlicher Prädiktor für antisemitische Haltungen. Vielmehr zeigt sich, dass eine fundamentalistische Interpretation der Religion ein zentraler Einflussfaktor ist. Eine Moderationsanalyse deutet darauf hin, dass Antisemitismus ein herkunftsübergreifendes Feindbild unter fundamentalistischen Muslim*innen darstellt. Dieser Einfluss des religiösen Fundamentalismus erweist sich dabei auch im Vergleich zu anderen Erklärungsansätzen als robust.
Date: 2024
Date: 2022
Date: 2021
Abstract: Bereits seit einigen Jahren schwelt eine Diskussion über einen neuen Antisemitismus. Im Fokus dieser Debatten finden sich immer häufiger Einwanderer:innen, vor allem aber Muslim:innen wieder. Als Folge kam der Begriff eines islamisierten Antisemitismus auf. Schnell wurden diese Diskussionen zu einem Politikum. Rechtsextreme Akteure wie die Alternative für Deutschland griffen die Hinweise auf Antisemitismus unter Muslim:innen auf und instrumentalisierten diese für ihre antimuslimische Agenda. Diese Instrumentalisierung wiederum macht es Menschen, die sich gegen antimuslimische Diskriminierung einsetzen, schwer, die Existenz eines muslimischen Antisemitismus anzuerkennen. Anhand unterschiedlichen empirischen Materials untersucht dieser Beitrag die Prävalenz antisemitischer Ressentiments unter Muslim:innen und wie diese mit der Persistenz von Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft zusammenhängen. Die Ergebnisse zeigen, dass traditionelle Formen des Antisemitismus und insbesondere israelbezogener Antisemitismus unter Muslim:innen besonders akzentuiert ausfällt. Der Antisemitismus, in muslimischen Submilieus, stellt neben dem ethnonationalen, rechtsextremen Antisemitismus eine Bedrohung für Jud:innen in Deutschland dar. Der Antisemitismus unter Muslim:innen stützt sich sowohl auf Narrative, die aus ihren Herkunftsländern stammen, sowie auf religiöse Quellen. Allerdings ist der Antisemitismus unter Muslim:innen in Deutschland geringer ausgeprägt als in den meisten Gesellschaften der islamischen Welt. Darüber hinaus sind schuldverleugnende Artikulationen von Antisemitismus nach wie vor ein Markenzeichen der autochthonen Bevölkerung und rechter politischer Milieus. Antisemitismus in Deutschland bedarf daher eines differenzierteren Verständnisses, als es noch vor wenigen Jahren notwendig erschien.