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Antisemitismus in der Gesamtgesellschaft von Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024Antisemitismus in der Gesamtgesellschaft von Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024
Translated Title:
Antisemitism in the society of North Rhine-Westphalia in 2024
Author(s):
Beyer, Heiko; Rensmann, Lars; Brögeler, Hanna; Jäger, David; Schulz, Carina
Date:
2024
Topics:
Antisemitism: Attitude Surveys, Main Topic: Antisemitism, October 7 2023 attacks + aftermath
Abstract:
Im Auftrag der Antisemitismusbeauftragen des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, und des Ministeriums des Innern haben die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und die Universität Passau eine Studie zur Verbreitung antisemitischer Einstellungen in der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens durchgeführt. Befragt wurden 1.300 per Quotenverfahren ausgewählte Personen ab 16 Jahren. Die Studie ist die erste große Umfrage zu antisemitischen Vorurteilen in Nordrhein-Westfalen seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und den Auswirkungen auf das Leben der Jüdinnen und Juden in Nordrhein-Westfalen. In der Studie wurde geprüft, inwiefern bestimmte Gruppen besonders hohe Antisemitismuswerte aufweisen. Die Studie hilft, die aktuell unzureichende Datenlage zu verbessern und die bisherige intensive Arbeit der Landesregierung gegen Antisemitismus zu ergänzen.
»Sozialismus der dummen Kerle«? Eine experimentelle Studie zum Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Bildung
Translated Title:
»Socialism of Fools«? An Experimental Study on the Relationship Between Education and Antisemitism
Author(s):
Beyer, Heiko; Rensmann, Lars; Schulz, Carina
Date:
2026
Topics:
Antisemitism: Attitude Surveys, Antisemitism: Education against, Antisemitism: Israel-Related, Experiments, Main Topic: Antisemitism, Surveys
Abstract:
Die empirische Antisemitismusforschung beobachtet wiederholt, dass höher gebildete Personen seltener antisemitischen Aussagen zustimmen. Die vorliegende Studie prüft, ob dieser Befund ein Artefakt sozial erwünschten Antwortverhaltens darstellt. Auf Basis einer experimentellen Bevölkerungsbefragung in Nordrhein-Westfalen (n = 1.300) wird dazu die Theorie der Kommunikationslatenz für unterschiedliche Modi antisemitischer Artikulation empirisch getestet. Das experimentelle Design beruht auf der randomisierten Variation der Fragereihenfolge: In der Treatmentgruppe wird vor der Erhebung eigener antisemitischer Einstellungen kognitiv die wahrgenommene Meinung einer nahestehenden Bezugsperson aktiviert. Für den offenen Modus des modernen Antisemitismus wird der negative Bildungseffekt durch diese Aktivierung vollständig neutralisiert – nicht jedoch für camouflierte Formulierungen. Der Effekt ist milieuspezifisch: Er findet sich vornehmlich bei Befragten, die sich politisch der Mitte oder Linken zuordnen, sowie bei der oberen Mittelschicht. Beim israelbezogenen Antisemitismus bleibt eine experimentelle Neutralisierung weitgehend aus. Die Befunde legen nahe, dass Bildung antisemitische Einstellungen weniger abbaut als die Kommunikation dieser Einstellungen diszipliniert, und fordern eine stärker affektiv und milieusensibel ausgerichtete
Antisemitismusprävention.