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Theorien des Antisemitismus: Eine Systematisierung
Translated Title:
Theories of Antisemitism: A Systematization
Author(s):
Beyer, Heiko
Date:
2015
Topics:
Antisemitism: Theory, Antisemitism: Secondary Antisemitism, Antisemitism: New Antisemitism, Main Topic: Antisemitism
Abstract:
Der Aufsatz bietet einen Vergleich der wichtigsten Erklärungsansätze zum modernen Antisemitismus und unterscheidet dabei eine soziale und zwei psychische Funktionen: die Rationalisierung sozialen Wandels, die Externalisierung negativer Selbstanteile und die semantische Konstruktion kollektiver Identität. Im zweiten Teil werden aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus wie Antizionismus und sekundärer Antisemitismus sowie das Phänomen der Kommunikationslatenz erörtert. Eine abschließende Diskussion zeigt mögliche Grenzen der vorgenommenen Darstellung auf.
„Aber es gibt keine Antisemiten mehr“: Eine experimentelle Studie zur Kommunikationslatenz antisemitischer Einstellungen
Translated Title:
“But there are no longer any anti-Semites”: An experimental study on the communication latency of anti-Semitic attitudes
Author(s):
Beyer, Heiko; Krumpal, Ivar
Date:
2010
Topics:
Antisemitism: Attitude Surveys, Antisemitism, Surveys, Statistics, Psychology (Social and Experimental), Main Topic: Antisemitism
Abstract:
Die öffentliche Sanktionierung des Antisemitismus nach 1945 hat dazu geführt, dass antisemitische Einstellungen in der bundesdeutschen Öffentlichkeit selten offen geäußert werden, teilweise jedoch im privaten Raum überdauern. Diese Entwicklung wurde von der Antisemitismusforschung zwar theoretisch mit dem Konzept der „Kommunikationslatenz“ aufgearbeitet, methodisch blieben diese Überlegungen jedoch weitgehend folgenlos. Aufgrund des heiklen Charakters antisemitischer Einstellungen ist davon auszugehen, dass sie in Befragungen nicht immer wahrheitsgemäß berichtet und stattdessen häufig sozial erwünschte Antworten gegeben werden. Mittels einer experimentellen Studie zeigen wir, dass die kognitive Aktivierung einer antisemitischen Primärgruppennorm zu einem höheren Maß an selbstberichtetem Antisemitismus führt. Zudem zeigen wir, dass bekannte Determinanten antisemitischer Einstellungen wie Bildung, politische Einstellung und politisches Interesse unter Kontrolle dieses Kommunikationsmechanismus an Erklärungskraft verlieren.