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Eine Viktimologie des Antisemitismus
Translated Title:
A victimology of anti-Semitism
Author(s):
Jahn, Sarah Jadwiga; Frommer, Jana-Andrea
Editor(s):
Wollinger, Gina Rosa; Zähringer, Ulrike
Date:
2026
Topics:
Antisemitism: Jewish Perceptions and Experiences, Main Topic: Antisemitism, Trauma
Abstract:
Von Antisemitismus betroffene Personen erleben ihre Umgebung oft als empathie- und reaktionslos. Sie haben Sorge, nicht ausreichend geschützt zu werden. Auch deshalb ist ihr Anzeigeverhalten niedrig. Um das Vertrauen von Jüdinnen und Juden in das Handeln von Sicherheitsbehörden und Rechtsstaat zu stärken, benötigt es fundiertes Wissen sowie Verständnis über Antisemitismus und die Betroffenen selbst. Eine Viktimologie des Antisemitismus befasst sich deshalb mit dem Verständnis und der Beschreibung als Opfer aus der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Auch wird ein Verständnis von Antisemitismus zugrunde gelegt, das gesellschaftliche und phänomenologische Mechanismen und Funktionen berücksichtigt und auf Formen eingeht, die besonders in der Gegenwart für die Betroffenen prägend sind. Um die spezifischen primären und sekundären Viktimisierungserfahrungen einordnen zu können, ist eine Perspektivdivergenz in der unterschiedlichen Wahrnehmung von den Betroffenen und der Mehrheitsgesellschaft zu berücksichtigen, die auch in dem generationsübergreifenden Trauma der Shoah und der Kontinuität des Antisemitismus für die Betroffenen begründet liegt. Der Artikel hat das Ziel, unterschiedliche Perspektiven auf die Viktimisierung durch Antisemitismus aufzuzeigen und hinsichtlich einer Viktimologie für Betroffenenperspektiven zu sensibilisieren, indem verschiedene Wahrnehmungen beschrieben und Viktimisierungserfahrungen dargestellt werden. Darauf aufbauend wird eine betroffenensensible Antisemitismusprävention skizziert.