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Date: 2026
Author(s): Müller, Lasse
Date: 2021
Abstract: Zweck der Untersuchung ist eine umfassende Abbildung der Betroffenenperspektive: Wie bewerten jüdische und nichtjüdische MAKKABI-Mitglieder die Bedrohung durch Antisemitismus im Sport? Mit welchen Erscheinungsformen sehen sie sich in welchen Situationen konfrontiert? Welche Melde- und Bewältigungspraxen sind nach einem erlebten antisemitischen Vorfall typisch? In diesem Sinne bildet die vorliegende Studie den Auftakt eines langfristigen Forschungsvorhabens, um gemeinsam mit einer breiten Allianz aus Netzwerkpartner:innen das dynamische Phänomen "Antisemitismus im Sport" analytisch greifbar zu machen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse können künftig passgenaue Interventions- und pädagogische Präventionskonzepte entwickelt werden. Als erster Schritt wurde dazu vom 03.11.2020 bis 24.01.2021 im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Modellprojekts "Zusammen1" eine Online-Erhebung durchgeführt. Darin wurden MAKKABI-Mitglieder ab 16 Jahren hinsichtlich der von ihnen erlebten Vorfälle und ihrer grundsätzlichen Wahrnehmung des Problems Antisemitismus im Sport befragt. Insgesamt beteiligten sich N = 309 Personen aus 20 verschiedenen Ortsvereinen an der Befragung. Zum besseren Verständnis wird Antisemitismus im Folgenden zunächst theoretisch präzisiert und gegenüber anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit abgegrenzt (Kapitel 2). Im Anschluss findet eine Rekapitulation des Forschungsstands zum gesamtgesellschaftlichen und sportspezifischen (Kapitel 3) Auftreten von Antisemitismus statt. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Darlegung struktureller Defizite im Meldesystem des deutschen (Wettkampf-)Sports, die die Erfassung und Aufarbeitung von explizitem Antisemitismus hemmen. Ergänzend werden Spezifika von MAKKABI als einzigem jüdischen Sportverband in Deutschland aufgezeigt und sich daraus ergebende Sonderformen der antisemitischen Stigmatisierung diskutiert. Kernelement des Berichts bildet nach einer Dokumentation des methodischen Vorgehens (Kapitel 4) die Präsentation der Befunde aus der Mitgliedererhebung (Kapitel 5). Im Fazit (Kapitel 6) werden schließlich die vorgestellten Befunde nochmals zusammengefasst, interpretiert und sich ergebende Handlungsfelder aufgezeigt. (Einleitung).
Date: 2024
Abstract: Der 7. Oktober 2023 ist insbesondere für Israel, aber auch für Jüdinnen und Juden in aller Welt eine Zäsur. Nichts ist mehr so, wie es davor war. Das Hamas-Massaker richtete sich nicht nur gegen Israel, nicht nur gegen Jüdinnen und Juden, sondern gegen die gesamte westliche Welt und ihre Idee von Freiheit – es ist Israels 9/11. Antisemitische Straftaten sind seit dem 7. Oktober 2023 weltweit explodiert, vor allem in Europa, in den USA. Und auch in Deutschland befinden sich die jüdischen Gemeinden in einem Ausnahmezustand – seit einem Jahr.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat zum Jahrestag des Hamas-Massakers nach der ersten Analyse vom Dezember 2023 erneut ein Lagebild über die Auswirkungen des Terrors und des Krieges in Israel auf die jüdischen Gemeinden in Deutschland erstellt. Die Grundlage für die Ergebnisse des Lagebilds lieferte eine Umfrage unter den Führungspersönlichkeiten der jüdischen Gemeinden in Deutschland, an der sich über 90 Prozent beteiligt haben. Die Gemeinden bieten in dieser psychischen Extremsituation für Jüdinnen und Juden einen Halt. Zwei Drittel der Führungspersönlichkeiten sprechen jedoch von negativen Auswirkungen des Krieges in Gaza auf ihre Gemeinden – ein konstant hoher Wert. Personell, emotional und organisatorisch sind die Gemeinden am Limit. Das Leben für Jüdinnen und Juden hat sich laut den Angaben stark verändert, jüdisches Leben ist weniger sichtbar und fast die Hälfte der Gemeinden waren im Jahr 2024 von antisemitischen Vorfällen betroffen.

Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster sagt zu den Ergebnissen des Lagebilds: „Die Lage der jüdischen Gemeinden ein Jahr nach dem 7. Oktober treibt mich um, sie sollte uns alle aufrütteln. Ja, die Gemeinden sind für die Mitglieder da, das Gemeinschaftsgefühl steigt, es finden wieder mehr Veranstaltungen statt, man passt sich an. Doch auf dieser Gewöhnung an einen Ausnahmezustand liegt ein Schatten. Niemals darf ein solcher Zustand Normalität werden. Für die Gemeinden kann dies nicht Normalität werden. Unsere Gesellschaft darf nicht zulassen, dass jüdisches Leben weniger sichtbar wird; Jüdinnen und Juden weniger sichtbar werden. Sicherheitszäune bieten Schutz, sind aber keine dauerhafte Lösung. Wir sollten uns daran erinnern, wo die Verteidigung unserer offenen Gesellschaft anfängt.“
Date: 2026
Abstract: Nach 2023 und 2024 hat der Zentralrat der Juden in Deutschland am 1. Mai 2026 zum dritten Mal ein Lagebild der Jüdischen Gemeinden in Deutschland herausgegeben. Das Lagebild basiert auf der Befragung der Führungspersönlichkeiten von 102 Jüdischen Gemeinden und Landesverbänden und hat damit einen repräsentativen Charakter.

Gut zweieinhalb Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober in Israel ist der Ausnahmezustand für Jüdinnen und Juden in Deutschland zu einem bedrückenden Dauer-Krisenzustand geworden. „Nach dem explosionsartigen Anstieg des Antisemitismus in Folge des 7. Oktober hat sich eine ‚neue Normalität‘ herausgebildet”, konstatiert Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Eine Lage, in der Jüdische Gemeinden permanent geschützt werden müssen und der Antisemitismus als Teil des öffentlichen Raums eine Normalisierung erfahren hat. Diese Zustände sind unhaltbar.“

Zwei Entwicklungen stechen im Lagebild besonders alarmierend hervor: der drastische Rückgang der gesellschaftlichen Solidarität und die Verdrängung jüdischen Lebens aus der Öffentlichkeit.

Nahmen im Jahr 2023 noch 62 Prozent der Gemeinden eine Solidarität aus der Zivilgesellschaft wahr, ist dieser Wert auf erschütternde 35 Prozent abgefallen. Fühlten sich die Gemeinden anfangs noch von der Mitte der Gesellschaft getragen, sehen sie sich nun zunehmend im Stich gelassen, während Judenhass, oft getarnt als vermeintlich legitime „Israelkritik“, tief in der bürgerlichen Mitte Anschluss findet. Gerade dort, wo jetzt Zivilcourage nötig wäre, verzeichnet das Lagebild der Jüdischen Gemeinden in Deutschland einen massiven Rückgang der gesellschaftlichen Unterstützung.

Die alltägliche Bedrohung führt dazu, dass 68 Prozent der jüdischen Gemeinschaft das Leben in Deutschland verglichen mit der Zeit vor dem 7. Oktober 2023 als unsicherer wahrnehmen. Um sich zu schützen, ziehen sich Jüdinnen und Juden zunehmend aus dem öffentlichen Raum zurück, verheimlichen ihre Identität und verzichten auf das offene Tragen von Symbolen wie dem Davidstern oder der Kippa. Dies betrifft insbesondere Kinder und Jugendliche. In den vergangenen zwölf Monaten mussten zudem 21 Prozent der Gemeinden Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen absagen.

Der Waffenstillstand in Gaza brachte für zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) keine spürbare Erleichterung der Sicherheitslage. Währenddessen nutzen Extremisten neue Eskalationen wie den Krieg gegen das iranische Mullah-Regime sofort als Vorwand für ausufernden Hass. Dr. Josef Schuster macht deutlich: „Der Krieg im Nahen Osten war immer nur ein Vorwand, niemals ein Grund für antisemitische Übergriffe und Hetze in Deutschland.“

Die andauernde Belastung führt zu einer tiefen Resignation: Nur noch 13 Prozent der Gemeinden schätzen die Zukunft für jüdisches Leben in Deutschland positiv ein. „Die Ergebnisse dieser repräsentativen Erhebung unter den Jüdischen Gemeinden in Deutschland müssen für Entscheidungsträger und die Gesellschaft gleichermaßen Alarmsignal und Ansporn sein. Der Judenhass hat sich in Deutschland normalisiert und nur enorme Kraftanstrengungen können diesen Trend umkehren. In der jüdischen Gemeinschaft schwindet das Vertrauen in diese Trendumkehr zusehends“, stellt Dr. Josef Schuster abschließend fest.
Author(s): Feldman, Marion
Date: 2026
Author(s): Heldlmeier, Till
Date: 2025
Author(s): Poensgen, Daniel
Date: 2026
Date: 2026
Date: 2026
Author(s): Kandola, Binna
Date: 2024
Abstract: Pearn Kandola’s Antisemitism and Islamophobia at Work report (2024) is a comprehensive study in which over 1000 Muslim and Jewish employees participated, either through in-depth focus groups or our survey, to shine a light on their experiences of antisemitism and Islamophobia in the workplace since October 7th 2023.

Late last year, we published our groundbreaking Religion At Work (2023) report, the largest of its kind. It explored the experiences of people of faith in the workplace, highlighting the difficulty for employees of any religion to express their faith at work.

Released in November 2023, a question we were increasingly faced with as time went on was the impact on Muslim and Jewish employees, in particular, since October 7th. However, the data for this momentous report was gathered and analysed before the current Israel-Gaza conflict, which could tell us little to answer this question.

As a result, we carried out a new piece of research, designed to look at the:

Extent to which Jewish employees experience antisemitism in the workplace;
Extent to which Muslim employees experience Islamophobia in the workplace;
Impact of the Israel-Gaza conflict on them
Actions that organisations can take to ensure people feel safe and included in workplaces
The research was in two parts:

Firstly, a survey was carried out in June 2024 in which 500 Jewish and 500 Muslim employees participated, followed by in-depth interviews with 20 people, 10 of each faith.

The report closes with key recommendations for employers to better support Muslim and Jewish employees by research author Professor Binna Kandola OBE.
Author(s): Boyd, Jonathan
Date: 2026
Abstract: In this report:
According to new data from Israel's Central Bureau of Statistics, 742 people emigrated to Israel (‘made aliyah’) from the UK in 2025 – the highest annual count for over 40 years. This report examines the recent migration data in its historical context to assess whether this latest figure represents a genuine shift and if so, whether it is being fuelled by concerns about antisemitism in Britain.

Some of the key findings in the report:
742 people emigrated to Israel (‘made aliyah’) from the UK in 2025 – the highest annual count for over 40 years.
Over the past 20 years, annual counts have remained within a fairly narrow range, from about 400 to about 740.
Taking the past three years together, an average of 566 British Jews made aliyah per annum – close to the annual average over the past two decades.
About 2 Jews per 1,000 in the UK Jewish population currently make aliyah each year, somewhat higher than the equivalent figure for Canada (0.7), but considerably lower than in France (6.4), and orders of magnitude lower than the levels associated with major cases of Jewish flight during 20th Century crises or periods of acute uncertainty.
Since October 7, 2023, British Jews have shown a small but marked increase in their likelihood of making aliyah.
Younger people, orthodox Jews and those most affected by antisemitism are most likely to say they are considering making aliyah in the coming five years.
Aliyah, like all forms of migration, is also informed by socioeconomic conditions; there is clear evidence that factors such as unemployment rates are key determinants in people’s decisions.
Migration is not a one-way street: the number of people living in the UK who were born in Israel rose from 12,229 in 2001 to 23,152 in 2021, a net increase of 10,923 over those 20 years.
Date: 2025
Date: 2026
Author(s): Flax, Maya
Date: 2026
Date: 2024
Date: 2025
Abstract: Die Problematik des politisch-islamischen Antisemitismus (PIA) hat in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erfahren. In diesem Kapitel gehen wir der oftmals wenig berücksichtigten Frage nach, wie Jüdinnen:Juden die aktuelle Bedrohungslage erleben und ausdeuten. Dies untersuchen wir aus Perspektive einer phänomenologisch orientierten Wissenssoziologie mittels eines Mixed-Methods-Ansatzes. Unsere Studie umfasst die Analyse von 21 problemzentrierten Interviews mit Jüdinnen:Juden sowie die Auswertung eines Online-Surveys mit 295 jüdischen Befragten. Die Interviewanalyse ergab, dass das Erleben von PIA strukturidentisch zu anderen Antisemitismusformen verläuft. Die alltägliche Konfrontation führt zum Erleben dreier Begrenzungen: Im Vorfeld der möglichen Konfrontation ist es problematisch, dass diese nicht immer vollumfänglich antizipiert werden kann. Kommt es zur Konfrontation, sind selbstgewählte Alltagsrelevanzen eingegrenzt. Im weiteren Konfrontationsverlauf kann sich zudem die eigene Handlungsfähigkeit als begrenzt erweisen. Die Auswertung der quantitativen Daten kann hieran anknüpfend zeigen, dass viele Befragte von Begegnungen mit PIA berichten, den sie vor allem durch Aussagen, Sprache und Kontext der Täter:innen identifizieren. 29 % der Befragten gaben an, in den letzten zehn Jahren PIA in Form von Beleidigung, Vandalismus oder physischer Gewalt erlebt zu haben. Bezüglich der Bedrohungs- und Problemwahrnehmung unterscheiden sie deutlich zwischen „Muslimen“ und „radikalen Muslimen“ und sehen PIA als großes gesellschaftliches Problem an, das ihre Sicherheit und alltägliche Lebenswelt beeinflusst.
Date: 2026
Abstract: This research paper examines safety perceptions among Jewish minorities at European places of worship (PoWs) between October 2023 and April 2024. The study utilizes PROTONE survey data from Belgium (N = 571), Germany (N = 734), Spain (N = 1198), and Italy (N = 895), specifically comparing 79 Jewish and 3,318 non-Jewish respondents. Qualitative components include 43 interviews with faith leaders (including 16 Rabbis) and five focus groups conducted in Brussels, Berlin, Rome, and Madrid. Grounded in postsecularism, vulnerability assessment models, and securitization theories, the research explores how threats and security measures shape feelings of insecurity. Key findings indicate that violent attacks and property damage strongly predict perceived unsafety. Comparative analysis reveals that Jewish respondents perceive significantly higher levels of anti-Semitic hostility and hate crimes than non-Jewish groups perceive regarding their own communities. While positive community and authority relations marginally mitigate fear, structural vulnerabilities like outdated infrastructure persist. Attitudes toward security vary; CCTV is universally accepted, but armed guards raise concerns about carization. Generational differences appear, with younger Jewish individuals reporting notably higher anxiety and avoidance behaviors. The study contextualizes these findings within broader socio-cultural and political processes, highlighting the dual role of Jewish PoWs as essential and sacred sites for spiritual fulfillment and robust local communal resilience.
Translated Title: Raport: Antysemityzm w Polsce
Date: 2023
Abstract: Antisemitism is still a significant problem in Polish society. This is the conclusion that emerges from the quantitative data from previous years and the statements of our interviewees.

Within the Jewish community, members often report encountering antisemitism in the form of unsavoury jokes and stereotypes rather than overt discrimination. However, conversations around the Holocaust and Polish-Jewish history frequently lead to antisemitic stereotypes and hate speech. Interestingly, the Holocaust is often the subject of jokes. This may be attributable to the perception of Jews as a historical minority who once lived in Poland.

In educational settings, courses on the Jewish community are overwhelmingly historical, primarily focusing on World War II. Almost all respondents, except non-Jewish youth, agree that contemporary Jewish topics are seldom covered in schools. This gap in multicultural education has led to a lack of understanding about nondiscrimination and minority-related issues across various age groups in Polish society.

While younger generations appear to be more tolerant toward minorities and more open to learning about them, the term "Jew" is still reportedly used as an insult among them. Discrimination is not limited to the Jewish community; focus group respondents also identified Ukrainians, Roma, people of colour, and the LGBTQ+ community as other discriminated groups. Despite the majority of focus group participants being women, only one person in each group cited women as a discriminated-against minority.
Date: 2023
Abstract: In general, the Jewish population in Hungary has a high level of education and is in a good position socially and financially, according to the available literature and our interviewees. Those who identify as Jews are mostly non-religious and consider themselves predominantly European citizens or equally Jewish and Hungarian. According to research, the level of antisemitism in Hungary increased significantly around 2010, presumably due to the rise in popularity of the far-right Jobbik party. Since 2015, the available data show that the level of antisemitism has not changed significantly. At the same time, most interviewees reported a general increase in antisemitism in the country, citing the internet as the primary cause, as well as the family background, deficiencies of the education system, the polarisation of society, and the government‘s Soros campaign. In Hungary, antisemitism is most often manifested in the form of conspiracy theories, but other forms are also present (e.g. emotional antisemitism, new antisemitism). According to the available data, the most common form of antisemitism is hate speech. The number of hate crimes is negligible. At the political level, antisemitism emerged from the second half of the 2000s in connection with Jobbik and has been one of the tools of far-right parties (currently Mi Hazánk – Our Homeland) ever since, albeit in a less direct form than before, disguised by coded speech and appearing mainly as conspiracy theories. Although the Fidesz government announced zero tolerance towards antisemitism in 2013, it has focused its communication on several issues related to antisemitism in recent years. These include the campaign against George Soros, the glorification of antisemitic politicians (e.g. Miklós Horthy) and artists (e.g. Albert Wass) between the two world wars, the distortion of the memory of the Holocaust, and the fight against the global external enemy. Antisemitism is also present in the sports fan milieu, primarily in the football fan scene and especially in the ultra scene. According to a 2017 survey, half of Hungarian Jews have experienced antisemitism in their lifetime, and all of our Jewish interviewees mentioned such experiences. Many of them highlighted the government‘s antisemitism-related doubletalk’s negative effects on their sense of security. While antisemitism is undoubtedly present in Hungary, research and interviewees also suggest that society is much more prejudiced towards other minorities, especially the Roma, the LGBTQ+, and migrants. According to first-line practitioners, the extent to which antisemitism is present among students depends on the school. When it appears among students, it is primarily present in verbal forms, and often, there are no real antisemitic sentiments in the background. Several interviewees identified education as one of the most important tools to reduce antisemitism.
Date: 2015
Date: 2025
Date: 2023
Abstract: Im vorliegenden Studienbericht werden die zentralen Befunde aus einer in Sachsen-Anhalt in den Jahren 2021–2023 durchgeführten Studie zu Antisemitismus im institutionellen Kontext Schule vorgestellt und diskutiert. Die Studie ist Teil einer Bundesländerstudienreihe, die seit 2017 am Forschungsbereich des Kompetenzzentrums für Antisemitismuskritische Bildung und Forschung durchgeführt wird – seit 2021 in einer institutionalisierten Forschungskooperation mit der Fachhochschule Potsdam.
Im Rahmen der Studienreihe wurden neben der Studie in Sachsen-Anhalt regionale Studien in Berlin, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen umgesetzt.
In einer bundesweiten Familienstudie wurden zudem Erfahrungen mit Antisemitismus an Schulen aus den Perspektiven jüdischer Jugendlicher und jüdischer Familien untersucht. Diese Befunde fließen in die Bundesländerstudienreihe mit ein und bilden die Grundlage für die Analyse jüdischer Erfahrungen im Kontext der Institution Schule. Das Erkenntnisinteresse der Bundesländerstudien betrifft in erster Linie die Wahrnehmungen, Deutungen und Praktiken im Umgang mit Antisemitismus in der Institution Schule aus den Perspektiven von (ehemaligen) jüdischen Schüler*innen, Lehrkräften und weiteren schulischen Fachkräften. Die vertiefenden Untersuchungen in einzelnen Bundesländern als Teil der Bundesländerstudienreihe sollen zudem
die Berücksichtigung regionaler gesellschaftlicher, bildungspolitischer und historischer Spezifika im Umgang mit Antisemitismus sowie langfristig einen Vergleich zwischen den Bundesländern ermöglichen.
In diesem Bericht gehen wir zunächst auf den Hintergrund der Studie in Sachsen-Anhalt ein, skizzieren exemplarisch den Forschungsstand, ordnen den methodologischen Zugang zu Antisemitismus als Diskriminierungs- und Gewaltform im institutionellen Kontext Schule ein, erläutern das Forschungsdesign und diskutieren schließlich die Befunde und Reflexionsempfehlungen. Zu beachten ist, dass die Daten vor dem antisemitischen Massaker durch islamistische Terrorgruppen in Israel im Oktober 2023 und dem darauffolgenden Anstieg des offenen Antisemitismus in Deutschland erhoben wurden. Dieser Bericht gibt somit vertiefte Einblicke in den Umgang mit Antisemitismus im Schulalltag in Sachsen-Anhalt aus jüdischen und nichtjüdischen Perspektiven vor dem Terror des 7. Oktobers. Studienteilnehmende einer anderen Studie (vgl. Chernivsky / Lorenz-Sinai 2024 b) zu den Auswirkungen des 7. Oktobers auf jüdische und israelische Communities beschreiben die Folgen des Terrorangriffs als weitreichende »Zäsur«. Jüdische Eltern schildern ihre Sorgen, dass die Bekanntgabe der jüdischen Identität ihrer Kinder im Kontext Schule gegen sie genutzt werden könnte. Insofern sind die Befunde aus der in den Jahren 2021–2023 in Sachsen-Anhalt durchgeführten Studie nicht veraltet, sondern bilden jüdische Alltagserfahrungen und Lehrer*innenperspektiven auf Antisemitismus ab. Zugleich kann auch in Sachsen-Anhalt seit dem 7. Oktober 2023 von einer Veränderung des Sicherheitsgefühls jüdischer Familien und Lehrkräfte im Raum Schule ausgegangen werden sowie von einer Zunahme antisemitischer Übergriffe.
Date: 2025