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Date: 2026
Abstract: Seit dem 7. Oktober 2023 sind die Hochschulen zu einem zentralen Ort antisemitischer Mobilisierung geworden: Hochschulen sind geprägt von antisemitischen und judenfeindlichen Schmierereien, Veranstaltungen und physischen und psychischen Angriffen auf jüdische Student*innen. Noch dazu haben sich mittlerweile antisemitische Gruppen in Studierendenausschüssen erfolgreich etabliert. Damit gestalten sie Hochschulpolitik, die sich keineswegs positiv auf jüdische Studierende und antisemitismuskritische Strukturen auswirkt. Antisemitismusbeauftragte sind oft überfordert, während sich Betroffene immer weiter zurückziehen oder gar das Studium abbrechen. Für das Zivilgesellschaftliche Lagebild Antisemitismus #15 – In feindlicher Umgebung: Zur Lage an deutschen Hochschulen nach dem 7. Oktober sprechen wir mit jüdischen Student*innen, zeigen anhand einer Chronik die Dichte und Schärfe antisemitischer Vorfälle auf und lassen antisemitismuskritische Hochschulinitiativen zu Wort kommen. Unsere Kernbeobachtungen: Seit dem 7. Oktober sind deutsche Hochschulen noch mehr ein unsicherer Ort für Jüdinnen*Juden geworden. Die Betroffenen berichten dabei von zahlreichen Vorfällen, die zu einem Dauerzustand aus Angst, Anspannung und Selbstzensur führen und einen Rückzug aus dem Studienalltag nahelegen. Antisemitismus an Hochschulen zeigt sich offen und enthemmt. Es geht dabei nicht nur um israelkritische Sticker und Schmierereien, die sich im Ton vergreifen. Es geht um Einschüchterung und Schikane, um Drohungen und Gewalt. Über die letzten drei Jahre wurde ein Klima geschaffen, in dem dieser grassierende Antisemitismus normalisiert wurde. Antiisraelische Akteur*innen nutzen den Campus als Ort der Mobilisierung und gestalten eine Hochschulpolitik, in der antisemitismuskritisches Engagement systematisch schikaniert und ausgegrenzt wird. Trotz medialem Aufsehen wird die Situation weiterhin von der Mehrheitsgesellschaft unterschätzt. Betroffene begleitet das Gefühl, nicht ausreichend ernst genommen und geschützt zu werden. Ausbleibende Reaktionen und Entsolidarisierung, unklare oder fehlende Zuständigkeiten sowie symbolische Maßnahmen erzeugen Vertrauensverluste und verfestigen das Problem. Hochschulen reagieren oft nicht adäquat auf antisemitische Eskalationen. Oft sind es die Betroffenen selbst, die auf antisemitische Vorfälle reagieren müssen, weil die Hochschulen überfordert oder unwillens sind. Jüdische Studierende ziehen sich aus universitären Räumen zurück, verbergen ihre Identität oder organisieren sich unter sich. Währenddessen bleiben institutionelle Konsequenzen gegenüber den Täter*innen häufig aus.
Author(s): Poensgen, Daniel
Date: 2026
Date: 2026
Abstract: This rapid review has sought to examine how the regulatory system for healthcare professionals, from employment through to national oversight and professional regulatory bodies, supports recognition and reporting of antisemitism and other forms of racism, and tackles racism at every stage and level. In particular, the review has sought to answer 2 principal questions:

How do we make sure in the NHS in England that perpetrators of antisemitism and other forms of racism are held to account with effective action taken to tackle their behaviour?

How do we make sure that patients and staff are protected from racism within the NHS in England and across the UK health and care professional regulation system?

This review proposes that the NHS establishes a clear organisation-wide priority to increase trust and confidence in NHS services among Jewish, and other minority ethnic patients and staff through actively promoting an anti-racist workplace culture and putting in place systems to tackle incidents of all forms of racism thoroughly, fairly and transparently. The NHS must work to embed anti-racism principles at its very core, eliminate racist prejudice and disadvantage, and demonstrate fairness in all aspects of NHS employment and care. That must include efforts to tackle anti-Jewish racism.

The scope of this review considers actions that can be taken to address racism from all quarters, including:

NHS staff
patients and their relatives
members of the public
Building on the existing large body of evidence on the impact of racism in healthcare, and on the extensive experience of Lord Mann, the review undertook:

a period of targeted engagement with relevant stakeholders, including the UK health and care system and professional regulatory bodies
thorough examination of existing mechanisms, guidance, and processes for addressing incidents of racism in the NHS
Date: 2025
Abstract: Der Beitrag geht der Frage nach, welches Empathieverständnis sich für eine wirksame Antisemitismusprävention in öffentlichen Institutionen eignet, wenn die Rolle von Emotionen und affektiven Deutungsmustern im Antisemitismus ernst genommen und Empathie als wichtige Ressource professionellen Handelns verstanden wird. Dabei wird die professionelle Haltung von Staatsbediensteten in ihrem rollenspezifischen institutionellen Kontext in den Blick genommen, deren Verständnis im Beitrag auf der Grundlage eines reflexiven Professions- und Haltungsverständnisses entfaltet wird. Auf Basis aktueller empirischer Befunde zu antisemitischen Erfahrungen in Institutionen und zum Phänomen eines zunehmend tolerierten Antisemitismus wird gezeigt, dass kognitives Faktenwissen zwar eine notwendige Grundlage bildet, allein jedoch nicht ausreicht, um Betroffene zu schützen und verantwortliches Handeln im öffentlichen Dienst zu fördern.

Im Zentrum steht ein an Carl Rogers orientiertes Empathieverständnis, das Empathie als Teil einer Haltung konzipiert, die Selbstwahrnehmung, emotional anschlussfähiges Verstehen und kognitive Differenziertheit verbindet, ohne in eine Identifikation mit der anderen Person zu münden. Darauf aufbauend werden die personellen und prozessualen Bedingungen und Wirkfaktoren eines solchen Empathieverständnisses herausgearbeitet. Auf dieser Grundlage wird ein Modell empathisch-selbstreflexiver Professionalität weiterentwickelt und dargelegt, das die Verschränkung von Wissensbeständen, berufsethischen Anforderungen und emotionsreflexiven Lernprozessen beschreibt. Praxisorientierte Zugänge wie Focusing dienen dabei als Beispiel für Herangehensweisen, die emotionale Resonanzen bewusst machen und in Reflexionsprozesse über antisemitismuskritische Fragestellungen integrieren.

Es wird argumentiert, dass eine empathisch-selbstreflexive Professionalität Staatsbedienstete darin unterstützt, Ambivalenzen auszuhalten, für jüdisches Leben und Betroffenenperspektiven zu sensibilisieren und zugleich handlungs- und urteilsfähig zu bleiben. Damit wird ein konzeptioneller Rahmen für antisemitismuskritische Bildungsarbeit im öffentlichen Dienst skizziert, der fachliches Wissen mit einer auf kommunikativer Rationalität beruhenden Haltung verbindet.
Date: 2024
Date: 2023
Author(s): Tuck, Rebecca
Date: 2023